Top 15 Big Board: Meine Nummer 1 ist kein Quarterback

In dieser Woche habe ich mein Top 15 Big Board für Dich vorbereitet – inklusive Kurzprofilen!

15. Tyler Biadasz / Innere Offensive Line, Wisconsin

Endlich geht der Schlüsselspieler einer der besten Offensive Lines der letzten Jahre in die NFL. Als Center oder Guard kann er in Zukunft große Räume blocken. Er ist bei seinem effektiven und konstanten Handeinsatz eine sichere Bank im nächsten Draft, der seinem Team viele gewonnene Matchups bescheren wird.

Technisch ist er so ausgereift, dass er mir manchmal schon zu viel mit seinen weit entwickelten Fähigkeiten spielt. Dabei vernachlässigt er Aspekte im Unterkörper, die ihm dann bei der Kraftübertragung fehlen. Er sollte lieber an seiner Verlässlichkeit im zweiten Level arbeiten und sich mehr auf das verlassen, was er kann. Denn das ist völlig ausreichend für den Anfang.

14. Derrick Brown / Defensive Lineman, Auburn

Seine Verarbeitung ist stark. Er erkennt schnell nach dem Snap den gegnerischen Plan und reagiert mit richtigen Bewegungen und seinen Händen darauf. Für seine wirklich wuchtigen Körpermaße mit 1,96 Meter und 144 Kilogramm spielt er mit einer bemerkenswerten Körperkontrolle und setzt seine dafür hohe Geschwindigkeit in pure Kraft um. Ohne Weiteres kann er in der NFL zwei Lücken penetrieren und so frontal zum Offensive Lineman aufgestellt werden.

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Er wird bei seinen Fähigkeiten als spielintelligenter innerer Verteidiger eingesetzt, der mehr auf Spielkontrolle bedacht ist. Wer einen produktiven „Gap Shooter“ sucht, muss nicht zuletzt aufgrund seiner fehlenden Produktivität woanders fündig werden.

13. Bryce Hall / Cornerback, Virginia

In der Verteidigung von vertikalen Routen ist Bryce Hall ein verlässlicher Spieler. Gegen den Lauf sieht es ähnlich aus. Technisch muss er an sich arbeiten, wenn Receiver sich mit horizontalen Richtungswechseln spritzig von ihm weg bewegen.

12. Kristian Fulton / Cornerback, LSU

Fulton bleibt stets mit seinen Händen auf Tuchfühlung zu gegnerischen Receivern und kann ihre Bewegungen spiegeln. Verzichtet er auf Press Coverage und physischen Handeinsatz, spielt er geduldig und mit flüssigen Bewegungen im Rückwärtsgang. Naht der Ball auf vertikalen Routen, weiß er seine Hände wieder rechtzeitig und gut getimed einzusetzen.
Ich habe in seiner bisherigen College-Karriere kein einziges Matchup erlebt, dass ihn im Spiel konstant geschlagen hat, was bei der Auswahl an gegnerischen Receivern in der SEC schon was heißen will.

Bei Richtungswechseln über 90 Grad verlagert er sein Gewicht zu sehr auf seine Knöchel und kann so nicht schnell genug darauf reagieren. Dies ist eher ein technisches Problem und kann trainiert werden. Gegnerische Teams werden versuchen, ihn durch vertikale Routen mit abrupten Cutbacks zu schlagen, womit sie am Anfang seiner Karriere auch Erfolg haben sollten.

11. Dylan Moses / Linebacker, Alabama

Dylan Moses ist bereits ein überaus physischer Linebacker, der spielintelligent versucht, den Plan des Gegners zu manipulieren. Seine Freude am Spiel ist jederzeit erkennbar. Leider verletzte er sich schwer am Knie und fällt für die restliche Saison aus.

Ob er sich für den Draft anmeldet und ob ihn seine Verletzung in Zukunft negativ beeinflusst, ist derzeit nicht bekannt. Daher sehe ich erstmal keinen Grund, ihn aus meinem Big Board zu streichen oder ihn fallen zu lassen. Das kann sich allerdings noch ändern.

10. Paulson Adebo / Cornerback, Stanford

Seine Grundschnelligkeit und seine flüssigen Bewegungen im Rückwärtsgang erlauben es ihm, behutsam gegen vertikale Ziele zu verteidigen. Adebo wird so gut wie nie von einer abrupt abgestoppten Route übertölpelt.

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In der Vergangenheit lief er auch als Wide Receiver auf, was ihm in Sachen Routen-Erkennung und Lesen des Gegenspielers definitiv hilft und in Spielszenen erkennbar ist. Dazu geht er aggressiv zum Catch Point und versucht stets, zuerst den Ball und nicht den Gegner mit sicheren Fang-Händen zu attackieren.

Manchmal agiert der natürliche Ball-Jäger zu aggressiv, was zu Fehlern führt. Einem zweijährigen Starter auf der Position darf das bei seinen Anlagen passieren. Er vertraut zurecht auf seine bemerkenswerten Fähigkeiten und bietet sogar noch Entwicklungsspielraum.

9. CeeDee Lamb / Wide Receiver, Oklahoma

Mit 1,95 Metern Körpergröße und einem Gewicht von 86 Kilogramm ist Lamb gelistet. Dass er damit über eine Grundathletik für einen schnellen und spritzigen Receiver verfügt, ist anzunehmen. Nebenbei bringt er für Contested Catch Situationen und die Pässe an die Seitenlinie ein sehr hohes Maß an Körperkontrolle mit, um auf engstem Raum effektiv zu agieren.

Tatsächlich würde ich bei ihm sogar eher seine Schnelligkeit in Frage stellen, die man von einem Receiver mit seiner körperlichen Ausstattung eigentlich erwartet.

8. Tristan Wirfs / Offensive Tackle, Iowa

Ich bin sehr beeindruckt von seiner Körperbeherrschung, Körperkraft, Beweglichkeit und Körperhaltung. Mit explosiven Schritten bewegt er sich im Run Blocking voran und ist sicher im zweiten Level. Dabei bietet er trotz seiner Leichtfüßigkeit eine verheerende Kraftübertragung für seine Gegenspieler.

Gegen starke Pass Rusher offenbarten sich in 2018 allerdings einige Schwächen in seiner Reichweite bei der Pass Protection. Hier muss er noch beweisen, dass er sich darin gegenüber dem Vorjahr verbessert hat. Nächste Woche erhält er dazu eine Gelegenheit.

7. Andrew Thomas / Offensive Tackle, Georgia

Er setzt seine Hände effektiv gegen den Pass Rush ein und zwingt seine Gegenspieler einen längeren Weg zum Quarterback einzuschlagen. Gegen den Lauf überträgt er seine Kraft exzellent um die Gegner sogar noch im zweiten Level aus den Run Lanes zu befördern.

Thomas spielt nun sein zweites Jahr als Left Tackle am College und alle bisherigen Leistungen deuten daraufhin, dass man mit einem Draft seines Talents in den Top 10 keinen Fehler machen kann.

6. Justin Herbert / Quarterback, Oregon

Sein überaus entwickeltes Armtalent befähigt ihn alle Teile des Feldes gefährlich anzugreifen. Im Vergleich zu Tua Tagovailoa ist seine Spielverarbeitung momentan noch nicht so weit, wie sich NFL Teams dies wünschen. Kann er sich weiterhin in den mentalen Bereichen des Quarterback Spiels verbessern, was deutlich einfacher zu erlernen ist als Fähigkeiten im Wurfarm, ist er am Ende sogar ein besseres Talent als Tua.

Mehrere Verletzungen hielten ihn bisher davon ab, seit seinem letzten High School Jahr eine komplette Saison gesund durchzuspielen. Das müssen wir bei seiner Bewertung auch berücksichtigen.

5. A.J. Epenesa / Edge, Iowa

Epenesa ist gegen den Lauf ähnlich zuverlässig wie Chase Young. Technisch sehe ich ihn momentan sogar besser, weshalb sein Einfluss bei den Profis in den ersten Tagen höher sein könnte. Fehlende Körperflexibilität, um tief um die Ecke zu rushen, werden seinen Zenit allerdings früher begrenzen, als bei anderen Pass Rushern.

4. Tua Tagovailoa / Quarterback, Alabama

Genauigkeit kannst du nur zu einem geringen Teil durch Training verbessern. Tagovailoa hat bereits mehr als genug davon. Ob gegen Druck oder in einer sauberen Pocket: er bringt seine Bälle auf allen Ebenen des Feldes mit Gefühl, Zip und/oder purer Armkraft in kleinste Passfenster an.

Am Ende der Saison werden wir ihn endlich gegen schwere Gegner sehen. Dann wird sich zeigen, ob die schwache Performance 2018 im Spiel um die Nationale Meisterschaft gegen Clemson eine Eintagsfliege war oder ob er doch Probleme hat, in engen Situationen weiterhin so professionell und akkurat agieren zu können.

3. Grant Delpit / Saftey, LSU

Wenn ihr mich fragt, hat es Delpit verdient, der höchstgedraftete Safety der letzten Jahre zu werden. Seine Spielverarbeitung und Intensität befinden sich jetzt schon auf einem sehr hohen Level. Zeigt die Kurve weiter nach oben, kann er sich zu einem der besten Safeties der NFL entwickeln.

2. Chase Young / Edge, Ohio State

Young gehört definitiv nicht zur Sorte nachlässiger Pass Rusher. Er ist stets darauf bedacht, seine Seite auch gegen den Lauf sicher zu bewachen. Auch gegen den Pass agiert der Edge Verteidiger spielintelligent und kontrolliert. So produktiv kann er bereits für das nächste Level allein mit seiner schieren Athletik sein. Wenn Chase Young seine Techniken im Handeinsatz verbessert, kann er ein ganz besonderer NFL Spieler werden.

1. Jerry Jeudy / Wide Receiver, Alabama

Er verfügt über eine gute Übersicht und eine enorme Beschleunigung, um nach dem Catch für viele Yards zu sorgen. Seine Bewegungen sind abrupt und dennoch sehr dynamisch. Für gegnerische Cornerbacks wirkt es oft wie die berühmte Jagd eines Hundes nach dem flinken Haken schlagenden Hasen.

Dabei zeigt Jeudy auch eine wunderbare Körperkontrolle bei Contested Catches und an der Seitenlinie. Jerry Jeudy fängt sicher den Ball und ist danach kaum noch zu fassen.

Gegen Press Coverage möchten Scouts gern mehr Einsatzzeiten sehen. Momentan können wir noch nicht beantworten, wie gut er darin ist. Als Schwäche kann ihm dies so lange aber auch nicht angelastet werden.

Du hast Fragen zum College Football oder willst Näheres zu den vorgestellten Talenten und Matchups wissen? Dann schreib SCOUTREPORT-Experte Philipp Forstner an draftnerdde@gmail.com oder auf Twitter (@Draft_Nerd_DE).

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Written by Philipp Forstner
Philipp Forstner ist College- und NFL-Draft-Experte bei SCOUTREPORT. Er beobachtet Talente gerne aus der Trainer-Perspektive. Seit 2015 schreibt er für Beardown Germany. Leser kennen ihn auch von draftnerd.de

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