Titans-Wundertüte mit mehr Überraschungen als gedacht

Die Tennessee Titans stehen im Championship-Game der NFL. Ich habe mir vor der Saison zahlreiche Vorschauen und Previews angesehen und angehört. Bei uns in der SCOUTREPORT Show sprachen wir mit den German Titans und waren uns einig: Tennessee ist eine Wundertüte. Aber dass so viel Wunder in der Tüte steckt, hätte ich nicht gedacht.

Stats der Woche: Zahlen zu allen Spielen der Divisional Round

Das Team setzt vor allem auf Running Back Derrick Henry. Der darf pro Playoffspiel 32-mal (!) mit dem Ball laufen, kommt so auf fast 189 Rushing Yards pro Partie. Zum Vergleich: insgesamt kommt das Team auf 209 Lauf-Yards (Playoff-Schnitt).

Dazu kommen gerade einmal 77 Passing-Yards pro Spiel. Kein NFL-Team hat weniger in den laufenden NFL-Playoffs. Die Spielidee scheint klar: Mit Henry und dem Laufspiel die Uhr kontrollieren.

Zu Beginn meines Studiums vor über zehn Jahren kam ich zum ersten mal so richtig mit der NFL in Kontakt. Ich bin mehr und mehr in die Liga eingetaucht. Die Tennessee Titans sind für mich immer ein Team gewesen, dass ich nur so halb auf dem Radar hatte. In den vergangenen Tagen habe ich mich gefragt: Woher kommt das?

Zu einem bestimmten Teil liegt es am sportlichen Abschneiden der Titans. Seit ich die NFL verfolge, waren sie lediglich zweimal in den Playoffs – beide Male flog das Team in der Wildcard-Runde raus. Auch meine Assoziationen mit dem Team-Namen spielen eine Rolle, wie ich vermute.

Laut den German Titans wurde nach dem Umzug der Houston Oilers ein neuer Name für das Team gesucht. Einer, der „Stärke, Führungsqualitäten und andere heldenhafte Eigenschaften“ verkörpern sollte. Für mich verkörpert „Titans“ das aber gerade nicht.

Ich muss immer daran denken, dass Titan Kronos seine Kinder verschlungen hat (finde ich nicht sehr heldenhaft). Kronos und die anderen Titanen wurden von Zeus und den anderen Göttern besiegt und in den Tartaros gesperrt, einen Teil der Unterwelt. Die Titanen haben den Kampf verloren.

Tennessee Titans als Favoritenschreck

Das sind meine Assoziationen mit dem Begriff „Titanen“. Eine persönliche Befindlichkeit, ganz klar. Viele verbinden mit „Titanen“ bestimmt etwas anderes. Ganz egal, was einer mit dem Team in der Regel assoziiert: derzeit dürften es Begriffe wie „Favoritenschreck“ und „Überraschungsteam der Saison“ sein. Das trifft auch auf mich zu.

Reicht es für die Tennessee Titans auch gegen die Chiefs? Kansas City ist sicherlich der Favorit. Aber das waren die New England Patriots und die Baltimore Ravens auch. Sollten beim Griff in die Titans-Wundertüte wieder ein paar Big Plays herauskommen, ist für den Klub auch der Super-Bowl-Einzug möglich.

Chris Höb
Autor: Chris Höb
Christian Höb ist Chefredakteur von SCOUTREPORT und moderiert die SCOUTREPORT-Webshow. Chris kommentiert außerdem GFL-Spiele der Berlin Rebels. Er ist freier Sportjournalist.

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