Diesmal soll es laut Liga-Gründer Vince McMahon also mehr um Football gehen. Trotzdem wird es Unterschiede zur NFL geben. Der Chef von World Wrestling Entertainment startet mit der XFL nach 20 Jahren den erneuten Versuch, eine professionelle Football-Liga in den USA zu etablieren.

Wollte man beim ersten Mal eine Konkurrenz zur NFL darstellen, geht man zum Neustart in den Frühling. Die neue XFL will nah an den Fans sein und das Spiel schneller und kurzweiliger machen. Zumindest dürfte die erste Saison an fehlenden Investitionen, wie bei der letztjährigen AAF (Alliance of American Football), nicht scheitern.

XFL Teams und ihre Spielorte

Unter der Federführung von XFL-Commisioner Oliver Luck ließen sich acht Standorte für neue Teams finden. Luck, Vater von Quarterback Andrew Luck, etablierte bereits über zehn Jahre die NFL Europe und scheint der richtige Mann für den Aufbau der neuen Liga zu sein. Zumindest wirken TV-Verträge mit fast allen großen US-Sport-Sendern und die Gewinnung von namhaften Coaches wie ein guter Auftakt.

Western Conference

Insgesamt wird es zehn Spieltage in der regulären Saison geben. Dabei spielt jedes Team spielt ein Hin- und Rückspiel in seiner eigenen Conference und einmal gegen alle Mannschaften aus der anderen Conference. Dies sind die Teams der Western Conference:

  • Dallas Renegades

Trainer: Bob Stoops (ehem. Cheftrainer der Oklahoma Sooners)

Spielort: Globe Life Park in Arlington, Texas (48.114 Zuschauer)

  • Houston Roughnecks

Trainer: June Jones (ehem. Cheftrainer der Atlanta Falcons)

Spielort: TDECU Stadium in Houston, Texas (40.000 Zuschauer)

  • Los Angeles Wildcats

Trainer: Winston Moss (ehem. assistierender Cheftrainer der Green Bay Packers)

Spielort: Dignity Health Sport Park in Carson, Kalifornien (27.000 Zuschauer)

  • Seattle Dragons

Trainer: Jim Zorn (ehem. Cheftrainer der Washington Redskins)

Spielort: CenturyLink Field in Seattle, Washington (68.740)

Eastern Conference

In den Playoffs spielen die beiden besten Teams aus der jeweiligen Conference den Meister im Westen und Osten aus. Danach geht es zum Endspiel der beiden Conference Champions dessen Austragungsort noch nicht feststeht. Diese Teams wollen sich zum Meister der Eastern Conference küren.

  • New York Guardians

Trainer: Kevin Gilbride (ehem. Cheftrainer der San Diego Chargers)

Spielort: MetLife Stadium in East Rutherford, New Jersey (82.550 Zuschauer)

  • St. Louis BattleHawks

Trainer: Jonathan Hayes (ehem. Tight Ends Coach der Cincinnati Bengals)

Spielort: The Dome at Americas Center in St. Louis, Missouri (67.277 Zuschauer)

  • Tampa Bay Vipers

Trainer: Marc Trestman (ehem. Cheftrainer der Chicago Bears)

Spielort: Raymond James Stadium in Tampa, Florida (65.618 Zuschauer)

  • D.C. Defenders

Trainer: Pep Hamilton (ehem. Offensive Coordinator der Indianapolis Colts)

Spielort: Audi Field in Washington D.C. (20.000 Zuschauer)

Unterschiede der XFL zur NFL

Wenn am 8. Februar um 20 Uhr unserer Zeit die XFL beginnt, erleben wir direkt beim Kickoff in Washington D.C. einen wichtigen Unterschied zur NFL. Bis zum Endspiel am 26. April werden sich alle Fans mit den veränderten Regeln nach und nach vertraut machen. Zunächst erhälst Du einen Überblick zu den wichtigsten Anpassungen und was sie bewirken. Vor allem sollen sie der Spieler-Sicherheit, der Kommunikation und der Kurzweiligkeit im Spiel dienen.

Geänderter Kickoff und zwei Vorwärts-Pässe

Der Kicker schießt von der eigenen 30-Yard-Linie. Dazu stellen sich die Teams auf der anderen Seite des Feldes an der 35, beziehungsweise 30-Yard-Linie gegenüber auf. Sie dürfen sich alle erst bewegen, wenn der Returner den Ball aufgenommen hat. „Fair Catches“ gibt es nicht. Kickoffs, die kürzer als an der 20-Yard-Linie oder außerhalb der Seitenlinie landen, erlauben dem Return-Team an der eigenen 45-Yard-Linie den Drive zu beginnen.

Vervollständigt ein Team einen Vorwärts-Pass hinter der Line of Scrimmage, darf es ein weiteres Mal nach vorn werfen. Überschreitet der Ball die Line of Scrimmage mit dem ersten Pass, ist kein weiterer Vorwärts-Pass erlaubt. Offenses erhalten so mehr Möglichkeiten mit Trick-Plays und Varianten zu spielen, ohne in Gefahr zu sein, bei einem Rückwärts-Pass den Ball an den Gegner zu verlieren.

XFL will Spieldauer reduzieren

Für jedes Play erhalten Teams nur 25 Sekunden statt der gewöhnlichen 40 Sekunden in der NFL. Will sich der Schiedsrichter ein Play noch einmal in der Wiederholung anschauen, erhält er dafür nur 30 Sekunden Zeit. Die XFL will die Dauer eines Spiels so klar unter drei Stunden halten.

Außerhalb der letzten zwei Minuten einer Hälfte finden wir in der XFL die selben Regeln für das Anhalten der Spielzeit wie in der NFL. Innerhalb der letzten zwei Minuten gibt es einen großen Unterschied. Dort wird die Uhr nach einem vollständigen Play im Feld erst wieder gestartet, nachdem der Ball vom Schiedsrichter für das nächste Play aufgelegt wurde. Daür werden allerdings fünf Sekunden von der „Play-Clock“ genommen.

Extra-Punkte und Overtime

Es wird in der XFL keine geschossenen Extra-Punkte geben. Stattdessen können Teams entscheiden, ob sie für einen, zwei oder drei Punkte nach einem Touchdown gehen möchten. Dazu starten sie ihren Versuch von der gegnerischen Zwei-, Fünf- oder Zehn-Yard-Linie. Für ein erforderliches Comeback sind so bis zu neun Punkte mit einem Touchdown möglich. Wir dürfen also packende vierte Viertel erwarten.

Jedes Team erhält fünf Plays von der gegnerischen Fünf-Yard-Linie. Für jedes Erreichen der Endzone gibt es einen Punkt. Fußballer kennen vergleichbares vom Elfmeterschießen. Das klingt fairer als die NFL-Regel zur Overtime und auch aufregender. Leider werden wir aufgrund veränderter Regeln zum generellen Scoring nur selten in den Genuss einer Overtime kommen. Nur sind kürzere Spiele ja auch von der XFL gewünscht.

Fehlende Stars bedeuten weniger Qualität in der XFL

Die XFL hat keine großen Namen auf dem Feld. NFL-Bankdrücker, wie die Quarterbacks Landry Jones und Connor Cook, sind schon die größten Zugpferde. Talentierte Spieler haben entweder eine lange Verletzungshistorie, wie Defensive Tackle Will Sutton oder waren anderweitig auffällig, wie Wide Receiver Antonio Callaway.

Trotz spannender Regeländerungen, die das Spiel sicherer und dennoch schneller machen, wird die Liga nicht annähernd mit der NFL mithalten können. Aber vielleicht kann sie in der spielfreien Zeit im Frühling den Fans die Wartezeit auf die NFL und College Football verkürzen. Mit der GFL in Deutschland kann sie allemal mithalten.