Vor genau einem Jahr sprach kein einziger Draft Analyst über Joe Burrow. Davor war es Kyler Murray, den vor der Saison alle ignorierten. Immer wieder fliegen Talente unter dem Radar der öffentlichen Wahrnehmung hindurch. Deshalb will ich meine Aufmerksamkeit auf die weniger bekannten Namen vor der kommenden College Football Saison richten. Am Ende meiner Recherchen ist mir sogar noch ein Sleeper Quarterback einer unterklassigen FCS Universität aufgefallen.

Caleb Farley / Cornerback, Virginia Tech

Obwohl Farley in der vergangenen Saison ein wahrer Shutdown-Cornerback gewesen ist und an einem ACC-College spielt, fällt er in der Öffentlichkeit hinter Patrick Surtain Jr. und Shaun Wade zurück. Er verteidigte 2019 zwölf Passversuche und pflückte vier Interceptions. Die beiden größeren Namen brauchten dafür zwei Saisons, auch wenn der Hype um sie berechtigt ist.

Seine elitären Ball Skills stellte Farley also eindeutig bereits unter Beweis. Er wird im Laufe der Saison die Boards der Scouts hinaufklettern und die verdiente Aufmerksamkeit erhalten. Denn der Top-Athlet hat in seiner Entwicklung noch viel Luft nach oben. Trotz der enorm starken Leistungen muss bedacht werden, dass Farley erst nach einer Verletzung 2018 vom Receiver zum Cornerback umschulte.

Marquez Stevenson / Wide Receiver, Houston

In 27 Karriere-Einsätzen kommt Stevenson auf über 2.100 Total Yards und 20 Touchdowns. Dabei wurde der natürliche Ballmagnet zusätzlich bei End Arounds und Laufversuchen aus dem Backfield eingesetzt. Der dynamische Playmaker gilt als die ultimative Allzweckwaffe, wie es sich moderne NFL Offenses wünschen. Er kann auf vertikalen Routen genauso gefährlich auftreten, wie bei Läufen durch die Abwehrreihen hindurch.

Die nötige Aufmerksamkeit erhält er aus zwei Gründen noch nicht. Zum Einen spielt er in keiner Power-5 Conference und zum Anderen ist er ein kaum ausgebildeter Receiver. Trotz seiner hohen Produktivität, kann er nicht als definierter Route Runner mit hohem Spielverständnis angesehen werden. Für einen rein instinktiven Spieler, ist er dafür enorm schwer zu verteidigen.

Warren Jackson / Wide Receiver, Colorado State

Der nächste Receiver von einer Group-of-Five Schule, der noch von sich hören lassen wird. Nach Michael Gallup schickt sich Jackson an, der zweite Receiver in kürzester Zeit von der Colorado State zu werden, der in der NFL Großes leisten kann. Hoch gewachsen verlässt er sich nicht ausschließlich auf seine athletischen Anlagen, sondern hat seine Fähigkeiten bereits relativ sauber ausgearbeitet.

Er ist kein effektiver Route Runner, schafft es aber mit seinem großen Catch Radius oft anspielbar zu sein. 

Drew Himmelman / Offensive Tackle, Illinois State

Als übergewichtiger Tight End fand er im Recruiting Prozess nur wenig Anklang bei den namhaften Colleges. So blieb Himmelman nur der Weg in die FCS an die Illinois State University. Dort entwickelte sich der angeblich 6’10 große und mittlerweile 315 lbs schwere Offensive Tackle zu einem ernstzunehmenden NFL Draft Prospect.

Der sichere Anker in einer der besten Offenses der FCS startete bisher in 35 Spielen. Gegen unterklassige Edge Rusher erlaubte er praktisch keinen Druck und sein erster Runningback James Robinson profitierte von seiner hervorragenden Arbeit im Run Blocking. 1.899 Yards und 18 Touchdowns waren im letzten Jahr Höchstwert in der Football Championship Subdivision. 

Zerrick Cooper / Quarterback, Jacksonville State

Sein Freshman Jahr bestritt Zerrick Cooper für die Clemson Tigers. Hinter Kelly Bryant erhielt er wenig Einsatzzeit, bestach aber mit 25 angekommenen von 41 Passversuchen und zwei Touchdowns. Am Ende der Saison 2017 entschied er sich dem Konkurrenzkampf mit Trevor Lawrence zu vermeiden und zu transferieren.

Trevor Lawrence und weitere großartige Talente im kommenden Draft

Überraschend war jedoch seine Entscheidung, nun für die Jacksonville State Gamecocks in der FCS aufzulaufen. Doch bereits nach dem ersten Jahr attestierten ihm viele Beobachter, die richtige Wahl getroffen zu haben.

Der athletische Dual-Threat Quarterback wirft weitaus genauere Pässe über das Feld als andere mobile Spielmacher in den vergangenen Drafts. In zwei Jahren vervollständigte er 60 Prozent seiner Passversuche und kommt auf 66 Touchdowns, inklusive sechs Rushing Touchdowns.

Persönlich finde ich, dass Zerrick Cooper wesentlich mehr Aufmerksamkeit erhalten sollte und bin gespannt auf künftige Leistungen.