SCOUTREPORT – Das American Football Magazin präsentiert die NFLinfo als Artikel. Hier schreiben Fans, um euch über die Geschehnisse bei ihren Lieblingsteams zu informieren. In der heutigen Ausgabe geht es vor allem um das Statement von Brian Flores, Gerüchte und Gedankenspiele.

NFL News

Und täglich grüsst das Murmeltier. Nach dem die Amerikaner mit 105’000 Toten bei der Corona-Epidemie mit großen Problemen zu kämpfen hatten, folgt das nächste Übel. Amerika befindet sich seit einigen Tagen in einer Art Anarchie. Nach der Tötung von Georg Floyd (R.i.P.) gingen hunderttausende Amerikaner auf die Straßen, um gegen Rassismus und gegen Polizeigewalt an Dunkelhäutigen zu demonstrieren. Leider nutzten diese Menschenmassen einige Amerikaner zu ihren eigenen gunsten. Es entstanden Raubzüge und Verwüstungen von Privateigentum im ganzen Land. Die Polizei wirkt überfordert und verhält sich leider nicht gerade lehrbuchmäßig.
Auch die Owner und Spieler der NFL äußerten sich zu diesen Vorfällen über die sozialen Netzwerke und sprachen sich gegen Rassismus, Diskriminierung und Polizeigewalt aus.

Das die NFL selber nicht gerade mit einer weißen Weste dasteht, zeigen die Diskussionen rund um Colin Kaepernick und zuletzt auch wieder um die kleine Anzahl an dunkelhäutigen Head Coaches (nur gerade drei in der letzten Saison). Brian Flores, dunkelhäutiger Head Coach der Miami Dolphins, hat sich in einem eindrücklichen Statement zu der Situation rund um die NFL und auch um den Tod von Georg Floyd geäußert. Einen Ausschnitt dieses Statements möchte ich euch nicht vorenthalten, bevor wir zu den Teamnews übergehen. Black lives matter!

“Zuletzt habe ich Gespräche darüber geführt, wie man Teams dazu anregt, Minderheiten einzustellen. Wieder gab es einige Empörung in den Medien und in den Gesprächen, dass dies zu einer Spaltung zwischen Trainern, Führungskräften und Eigentümern führen würde. Ich spreche diese Situationen an, weil ich nicht die gleiche Empörung von Menschen mit Einfluss gesehen habe, wenn sich die Gespräche um Ahmaud Abrey, Breonna Taylor und zuletzt um George Floyd wenden. Viele Menschen, die ihre Meinung zum Knien oder zur Einstellung von Minderheiten äußern, scheinen keine Meinung zu den jüngsten Morden an diesen jungen schwarzen Männern und Frauen zu haben. Ich denke, viele von ihnen sagen leise, dass es eines der schrecklichsten Dinge ist, George Floyd um Hilfe bitten zu sehen. Aber es wird untereinander gesagt, wo niemand etwas hören kann. Es ist nicht wichtig genug, diese Meinung zu verbreiten.” – Brian Flores

Des Weiteren wurde gestern Abend noch bekannt, dass die Teams ihre Training Camps auf ihrem Gelände abhalten sollen. Für Teams wie die Packers ändert sich nichts, aber die Cowboys beispielsweise, die nach Kalifornien reisen wollten, müssen ihre Pläne jetzt abändern. Manche Teams müssen auch erst einmal „anbauen“, weil ihre Einrichtungen nicht auf die große Zahl an Personen ausgelegt ist.

AFC

AFC EAST

Buffalo Bills (Sebastian, @seppmaster56)

Es gibt wenig neues im State New York. Die besten Nachrichten für die Fans gab es auf Social Media. Dort posteten zahlreiche Spieler Eindrücke eines gemeinsamen Trainings. Mit dabei waren neben Quarterback Josh Allen und dem Neuzugang Stefon Diggs auch Rookie QB Jake Fromm, QB Matt Barkley, Rookie Wide Receiver Gabriel Davis, Tight End Dawson Know, Running Back Devin Singletary und Offensive Lineman Dion Dawkins. Sie alle trainierten gemeinsam in South Florida und arbeiten somit schon an der Chemie auf dem Platz. Die Bills Mafia wird es freuen.

Miami Dolphins (Jessica, @footballjessy)

Die wichtigste Sache der letzten Tage im Dolphins-Kosmos war die oben (übersetzt) zitierte Aussage von Headcoach Brian Flores, die sehr viele Dinge anspricht, die bestimmte Personen in höheren Positionen ignorieren und verdrehen, anstatt eben auch Menschen wie Flores zu hören, die entsprechende Erfahrungen erleben mussten.

Sportlich geht es derzeit nur um hypothetische Diskussionen. Da ist beispielsweise die Frage ob und wenn ja, wann der QB-Tausch geschieht. Da Tua aus einer schweren Verletzung kommt ist ein früher Wechsel unwahrscheinlich, aber wie sieht es später aus? Ob man einen QB früh ins Wasser werfen sollte oder erstmal ein Lehrjahr auf der Bank geben sollte, ist ja oft eine Glaubensfrage, beides hat positive und negative Beispiele. Da die Dolphins aber unter keinem kurzfristigen Erfolgsdruck stehen und Fitzpatrick vergangene Saison keinen Anlass für Zweifel bot, wird man wohl eher nichts überstürzen.

New York Jets (Basti, @GGG_Basti)

Gestern war der 01. Juni. Und das ist das Datum, an dem der größte Free Agency Bust der New York Jets Geschichte endgültig beendet wurde. 

CB Trumaine Johnson ist mit dem deklarierten June-1-Cut, der am 18. März verkündet wurde, nun endgültig aus den Büchern gestrichen und dies gibt den Jets satte elf Millionen an Cap Space zurück. Möglicherweise wird dieses Geld noch in eine Neuverpflichtung reinvestiert. Zumindest ist es jetzt wieder offiziell zur freien Verfügung. 

Der neue Backup QB der Jets heißt Joe Flacco. Der 35-jährige Veteran und Super Bowl MVP von 2013 erklärte, dass er dazu bereit ist, die Rolle des Mentors für Sam Darnold zu übernehmen.

Sein Einjahresvertrag bringt ihm 1,05 Millionen Dollar Base Salary bei 550.000 Dollar garantiertem Geld. Flacco zählt mit 1,34 Millionen Dollar gegen das Salary Cap. 

New England Patriots (Lukas, @FichtenMoped_W)

AFC North

Baltimore Ravens (Jonas, @simon19481)

Cincinnati Bengals (Olli, @The_Wall13)

In Cincinnati verstrich eine ereignislose Woche, wobei es jedoch Bemühungen gibt, dass Joe Burrow, A.J. Green, Auden Tate und andere Spieler versuchen einen Ort und eine Zeit für ein gemeinsames Workout zu finden. Dem neuen Rookie-Quarterback kommt hier die Rolle des Leaders zu. Probleme sind wie nicht anders zu erwarten die Corona-Beschränkungen die das Reisen erschweren und die Tatsache, dass die Spieler in den USA verteilt sind. 

Cleveland Browns (@piefke_96)

Die Cleveland Browns haben am 1. Juni ihre Facility in Berea für eine limitierte Anzahl an Mitarbeitern wieder geöffnet. Spieler und Trainern ist es allerdings noch nicht gestattet, die Gebäude zu betreten. Sie nehmen weiter am virtuellen Offseason Programm teil.
Ansonsten gibt es aus sportlicher Sicht aus Cleveland nichts Neues zu berichten.

Pittsburgh Steelers (Andreas, @Kaliba1893)

Nachdem die Geschäftsstelle des sechsmaligen Super Bowl – Siegers mit Beschränkungen geöffnet hat, steht dem Trainingsstart nichts mehr im Weg. Der Gouverneur von Pennsylvania Tom Wolf (Dem.) hat den Pittsburgh Steelers eine Trainingsfreigabe erteilt. 

AFC South

Houston Texans (Toffi; @TexansNationDACH)

Der aktuelle Focus liegt auf dem Teambuilding und deren Entwicklung. OC Tim Kelly wird das Play Calling übernehmen wurde nochmal betont. Er möchte die RB´s David und Duke Johnson ins Passspiel verstärkt mit einplanen. 

 Um Cap Space frei zu bekommen wurde der Vertrag von Guard Zach Fulton restructured. In seinem alten Vertrag hätte er 7 Mio $ in den letzten beiden Jahren ohne Garantien bekommen. Sein neuer Vertrag ist statt der 14 Mio $ nur noch 9 Mio wert. Davon sind aber 5 Mio im ersten Jahr garantiert.Man spart durch die Umstellung 5 Mio Grundgehalt über die 2 Jahre.

Mit dem freigemachten Geld wird man an den Verträgen der verbleibenden Rookies (Blacklock, Reid, Coulter) arbeiten. Auch die Verträge von Timmy Jernigan und Bradley Roby sind aufgrund des fehlenden physical noch nicht aktiv in den Büchern. Man arbeitet auch am Vertrag von Deshaun Watson.

Ein weiterer Vertrag welcher viel Geld schluckt und nochmal zu überarbeiten wäre ist der von J.J. Watt. Das sieht er aber nicht so. Im Chronicle erklärte er dass es nicht der richtige Zeitpunkt ist. Er will beweisen das er seine 15,5 Mio in der kommenden Saison wert ist. Im Falle einer Verletzung kann er, je nach Zeit des Ausfalls, viel Geld verlieren. Es gibt kein garantiertes Geld in seinen letzten 2 Jahren. 

Es gab auch noch Coaches Verpflichtungen. Mit Curtis Goodwin und Kevin Clark verstärkt man sich im Feld der Analyse. 

Indianapolis Colts (@ColtsNewsGER)

Offensive Coordinator Nick Sirianni hat bekannt gegeben, dass die Reha von Wide Receiver Parris Campbell sehr gut verläuft und dieser schon seit zwei Monaten voll trainieren kann. Campbell, der letztes Jahr von der Ohio State gedraftet wurde hatte eine absolut verrückte Rookie Saison: Er erlitt vier Verletzungen und musste dreimal operiert werden.

Außerdem ließ man durchblicken, dass man weiterhin auf Tight End Mo Alie-Cox setzen wird. Er wird seine Rolle vor allem als zusätzlicher Blocker finden.

Jacksonville Jaguars (Friedrich, @bcb_germany)

Wenig los in Duval County. Zum ersten Mal trat der neue Offensive Coordinator, Jay Gruden, vor die Presse. Er freut sich auf die Zusammenarbeit mit Gardner Minshew und mit den jungen, talentierten Wide Receivern. Aus seiner Sicht ist Rookie WR Laviska Shenault die ideale Ergänzung zu DJ Chark, der letzte Saison mit über 1.000 yards und 8 gefangenen TDs aufhorchen ließ. Außerdem hat Minshew ein Trainings-Video veröffentlicht: er sieht so stark aus, dass eine Hall of Fame Karriere vorgezeichnet ist.

Tennessee Titans (@GermanTitans_EV)

AFC West

Denver Broncos (Jonas, @JonasDerksen)

Drew Lock war im „Zapped“ Podcast von Bob Menery zu Gast und hat sich dort erstmals öffentliche zur Aussage von Flacco, dass dieser nach Denver gewechselt ist um Spiele zu gewinnen und nicht, um einem jungen Quarterback zu helfen, geäußert. Dabei zeigte Lock Verständnis für die Aussage des 35 Jährigen Quarterbacks und dementierte gleichzeitig die Vorurteile, dass Flacco ihn nicht im Locker Room unterstützt hätte beziehungsweise ihm dabei geholfen hätte, sich auf seine ersten Spiele vorzubereiten. 

Außerdem wurden innerhalb der Franchise einige Personaländerungen vorgenommen. Matt Russel ist nun der Vice President of Player Personnel, Mark Thewes der Vice President of Football Operations and Compliance und Darren Mougey wurde als Assistant Director of College Scouting befördert. 

Auch in der Analytics Abteilung gab es einige Veränderungen. Karl Schreiner (Director of Football Information Systems), Scott Flaska (Senior Manager of Football Analytics), Richard Hildenbrand (Senior Software Engineer) und Emily Kuehler (Data Scientist) wurden am Freitag als neue Mitarbeiter vorgestellt.

Kansas City Chiefs (Andri, @toender1)

Eine weitere Woche nichts los im Bundesstaat Missouri. Die Rookies haben ihre Verträge noch nicht unterschrieben und auch rund um Chris Jones gibt es keine News. Die Vertragsverhandlungen mit Patrick Mahomes wurden jedoch aufgenommen. Spätestens in einem Jahr werden wir wohl Zeuge einer der größten Verträge in der NFL-Geschichte sein.

Las Vegas Raiders (Philip, @phlp93)

Vegas, Baby! Der Umzug der Raiders von Oakland nach Las Vegas könnte schneller vollzogen werden, als bisher vermutet. Die Franchise überlegt ihr Trainingscamp von Napa in Kalifornien in das neue Headquarter nach Henderson, Nevada zu verlegen. Bisher war geplant, erst nach dem Camp den Umzug zu vollziehen. 

Noch im letzten Jahr betonte Raiders-Besitzer Mark Davis, dass er sich auch nach dem Umzug nach Vegas vorstellen könnte, das Trainingscamp weiterhin in Napa abzuhalten. Einige Spieler wurden bereits in der Nähe von Las Vegas gesichtet. In einem YouTube-Video des offiziellen Kanals von Quarterback Derek Carr ist zu sehen, wie er mit seinen Wide-Receivern (WR) Zay Jones und Hunter Renfrow, sowie mit Tight-End (TE) Darren Waller in einem Park nahe Vegas ein paar Drills lief. Aufgrund der Covid-19 Pandemie sind derzeit die Headquarters noch geschlossen, weshalb die Spieler bisher gezwungen waren, ein virtuelles Trainingsprogramm zu absolvieren.

Am Donnerstag gaben die Raiders bekannt, dass TE Paul Butler unter Vertrag genommen wurde. Butler war Free Agent und bereits 2018 und 2019 bei den Raiders unter Vertrag.

First-Round Pick Henry Ruggs III wurde bei einem Umzug eines Freundes verletzt und entgang laut amerikanischen Medien nur knapp einer schweren Verletzung. Auf dem WR ruhen in der kommenden Spielzeit die Hoffnungen der Raiders-Offense.

Los Angeles Chargers (Sebastian, @seppmaster56)

Die Chargers haben ein bekanntes Gesicht zurückgeholt. Defensive Tackle Damion Square spielt seit 2014 für die Chargers und war in den letzten vier Jahren mit jeweils mindestens 300 Snaps ein wichtiger Rotationsspieler. In diesem Jahr wird er wohl ähnlich viel Spielzeit bekommen, denn er ist bisher der einzige Backup von Neuzugang Linval Joseph.

In der Reihe dahinter wird Kenneth Murray eingesetzt. Der 23. Pick des aktuellen Drafts wurde jetzt von Chargers-Legende Shawne Merriman geadelt, der von 2005 bis 2010 dieselbe Nummer 56 trug wie sie Murray tragen wird. „Murray läuft durch die Gegenspieler. Wenn man diese explosiven Bewegungen sieht, wie er Spieler stoppt, zu den Tackles strömt und unnachgiebig ist, glaube ich daran, dass er einer der besten auf diese Position sein wird. Das ist, was ich in ihm aktuell sehe, auch wenn der Sprung vom College in die NFL ein großer ist. Er wird ein Star in der NFL sein“, lobt Merriman.

Lob gibt es auch für Right Tackle Bryan Bulaga für seinen neuen, alten O-Line Coach James Campen bei den Chargers. Der Neuzugang kennt ihn aus seiner Zeit bei den Green Bay Packers, wo Campen Bulaga acht Jahre lang trainierte. „Ich denke, dass Coach Campen ein außergewöhnlicher Coach und Mensch ist. Das Beste an ihm ist, dass er die Menschen so lässt wie sie sind und ihnen Zeit gibt sich zu entwickeln“, sagt Bulaga.

NFC

NFC East

Dallas Cowboys (Patrick, @kampfokapi)

In Dallas gab es in der letzten Woche nicht viel zu berichten, was sportlich relevant wäre. Einzig der freiwerdende Cap Space durch den Rücktritt von Travis Frederick ist erwähnenswert. Durch die Platzierung von Frederick auf der Retired List werden für die Cowboys etwa sieben Millionen Dollar zur Verfügung frei.

New York Giants (Emil, @schnapke/ @GiantsGER)

Sportlich gibt es in East Rutherford New Jersey keine neuen Entwicklungen. Einzig die News, dass Running Back Saquon Barkley und Defensive Tackle Dexter Lawrence es in NFL.com All-Under 25 Team geschafft haben und das Cornerback DeAndre Baker eine richterliche Erlaubnis bekommen hat für für seine Arbeit zu reisen machte die Runde.  

Die Nacht auf Sonntag “ war eine lange und hässliche Nacht im ganzen Land” so New Yorks Gouverneur Cuomo. Denn auch der Big Apple war von den Protesten, die nach dem grausamen Tod von George Floyd losgetreten wurden, betroffen. 

Philadelphia Eagles (Jessica, @footballjessy)

Wie gefühlt jedes Jahr gibt es auch in dieser Off Season Spekulationen um LeSean „Shady“ McCoy und eine Rückkehr nach Philadelphia, wo er bis 2014 6 Jahre lang spielte und zum all-time leading Rusher wurde. Tackle Lane Johnson sprach in seinem neuen Podcast „Outside The Lane“ im Gespräch mit Wide Receiver DeSean Jackson klar für eine Rückkehr aus. “Hey, I wanna see it […] You already know how I feel.”

Auch Devonta Freeman wurde in den letzten Tagen bei den Eagles als Neuzugang gehandelt, allerdings ist es fraglich ob er sich sportlich als auch finanziell mit einer Backup-Rolle zufrieden gäbe.

Washington Redskins  (Jonas, @simon19481)

NFC North

Chicago Bears (Alex, @shuric8)

Roosevelt „Rosey“ Taylor ist im Alter von 82 Jahren verstorben. Er spielte 1961-1969 auf der Position des Safetys für die Chicago Bears. In dieser Zeit verpasste er kein einziges Spiel. Er wurde in den Jahren 1963 und 1968 in den Pro Bowl gewählt. Zum 100 Jährigen Team Jubiläum wurde Taylor auf Platz 56 der besten Bears Spieler aller Zeiten gesetzt. Zum Ende seiner Karriere lief er 1969-1971 für die San Francisco 49ers und 1972 für die Washington Redskins auf. Sein letztes Spiel bestritt er mit den Redskins bei der Super Bowl VII Niederlage gegen die Miami Dolphins.

Detroit Lions (Manuel, @_ManDet_)

Auch in Detroit gab es in dieser Woche keine personellen Neuigkeiten.

Der Weggang des meist auf sehr hohem Niveau spielenden Punter Sam Martin wurde von vielen Fans mit Kopfschütteln und Verwunderung aufgenommen. In einem Interview gab er nun bekannt, dass ihm zwar ein Vertrag zur Rückkehr vorlag, er sich jedoch für das höhere Angebot der Denver Broncos entschied. Die Lions waren wohl nicht bereit, die von Denver bezahlten mehr als $7 Mio. für einen Punter zu entbehren.

Eine weitere interessante Personalie ist LT Taylor Decker, der in die letzte Saison seines Rookie-Vertrags kommt. Der Erstrundenpick aus 2016 dürfte zu einem der besseren LT der Liga gehören und hat bereits erste Anzeichen der Lions erhalten, dass diese gerne mit ihm verlängern würden. Decker hingegen gab bekannt, dass er sich aktuell nicht auf die vertraglichen Verhandlungen konzentriere. Man darf gespannt sein, ob sich in dieser Angelegenheit noch etwas während der Offseason bewegt.

Green Bay Packers (Max, @KaesekopfDE)

In Green Bay hat sich RB Aaron Jones vorgenommen, ein “lifelong Packer” zu werden. Dies setzt aber erstmal voraus, dass er überhaupt einen zweiten, großen Vertrag angeboten bekommt. Das sieht zwar nach aktuellem Ermessen ganz gut aus, aber sicher ist hier nichts (und der Vertrag hängt auch von der Performance des aktuellen Draft Picks aus Runde 2 ab). 

Außerdem waren die Packers unter Ex-Coach McCarthy für lange Play Calls bekannt. LaFleur hat mit dieser Tradition gebrochen und fasst seine Calls recht kurz zusammen. Als Folge trug Rodgers letztes Jahr zum ersten Mal in seiner Karriere ein “wristband” ums Handgelenk mit wichtigen Spielzügen drauf, das er auch diese Saison tragen wird.

Darüber hinaus hat LaFleur sich äußert positiv über seinen neuesten Angestellten, den Secondary Coach Jerry Gray (von den Vikings) geäußert. Er sei “super impressed” und er sei ein wichtiger Zuwachs für das Coaching Team. 

Weniger wichtig, aber nicht weniger schön: Linebacker Ty Summers hat geheiratet und hat jetzt auch noch einen sehr süßen Hund. Oh, und er will natürlich wieder ins Team.

Das Thema der Woche in der Defense: Defensive Coordinator Mike Pettine grämt noch über die Niederlage gegen die 49ers und verordnet seinem Teil des Teams eine Lektion in “gap control”. 

Minnesota Vikings (Jonas, @JonasStaerk)

NFC South

Atlanta Falcons (@alesantoz)

1.6.2020 – Ein wichtiges Datum

10,75 Millionen Dollar sind nämlich an diesem Tag im Cap Space frei geworden. Der Vertrag von Veteran Cornerback Desmond Trufant, der mittlerweile bei den Detroit Lions untergekommen ist, sah das noch vor.

Holt man sich dafür jetzt Ersatz im Defensive Backfield?

Die Atlanta Falcons könnten einige gute Talente in ihrer Secondary verzeichnen. Vor allem Jungs, die bereit sind, einen Ein-Jahres-Vertrag zu unterzeichnen, um mit einer soliden Saison in diesem Jahr ihren Free-Agent-Status für das nächste Jahr zu verbessern.
Die Falcons haben mit den Safeties Keanu Neal, Damontae Kazee und dem jungen Cornerback-Trio A.J. Terrell, Kendall Sheffield und Isaiah Oliver einen sehr talentierte Secondary. Obwohl dieses Trio von Cornerbacks in der Tat sehr viel versprechend ist, wäre eine Verpflichtung eines Veteranen für die Entwicklung dieser Jungs sehr förderlich, und die Falcons bräuchten nicht die Bank zu sprengen, um einen solchen Spieler ins Spiel zu bringen.

Cornerback Aqib Talib von den Denver Broncos und Corneberback Tramon Williams von den Green Bay Packers befinden sich Gerüchte zu Folge im Fokus der Falcons. Beide haben in der NFL Erfolg gehabt. Eine solche Präsenz in der Nähe dieser jungen Leute könnte Wunder für ihre Entwicklung bewirken.

Carolina Panthers

New Orleans Saints (Raphael, @whodat_germany)

Eine weitere Off-Season Woche zieh ins Land, ohne dass die Saints für große Schlagzeilen auf sich aufmerksam gemacht haben. Es gab nur eine weitere Verpflichtung für die Offensive Line und die Pre-Season Spiele wurden terminiert. Lediglich ein Gerücht wollen wir mit euch teilen, es handelt sich um den Defensive End Jadeveon Clowney. Letztes Jahr spielte er eine gute Season bei den Seattle Seahawks, konnte sich dort aber nicht auf einen langfristigen Vertrag einigen. Aktuell ist es ein Free Agent und auch von seinen ursprünglichen Gehaltsvorstellungen von 20 Millionen Dollar abgewichen. Da wir nur noch zehn Millionen US-Dollar für die kommende Season zur Verfügung haben, sehen wir nur eine kleine Chance, dass Jadeveon Clowney den Weg nach New Orleans finden wird. Herzlich Willkommen wäre er trotzdem.

Tampa Bay Buccaneers

NFC West

Arizona Cardinals (Sebastian, @GermanBirdgang)

Die Cardinals haben am 1.6. CB Sojourn Shelton entlassen um den ehemaligen WR Dylan Cantrell von den LA Chargers zu verpflichten. Der 25-Jährige Cantrell, der bisher noch nie ein NFL Spiel bestritten hat, wird von den Cardinals als Tight End gelistet. Eine weitere Besonderheit an Cantrell ist, dass er 2017 unter Head Coach Kliff Kingsbury an der Texas Tech gespielt hat. Seine zweite Season musste er aufgrund einer Schulterverletzung auf der Injured Reserve Liste verbringen.

Nebenbei hat OLB Chandler Jones nach 8 Jahren Abstinenz an der Syracuse University seinen Abschluss nachgeholt. Glückwunsch dazu von uns!

Los Angeles Rams (Simon Hertlein (@Simon Hertlein) und Marcel (@MBordon13))

Gute Nachrichten für die Rams, nachdem sie bis jetzt nur 569.000$ Cap space hatten, bessert sich zum 1. Juni der Kontostand deutlich. 

Grund ist, dass das Geld, welches durch die Entlassung von Runningback Todd Gurley kreiert wurde endlich frei wird. Der Running Back wurde als “Post June 1 release” deklariert, was bedeutet, dass der Dead Cap hit über die nächsten zwei Jahre verteilt wird, anstatt wie normalerweise alles in 2020 fällig wäre.

Nachteil dieses Verfahrens war, dass die 5,5 Millionen Dollar, die man durch Gurleys Entlassung spart erst jetzt frei werden.

Die jetzt vorhandenen 6 Millionen Dollar werden vermutlich zum unter Vertrag nehmen der 2020 Rookie Class verwendet.

San Francisco 49ers (Lars, @LarsRiedenklau/@49ersEmpireGER)

Über das Wochenende gab es bei den San Francisco 49ers durchaus eine Nachricht, über die seitdem fleißig diskutiert wird. Der Agent von Tight End George Kittle, Jack Bechta, ließ verlauten, dass die 49ers und sein Klient aktuell weiter auseinander liegen, was die Vorstellungen bezüglich eines neuen Deals für den Superstar-Receiver betrifft.

Bechta sprach davon, dass die 49ers Kittle mit einem “Tight End”-Deal ausstatten wollen, er jedoch versuche, für Kittle einen Deal auszuhandeln, der eben diese Dimensionen sprengt. Aktuell ist Chargers TE Hunter Henry mit 10,6 Millionen Dollar pro Saison der bestbezahlteste Spieler seiner Positionsgruppe. Es wird gemutmaßt, dass Kittle einen Deal jenseits der 15 Millionen Dollar im Jahr anpeilt.

Es wird spannend zu sehen sein, ob und wie die 49ers mit der Personalie Kittle umgehen werden. Finanziell ist man nicht gerade auf Rosen gebettet, noch sind alle Rookies nicht unter Vertrag – am Ende wird für diese Saison voraussichtlich ein Cap Space von 7-8 Millionen Dollar übrig bleiben. 

Nachdem bereits DT DeForest Buckner die 49ers aus primär finanziellen Gründen verlassen musste, bleibt zu hoffen, dass nicht ein weiterer wichtiger Baustein des Teams dem Cap Space zum Opfer fällt. Es scheint wenig vorstellbar, dass die 49ers ihren wohl besten Spieler gehen lassen – doch mit Bosa, Warner und McGlinchey stehen auch weitere junge Spieler in der Pipeline für einen neuen Kontrakt…

Seattle Seahawks (Max, @hummelmax/@SeaHawkersGER)

Es wirkt ein wenig – zumindest bekommt man diesen Eindruck in Pressegesprächen –, als hätten die Seattle Seahawks im NFL Draft 2020 statt sieben Spielern acht ausgewählt. Defensive End L.J. Collier, 2019 der Erstrundenpick des Teams aus dem Pacific Northwest, fiel in seinem Rookie-Jahr kaum auf. Das möchte der 24-Jährige in der kommenden Saison ändern.

Wie? Mit einer Mischung aus Frustration (darüber, dass ihn viele bereits als Bust abgestempelt haben, den die Seahawks viel zu hoch ausgewählt hätten) und Motivation (2020 voll anzugreifen und das Gegenteil zu beweisen). So zumindest beschrieb es der Verteidiger vor wenigen Tagen in einer Videokonferenz.

2019 verletzte sich Collier in der Vorbereitung so schwer am Sprunggelenk, dass er sein erstes Jahr als Profi fast auf der Injured-Reserve-Liste verbracht hätte. Als der Rookie einige Wochen nach Saisonbeginn körperlich fit war, fehlten ihm die Trainingseinheiten auf höchstem Niveau – und folglich auch die Stats, die Kritiker verstummen lassen.

Nun soll im zweiten Anlauf alles besser werden. Mit mehr Training, intensiverer Vorbereitung, der idealen Position in der Defensive Line der Seahawks und ohne Verletzungspech. Weil Seattle in Sachen Pass-Rush-Verstärkung weiter auf große Namen verzichtet, ist eine Leistungssteigerung der jungen Spieler unumgänglich. Sonst droht erneut die Druck-Flaute, die es gegnerischen Quarterbacks bereits 2019 leicht machte.