Neue Woche, neues GFL Power Ranking! Experte Erik Seewald (zweimal Eurobowl- und einmal Germanbowl-Sieger) ordnet die Teams der Stärke nach. Das Ranking entspricht Eriks Meinung.

GFL Süd

Platz 1: Schwäbisch Hall Unicorns (Vorwoche: Platz 1)

Die Schwäbisch Hall Unicorns bleiben 2019 eine Klasse für sich. 51:0 heißt es am vergangenen Wochenende gegen die Ingolstadt Dukes. Damit bleiben die Unicorns unangefochten auf Platz 1 im Power Ranking.

Überragend wieder einmal die Defense der Unicorns. Vier Sacks und zwei Interceptions stehen zu Buche. Die Unicorns-Defense lässt im Schnitt nicht einmal einen Touchdown pro Spiel zu (6,44 pro Spiel; PAT mit eingerechnet).

VIDEO: Diese Schwächen haben die Tabellen in der GFL

Platz 2: Frankfurt Universe (Vorwoche: Platz 2)

Die Frankfurt Universe fahren bei den Allgäu Comets den nächsten Pflichtsieg ein. Nach punktlosem ersten Quarter starten die Universe durch. 24 Punkte im zweiten Viertel schocken die Comets, die erst im vierten Quarter ihre ersten Punkte erzielen können (Endstand 34:7).

Frankfurt Universe
Foto: Frankfurt Universe

Universe bliebt ärgster Verfolger der Schwäbisch Hall Unicorns. Am 27. Juli geht es für die Frankfurter gegen die Kirchdorf Wildcats.

Platz 3: Marburg Mercenaries (Vorwoche: Platz 4)

Riesenschritt für die Marburg Mercenaries in Richtung Playoffs. Nachdem die Saison mit drei Niederlagen begonnen hatte, fahren die Mercenaries gegen die Stuttgart Scorpions den vierten Sieg in Serie ein und überholen damit den Gegner vom Wochenende im Power Ranking (Endstand 52:14). Nach durchwachsenem ersten Viertel ziehen die Mercenaries davon und lassen keine Punkte mehr zu.

Marburg Mercenaries
Foto: Marburg Mercenaries

Platz 4: Stuttgart Scorpions (Vorwoche: Platz 3)

Die Stuttgart Scorpions sehen gegen die Marburg Mercenaries kein Land und müssen sich deutlich geschlagen geben (14:52). Damit fallen die Scorpions auch im Power Ranking auf Platz 4 zurück.

Durch die hohe Niederlage verlieren die Scorpions auch den direkten Vergleich, was sich im Rennen um die Playoffplätze noch als wichtig erweisen könnte. Für die Scorpions ist die Sommerpause kurz. Schon am 13. Juli geht es gegen die Munich Cowboys, die auch noch ein wenig Hoffnung auf die Playoffplätze haben.

Platz 5: Kirchdorf Wildcats (Vorwoche: Platz 6)

Knapper Sieg für die Wildcats. Durch ein geblocktes Fieldgoal 32 Sekunden vor Schluss verhindert Kirchdorf noch die Niederlage (19:18). Dabei perfektionieren die Wildcats eine „bend, but not break“-Defense. Fünfmal zwingt das Team die Munich Cowboys dazu, ein Fieldgoal zu versuchen, verhindert den Touchdown. Das entscheidende Fieldgoal wird geblockt.

Kirchdorf Wildcats
Foto: Kirchdorf Wildcats

Platz 6: Munich Cowboys (Vorwoche: Platz 5)

Wieder kostet ein verschossenes Fieldgoal die Munich Cowboys den Sieg. Wie schon am vergangenen Spieltag verlieren die Münchner, weil sie ein entscheidendes Fieldgoal aus 42 Yards (die gleiche Distanz wie vergangene Woche) nicht verwandeln können. Die dritte Niederlage in Serie ist dann nicht mehr zu verhindern (Endstand 18:19).

So bitter diese Niederlagen gegen direkte Konkurrenten um das Playoffrennen auch sind, umso mehr müssen die Cowboys das freie Wochenende nutzen, um sich zu regenerieren.

Platz 7: Allgäu Comets (Vorwoche: Platz 7)

Eine Niederlage mit Konsequenzen. Deutlich müssen sich die Allgäu Comets den Frankfurt Universe geschlagen geben. Am Ende heißt es 7:34. Mit nur einem Sieg aus sechs Spielen gehen die Comets in die Sommerpause.

Allgäu Comets
Foto: Allgäu Comets

Nach dem Spiel entlassen die Comets Headcoach Jeff Scurran. Wie schon im vergangenen Jahr übernimmt Hesham Khalifa die Mannschaft zur Saisonmitte. Khalifa hat nun zwei Wochen Zeit, die Mannschaft auf das wichtige Spiel gegen die Ingolstadt Dukes vorzubereiten. Das Hinspiel hat Allgäu knapp gewonnen (28:26), sodass der Verlierer dieses Spiel wahrscheinlich in die Relegation muss.

Platz 8: Ingolstadt Dukes (Vorwoche: Platz 8)

Keine Chance für die Ingolstadt Dukes. Auch im siebten Saisonspiel hagelt es eine herbe Niederlage. Gegen Meister Schwäbisch Hall sehen die Männer um Quarterback Cory Benedetto kein Licht (Endstand 0:51).

Ingolstadt Dukes
Foto: Ingolstadt Dukes

Trotz aufopferungsvoller Leistung bei sengender Hitze stehen am Ende null Punkte auf Seiten der Offense. Die Dukes versuchen vieles, allerdings finden nur sieben von 35 Pässen ein Ziel. Für Ingolstadt geht es am 13. Juli um Alles. Im Abstiegsduell mit den Allgäu Comets könnte schon entschieden werden, wer in die Relegation muss.

GFL Nord

Platz 1: New Yorker Lions Braunschweig (Vorwoche: Platz 1)

Die New Yorker Lions Braunschweig hatten spielfrei und sind schon in der Sommerpause. Erst am 27./28. Juli (genauer Termin ist noch offen) greifen die Lions wieder ins Geschehen ein. Dann steht das Rückspiel gegen die Berlin Rebels an.

Lions Braunschweig
Foto: Lions Braunschweig

Platz 2: Hildesheim Invaders (Vorwoche: Platz 2)

Pause auch für die Hildesheim Invaders. Der Klub bleibt in Lauerstellung und wird die Sommerpause auf Platz 2 im Power Ranking verbringen. Am 27. Juli empfangen die Invaders die Kiel Baltic Hurricanes.

Platz 3: Dresden Monarchs (Vorwoche: Platz 3)

Mit einem Sieg in die Sommerpause. Im adligen Duell der GFL Nord gewinnen die Dresden Monarchs gegen die Potsdam Royals mit 33:13. Ausschlaggebend für den Sieg ist ein starkes zweites Quarter der Monarchs.

Dresden Monarchs
Foto: Dresden Monarchs

Mit dem Sieg verteidigen die Monarchs den dritten Platz im Power Ranking. Auch für Dresden geht es nun in die Sommerpause. Am 27. Juli müssen die Dresdner zu den Düsseldorf Panthern.

Platz 4: Potsdam Royals (Vorwoche: Platz 4)

Chance verspielt. Nach gutem Auftakt müssen sich die Potsdam Royals den Dresden Monarchs geschlagen geben (Endstand 13:33). Damit holen die Royals nur einen Punkt aus den letzten vier Spielen. Trotzdem verteidigen die Royals vor der Sommerpause ihren Platz im Power Ranking aufgrund des direkten Vergleichs mit den Berlin Rebels.

Die Royals müssen die Pause nutzen, um zu alter Stärke zurückzufinden. Wenn Potsdam am 27. Juli auf die Cologne Crocodiles trifft, wird der letzte Sieg in der GFL fast zweieinhalb Monate her sein. Wenn es für die Playoffs reichen soll, ist ein Sieg Pflicht.

 Platz 5: Berlin Rebels (Vorwoche: Platz 5)

Die Berlin Rebels gewinnen auch in Köln und bleiben ärgster Verfolger auf einen Playoffplatz in meinem Power Ranking. Die Rebels schlagen die Crocodiles 27:0 Einen besonderen Anteil daran hat Linebacker Rory Johnson (neun Tackles, zwei Tackles for Loss).

Berlin Rebels
Foto: Berlin Rebels

Die Berliner setzen Kölns neuen Quarterback Jarred Evans heftig unter Druck und halten ihn bei 142 Passing Yards, zwei Interceptions und zwei Sacks. Wie für alle GFL-Nord Teams haben die Rebels jetzt Sommerpause bis zum Spiel gegen Spitzenreiter Braunschweig (27./28. Juli, genauer Termin noch offen).

Platz 6: Cologne Crocodiles (Vorwoche: Platz 6)

Nächster Rückschlag für die Cologne Crocodiles. Trotz der Verpflichtung von Quarterback Jarred Evans als Reaktion auf den Ausfall von Conor Miller gibt es für die Crocodiles keine Punkte, weder in der Tabelle noch auf der Anzeigetafel (0:27 gegen die Berlin Rebels).

GFL Power Ranking von Erik Seewald
GFL-Experte Erik Seewald. Foto: Sonja Matysiak Photography

Die Offense ist nach einer Trainingswoche noch nicht eingespielt und kann 204 Offense Yards nicht in Punkte umwandeln. Die Crocodiles müssen in den kommenden Wochen wieder in die Spur finden. Am 27. Juli warten die Potsdam Royals.

Platz 7: Kiel Baltic Hurricanes (Vorwoche: Platz 7)

Wichtiger Sieg im Abstiegskampf. Die Kiel Baltic Hurricanes setzen sich in einer Hitzeschlacht gegen die Düsseldorf Panther durch (20:10). Dabei holen die Hurricanes einen Zehn-Punkte-Rückstand auf. Mit nur neun First Downs und über 100 Offense Yards weniger als der Gegner entscheiden die Kieler das Spiel für sich.

Mann des Spiels ist Quarterback Jake Purichia, der für alle drei Touchdowns der Kieler verantwortlich ist (zwei Passing Touchdowns, einen Rushing Touchdown).

Platz 8: Düsseldorf Panther (Vorwoche: Platz 8)

Keimt da etwas Hoffnung bei den Panthern? Mit 10:0 führen die Düsseldorf Panther gegen die Kiel Baltic Hurricanes. Auch sonst machen die Düsseldorfer vieles richtig – nur leider zu wenig Punkte, gar keine mehr in der zweiten Hälfte. Am Ende verlieren sie 10:20. Dabei zeigt die Offense eigentlich eine gute Leistung (380 Offense Yards und 22 First Downs).

Panther Düsseldorf
Foto: Düsseldorf Panther

Trotz des besseren Spiels der Panther entlassen die Düsseldorfer ihren Headcoach John Leijten. In der Sommerpause wird Interminscoach Tim Johnson das Team auf den Rest der Saison und die wahrscheinliche Relegation vorbereiten. Am 27. Juli erwarten die Panther die Dresden Monarchs.

In dieser Woche hat die GFL spielfrei. Das nächste GFL Power Ranking erscheint am 17. Juli.

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Erik Seewald
Erik Seewald ist der Taktik-Experte von SCOUTREPORT – Das American Football Magazin und ist für die Berichterstattung über die GFL zuständig. Er ist seit über einem Jahrzehnt für die Berlin Adler tätig – erst als Spieler, später als Statistiker und Coach. Mit dem Team holte er zweimal den Euro Bowl und einmal den German Bowl.