Die Durchführung der College Football Saison hängt aufgrund der Corona-Pandemie am seidenen Faden. Während Spielpläne verändert werden und ganze Divisions den sportlichen Betrieb einstellen, entscheiden sich manche Draft Prospects, die Saison auszusetzen. Die Liste ist sehr prominent. Zwar gibt es ein Konzept für das höchste Level, der FBS, dass wöchentliche Tests und Abstandsregeln vorsieht. Trotzdem ist es niemandem zu verdenken, dass Risiko einer Ansteckung nicht eingehen zu wollen.

Die NFL plant momentan nicht, den Draft nach hinten zu verlegen. Die Talente stehen noch ganz am Anfang ihrer Karriere und haben noch keinen Cent verdient. Allein diese Umstände sind schon Grund genug, vorsichtig zu sein. Jede Entscheidung für ein Aussetzen der Saison ist ganz persönlich und sollte in keinster Weise kritisiert werden.

So äußerte Caleb Farley von der Virginia Tech große Bedenken, dass er unter den derzeitigen Auflagen gesund bleiben könne. Er habe zu lange auf eine NFL Karriere hingearbeitet, um diese nun kurz vor dem Ziel aufs Spiel zu setzen. Auch den Top-Linebacker Micah Parsons aus dem “Happy Valley” plagen Zweifel, weshalb er sich ebenfalls dazu entschloss, seine letzte Saison an der Penn State auszusetzen.

In der Big Ten gibt es weitere große Talente, die sich schon jetzt auf den kommenden Draft vorbereiten wollen und ihre College Karriere vorzeitig beenden. Während die Liste von Tag zu Tag länger wird, habe ich mir einen besonderen Spieler im speziellen angeschaut.

Rashod Bateman / Wide Receiver, Minnesota

Mit elf Touchdowns in der abgelaufenen Saison gilt Bateman ohne Weiteres als Red Zone Threat. In einer großartigen Receiver-Klasse 2021 machen Details den Unterschied aus. Dennoch entschied sich Bateman, “seine Familie und seine Community zu schützen”. Für seinen Ausstieg hat er größten Respekt verdient.

Big Ten Network: Rashod Bateman Opts Out of 2020 Season to Prepare for NFL Draft | Highlights | Big Ten Football

Bateman bewegt sich flüssig und kontrolliert. Am Breaking Point seiner Routen setzt er saubere und spritzige Schritte und löst sich um die entscheidende Armlänge vom Gegenspieler. Nach dem Catch zieht er in vollem Lauf Richtung Endzone. Wohl ausbalanciert und schwierig zu tackeln, ist seine Fähigkeit, Big Plays zu kreieren, die beeindruckendste Eigenschaft.

Im Route Running hat er dazu ein exzellentes Timing zu seinem Quarterback aufgebaut. Mit sicheren Fanghänden bietet er somit auch künftigen NFL Quarterbacks eine ideale und verlässliche Anspielstation. Athletische Einlagen am Catch Point gab es selten am College zu sehen. Bateman hatte dies kaum nötig. Wenn es von ihm verlangt wurde, stand er darin genauso seinen Mann und fing entfernt vom Körper am höchsten Punkt kritische Pässe.

Dies wird in der NFL häufiger von Nöten sein als ihm lieb ist. Für das nächste Level fehlt es ihm an Explosivität und Schnelligkeit um sich weiterhin konstant vom Gegner zu lösen. Nehmen Press Corners ihn in die Mangel, fällt sein Timing im Route Running relativ leicht zusammen. Da muss er in Zukunft physischer agieren und weniger anfällig auftreten.

Natürlich hätte ich gern seine weitere Entwicklung in diesem Jahr verfolgt. Jetzt sehen Scouts und Fans ihn frühestens zum Senior Bowl auf dem Footballfeld wieder. Seine Entscheidung ist zu akzeptieren. Ob sein Aussetzen jedoch seinen Wert für den Draft beeinflusst, ist bei dieser besonderen Receiver-Klasse durchaus möglich. Doch wissen wir noch gar nicht, wie viele der Top-Stars außerdem die Saison aussetzen wollen.