Das ist Sascha, Soldat der Minnesota Vikings

VWO steht für Viking World Order. Dabei handelt es sich um eine spezielle Fangruppierung der Minnesota Vikings. Sascha Blaufelder, Präsident der Minnesota Vikings Fans Germany e.V., ist das einzige deutsche Mitglied.

Im Interview spricht Sascha über die Bedeutung der Gruppierung, das Aufnahmeverfahren und erklärt, warum sich die Mitglieder der Viking Wolrd Order als Soldaten verstehen.

SCOUTREPORT: Die Viking World Order hat etwa 370 Mitglieder. Was steckt hinter der Fangruppierung?

Sascha Blaufelder: Die VWO wurde 1998 gegründet. Es ist eigentlich DIE Fanbase in Minneapolis, was die Vikings angeht. Die VWO war zum Beispiel maßgeblich daran beteiligt, dass das neue Stadion gebaut wurde. Die Fangruppierung ist wie eine Armee aufgebaut, wir sind die Soldaten der Minnesota Vikings.

SCOUTREPORT: Soldaten?

Sascha Blaufelder: Die VWO ist in Divisionen gegliedert, zum Beispiel Army, Marines, Walküre oder Air Force. Jedes Mitglied hat einen Rang. Nach zwei Jahren bin ich Second Lieutenant, es geht hoch bis zum Five Star General. Je länger du dabei bist, desto höher dein Rang.

SCOUTREPORT: Woher kommt dieser militärische Hintergrund?

Sascha Blaufelder: 90 Prozent der Leute haben gedient, und jeder will seinen militärischen Bereich in der VWO vertreten haben.

Sascha Blaufelder Minnesota Vikings Fans Germany
Sascha Blaufelder, Präsident der Minnesota Vikings Fans Germany e.V. Foto: Sascha Blaufelder

SCOUTREPORT: Hast du denn auch gedient?

Sascha Blaufelder: Ja! Den Grundwehrdienst bei der Bundeswehr hab ich gemacht.

SCOUTREPORT: Wenn es militärische Hierarchien gibt, muss man dann gehorchen, wenn ein Befehl von oben kommt?

Sascha Blaufelder (lacht): Nein. Der Rang zeigt an, wie lange du dabei bist. Und die Leader werden gewählt.

SCOUTREPORT: VWO, Viking World Order… das erinnert an die NWO, die New World Order im Wrestling der 90er mit Hollywood Hogan. Gibt’s da einen Zusammenhang?

Sascha Blaufelder (lacht): Nein, hat damit nix zu tun.

SCOUTREPORT: Darf jeder in die VWO?

Sascha Blaufelder: Ja, du musst allerdings einen Aufnahmeprozess durchlaufen. Du schreibst eine Bio: Wer ist dein Lieblingsspieler, wie bist du Vikings-Fan geworden? Dann muss dich einer der VWO vorschlagen und du kommst in eine Facebook-Gruppe, in der du die Leute kennenlernen kannst. Von den 32 Leadern müssen 25 zustimmen und du bist drin. Anschließend fliegst du in der Regel mal rüber, um die Leute kennenzulernen, zum Beispiel beim Tailgaiting. Dann gibt’s den Patch und im Laufe der Zeit musst du noch ein Tattoo nachreichen, wenn Du es bis zum offiziellen „Knightning“ nicht schaffst.

SCOUTREPORT: Was für ein Tattoo?

Sascha Blaufelder: Ich hab bereits ein Vikings-Tattoo, das wird noch um die Buchstaben „VWO“ erweitert. Gefordert ist entweder das Kürzel „VWO“ oder ausgeschrieben „Viking World Order“. Der Patch ist aber das Erkennungszeichen. Es kann also nicht jeder sagen: „Ich bin dabei.“

Minnesota Vikings Tattoo
Saschas Tattoo wird demnächst noch um „VWO“ erweitert. Foto: Sascha Blaufelder

SCOUTREPORT: Wie bist du reingekommen?

Sascha Blaufelder: Schöne und lustige Geschichte. Zum 30. Geburtstag hab ich von meiner Frau einen Minneapolis-Trip geschenkt bekommen. Über einen Bekannten hab ich Kontakt zu Sir Gunnar hergestellt, der hat mich und meinen Bruder am Flughafen abgeholt und mir Minneapolis gezeigt. Beim Tailgating durfte ich dann viele VWO-Leute kennenlernen und wir sind dann zusammen ins Stadion gegangen, um das Spiel zu schauen – in der ersten Reihe! Dabei hatte ich für diesen Platz gar keine Karte, hätte eigentlich weiter oben und hinten sitzen müssen.

Sir Gunnar, VWO-Mitglied
Sir Gunnar bei einem Spiel der Vikings. Sein Trinkbecher zeigt die Zugehörigkeit zur VWO. Foto: Sascha Blaufelder

Hinweis der Redaktion: Das Interview wurde am 13.5. über den SCOUTREPORT-Instagram-Kanal geführt. Der Text auf scoutreport.de beinhaltet die wichtigsten Aussagen.

Written by Chris Höb
Christian Höb ist Chefredakteur von SCOUTREPORT und moderiert die SCOUTREPORT-Webshow. Chris kommentiert außerdem GFL-Spiele der Berlin Rebels. Er ist freier Sportjournalist.

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