NFL-Saison 2019: Vorschau auf alle Teams der NFC

Endlich wieder NFL! Die stärkste Football-Liga der Welt startet am 5. September in die Saison 2019/2020, und zwar mit der Partie Green Bay Packers gegen Chicago Bears.

Bevor es losgeht hat sich SCOUTREPORT bei Experten umgehört und sie gebeten, Prognosen für die jeweiligen Divisions abzugeben.

NFC West: Cardinals, Rams, Seahawks und 49ers

Roman Motzkus, SCOUTREPORT – Das American Football Magazin

Ich denke, die Rams werden den Sieg in dieser Division einfahren. Dahinter landen die 49ers, die Seahawks und die Cardinals.

Arizona Cardinals

Die Cardinals gehen All-In mit Ihrer Entscheidung, einen jungen Quarterback – Josh Rosen, der inzwischen in der Liga angekommen ist – durch einen noch jüngeren Quarterback, der noch keine Profi-Erfahrung hat, zu ersetzen. Der Move, Josh Rosen durch Kyler Murray zu ersetzen, ist riskant. Ohne Zweifel ist Murray ein guter Athlet und kann auch in der NFL Akzente setzen. Es bleibt aber abzuwarten, ob die fehlende Körpergröße durch Spielwitz und Athletik wett gemacht werden kann.

Video: SCOUTREPORT fragt die German Birdgang – sind die Cardinals immer noch im Umbruch?

Ein anderer Punkt: Arizona hat sich selber darum gebracht, durch einen Trade des Nummer eins Pick im 2019er Draft, die notwendige Tiefe für den Kader zu besorgen. Das gilt für die Offense genauso wie die Defense. Dazu kommt mit Kliff Kingsbury ein neuer Head Coach, dem zwar nachgesagt wird, dass er ein Offense-Guru sei. Jedoch hat er das bisher nur auf dem College Level bewiesen, und das auch ohne Titelgewinn. Die letzten sechs Jahre verbrachte er bei Texas Tech. Jetzt erfolgt der Sprung in das kalte NFL-Wasser. Und das gleich als Head Coach in einem Team, dass im Umbruch ist. Ein sehr wackliger Stuhl, auf den er sich gesetzt hat.

Los Angeles Rams

Die Rams kommen aus dem Super-Bowl-Blues und müssen beweisen, dass die Saison 2018 keine Eintagsfliege war. Allerdings sollte ihr Motto für die neue Saison „run it back“ lauten. Der Kern der Mannschaft ist zusammengeblieben. Jedoch gibt es ein großes Fragezeichen: Wie steht es um das „Knie der Rams“, ist Todd Gurley voll einsetzbar und belastbar? Wie wertvoll er ist, haben die Rams schmerzvoll im Super Bowl erfahren. Ohne ihn ist das Laufspiel einfach nicht gefährlich genug. Der Gegner muss sich nicht vor dem Lauf fürchten und kann auch das Play Action weitestgehend ignorieren.

Damit hat Quarterback Jared Goff zu wenig Zeit und kann keine präzisen Pässe an seine vielen guten Passempfänger anbringen, das geniale Angriffs-Schema von Head Coach Sean McVay wird ausgehebelt. Allerdings ist dem jungen Hauptverantworlichen an der Seitenlinie der Rams zuzutrauen, dass er aus der Finalniederlage gelernt hat. Er wird Mittel und Wege finden, den Ball zu verteilen und seine Playmaker ins Spiel zu bringen.

Video: Frage an die Ramily – schaffen die Rams wieder in den Super Bowl?

Cooper Kupp kommt von einer Kreuzband-Verletzung zurück, Brandin Cooks und Robert Woods sind genauso weiterhin dabei wie Tight End Tyler Higbee. Damit sind auf den Skill Positions alle Starter der Saison 2018 auch 2019 dabei. Kontinuität beim Personal wird der Schlüssel sein. Die Flexibilität im Playcalling wird aber mindestens genauso wichtig sein.

Die Defense wird weiterhin mehr als solide spielen. Dafür wird das Verteidigungs-Master-Mind Wade Phillips schon sorgen. Und so lange Aaron Donald an der Linie weiter soviel Krawall macht, wird jeder Nebenspieler davon profitieren.

San Francisco 49ers

Die Niners sind die Große Unbekannte in der NFC West. Wie gut kommt Quarterback Jimmy Garoppolo von der Verletzung zurück? Kann er schon wieder übers Wasser laufen? Ist er der Messias, den die 49ers so dringend brauchen? Die ersten Einsätze in der Pre-Season haben gezeigt, dass er doch etwas an Rost angesetzt hat.

Video: Frage an das Niner Empire Germany – kämpfen die 49ers mit den Seahawks um Platz zwei in der Division?

Am Ende der Saison 2017 gelang im fast alles, da schien sogar die Sonne etwas heller über Kalifornien und die Hot Dogs im Levi’s Stadium schmeckten besser beim Anblick des Quarterbacks. Jedoch hat die Verletzung Garoppolos und die Saison 2018 gezeigt, dass nicht die Quarterback-Position das größte Problem in San Francisco war. Das lag eher in der Verteidigung. Vorne zu wenig Druck und hinten zu oft offen wie ein Scheunentor. So kann man in der NFL nicht bestehen.

Deshalb lag das Hauptaugenmerk auch auf der Verpflichtung neuer druckvoller Athleten für die Front Seven. Das ist mit Dee Ford von den Kansas City Chiefs und Nick Bosa als Nummer zwei Pick im Draft gelungen. Die 13,5 Sacks von Ford hätten 2018 den Team Bestwert noch vor Deforest Buckner (zwölf) bedeutet: Dazu kommt mit Bosa ein vielversprechender Edge Rusher, der zwar im Moment noch mit einer Verletzung zu kämpfen hat, aber im Laufe der Saison zeigen wird, wie wertvoll er sein kann.

Insgesamt haben die Verantwortlichen um Kyle Shanahan und General Manager John Lynch gut an ihren Baustellen gearbeitet. Unter anderem auch mit der Verpflichtung von Running Back Tevin Coleman von den Atlanta Falcons. Wo viele dachten, dass das Backfield der Niners mit Matt Breida, Raheem Mostert und vor allem auch Jerick McKinnon schon voll genug ist, wunderten sich einige über die Verpflichtung von Coleman.

Allerdings läuft die Reha bei McKinnon längst nicht so gut, wie erhofft. Und mit Coleman holt sich Shanahan einen bekannten und erfahrenen Backup, mit dem er immerhin in der Saison 2016 den Super Bowl erreichte. Die Schonzeit für die Verantwortlichen ist nun langsam vorbei. Shanahan und Lynch müssen anfangen, zu liefern und den Bock 2019 umstoßen. Alles außer einer Winning Season wird eine Enttäuschung für die Fans der 49ers sein.

Seattle Seahawks

Vielen dachten, dass der große Umbruch bei den Seahawks in 2018 kommen wird und es eine Übergangsaison sein wird. Jedoch haben Pete Carroll und sein Zauberer auf der Quarterback-Position, Russel Wilson, alle an der Nase rumgeführt. Nicht nur, dass die Seahawks ihre alte Stärke – das Laufspiel – wiederentdeckt haben, nein, sie konnten es sogar besser machen als alle anderen Teams in der NFL. Mit 160 Yards pro Spiel hatten sie die erfolgreichste Lauf-Attacke der Liga. Dabei war die Offensive Line nur ein Jahr vorher noch mit einer Drehtür verglichen worden bzw. musste sich viel berechtigte Kritik sich anhören.

Video: SCOUTREPORT fragt die German Sea Hawkers – kämpfen die 49ers mit den Seahawks um Platz zwei in der Division?

Nun haben aber Offensive Coordinator Brian Schottenheimer und O-Line-Coach Mike Solari dafür gesorgt, dass die Ground Attack der Seahawks zu altem Ruhm gelangt und wie in Beast-Mode-Zeiten erstrahlt. Erstmals seit Marshawn Lynch 2014 schaffte ein Running Back die 1000-Yards-Marke. Chris Carson erlief 1151 Yards und sorgte damit für eine deutliche Entlastung von Russel Wilson.

Apropos Wilson: Der Quarterback sorgte in der Off-Season für einigen Wirbel. Im April unterschrieb er nach der Androhung, auch für ein anderes Team spielen zu können, einen Mega-Deal (140 Millionen für die Vertragsverlängerung um vier Jahre). Ohne Zweifel ist er für die Seahawks das Geld wert. Immerhin spielte er alle Spiele in seinen sieben Jahren als Starter und es gab es unter im noch nie eine Saison mit mehr Niederlagen als Siege. Sechs Mal erreichte er dabei die Playoffs und einen Super-Bowl-Sieg.

Jedoch hat dieser Deal auch einen Haken. Andere gute Spieler mussten sich damit begnügen, weniger zu verdienen oder das Team zu verlassen. So wurde Defensive End Frank Clark zwei Tage vor dem Draft zu den Kansas City Chiefs getradet. Die Lücke versucht man nun mit dem First Round Pick L.J. Collier zu stopfen. Günstige Alternative, allerdings fraglich, ob Collier zeitnah das Niveau von Clark erreichen wird.

Ähnlich sieht es im Defense Backfield aus. Von der legendären Legion of Boom ist nichts mehr übrig. Mit dem Abgang von Cam Chancelor (retired) und Earl Thomas (Baltimore Ravens) ist dieses Thema nun endgültig Vergangenheit. Die großen Namen der erfolgreichen Zeit des Super Bowls werden weniger. Dafür müssen die Rookies wie zum Beispiel Wide Receiver DK Metcalf oder Defensive End Collier neue tragende Säulen des Teams werden.

Gerade der Zweitrunden-Pick für Metcalf ist dabei ein Risiko. Zwar sprechen die Zahlen für den körperlich herausragenden Wide Receiver, jedoch ist seine Verletzungsanfälligkeit auch schon in der Pre-Season ein großes Thema. Am Ende muss es Russel Wilson mit seinem Arm und den eigenen Füßen wieder richten. Helfen können ihm dabei immerhin seine Stammkräfte aus 2018, Chris Carson und Tyler Lockett sowie die Linebacker-Crew um Bobby Wagner und K.J. Wright. Namen auf die sich die Seahawks Fans verlassen müssen.

NFC East: Cowboys, Giants, Eagles und Redskins

Krissi, @Krissi24_7Football

In der NFC East wird es nicht so schnell langweilig. In meinen Augen werden die Eagles die Division gewinnen. Dicht gefolgt von den Cowboys. Die Redskins und die Giants werden keine große Rolle um die oberen Plätze spielen, wobei ich denke, dass die Giants auf dem letzten Platz landen werden.

Dallas Cowboys

Anfangen möchte ich mit dem Divisions-Sieger der vergangenen Saison, den Dallas Cowboys. Headcoach Jason Garrett geht in sein letztes Vertragsjahr, Ezekiel Elliott, Dak Prescott und Amari Cooper pokern alle um einen neuen Vertrag. Eine verfahrene Situation, und sollten die Cowboys nicht liefern, ist es wohl auch die letzte Saison von Jason Garrett.

Gespannt bin ich auch auf Kellen Moore (ehemaliger Backup-Quarterback der Cowboys) in seiner ersten Saison als Offensive Coordinator. Sollten sich die Vertragssituationen schnell klären, dann haben die Cowboys auch eine gute Chance, in die Playoffs zu kommen. Dafür ist sogar Tight End Jason Witten aus seinem Ruhestand zurückgekommen.

Philadelphia Eagles

Die Philadelphia Eagles stehen auch vor einer spannenden Saison. Kann Quarterback Carson Wentz die Eagles in die Playoffs und zum Super-Bowl-Sieg führen, ohne vom Verletzungspech verfolgt zu werden? Es könnte ein Fehler gewesen sein, Nick Foles (Jacksonville Jaguars) gehen zu lassen.

Neben ihm sind aber auch noch andere namhafte Spieler wie zum Beispiel Michael Bennett (Patriots), Golden Tate (Giants), Jordan Hicks (Cardinals) gewechselt und trotzdem haben die Eagles einen der komplettesten Kader der NFL, wie ich finde. Sollte Wentz fit bleiben, haben die Eagles die beste Aussicht, dieses Jahr die Division zu gewinnen.

Washington Redskins

Wie euphorisch waren die Washington Redskins, als sie an Position 15 dieses Jahr im Draft mit Dwayne Haskins ihren vermeintlichen Starting-Quarterback bekamen. Nach den ersten Pre-Season-Spielen hat nun aber Case Keenum sich den Starterjob gesichert. Stellt sich die Frage, ob wir diese Saison zuerst Giants-Quarterback Daniel Jones oder Dwayne Haskins starten sehen werden.

Die Defense hingegen sieht sehr gut aus und hat mit Landon Collins (Giants/Safety) ein großes und vor allem teures Upgrade bekommen. In die Wide-Receiver-Unit hingegen hätte man mehr investieren können, Josh Doctson konnte seiner Rolle als Nummer-Eins-Receiver bisher nicht gerecht werden. Die Redskins sollten Haskins auf jeden Fall noch Zeit geben, um sich an die NFL zu gewöhnen. Es könnte ein turbulentes Jahr für die Redskins werden.

New York Giants

Zuletzt die New York Giants. Trotz meiner Fanbrille bin ich nicht so optimistisch, wie ich es gerne wäre – vor allem nach DER Off-Season. Die verbesserte O-Line gibt mir auf jeden Fall die Hoffnung, dass das Laufspiel mit Running Back Saquon Barkley weiterhin so gut funktioniert.

Auf der Quarterback-Position sehe ich ein großes Fragezeichen. Rookie Daniel Jones überzeugt in seinen ersten (PreSeason-)Spielen, trotzdem wollen die Giants an Eli Manning festhalten.

In der Defense suche ich trotz einiger Zugänge wie Jabrill Peppers (Browns), Antoine Bethea (Cardinals) und Dexter Lawrence (Rookie) vergeblich nach dem Edge-Rush. Dieses Jahr könnte es die Ablösung von Eli Manning geben. Und wenn nicht, dann hat General Manager Dave Gettleman bestimmt einen Plan (?).

NFC North: Packers, Bears, Vikings und Lions

Philipp Forstner, SCOUTREPORT – Das American Football Magazin

Die NFC North ist unbestritten die umkämpfteste Division der NFL zurzeit. Gleich drei unterschiedliche Teams werden in Saison-Vorschauen der Experten zum nächsten Divisions-Meister gekürt.

Chicago Bears

Das Überraschungsteam der vergangenen Saison errang mit einer stark verbesserten Defense und einer kreativen jungen Offense eine 12-4 Bilanz. Die Bears legten in der Off-Season ihren Fokus auf mehr Explosivität. Mit einem veränderten Running-Back-Corps und der Verpflichtung von Cordarrelle Patterson adressierte man diese Aufgabe für die Offense und die Special Teams.

Alle Leistungsträger in der Defense sind langfristig gebunden. Der neue Defensive Coordinator Chuck Pagano übernimmt eine elitäre Einheit und will das hohe Niveau halten. Medien beschreien die Regression, der schon viele starke Defenses in den letzten Jahren zum Opfer gefallen sind, vernachlässigen dabei aber die Tatsache, dass die Spieler der Bears noch nicht ihren Zenit erreicht haben. Eine Wiederholung der letztjährigen Leistungen ist realistisch. Mit mehr Erfahrung des Quarterbacks und der restlichen jungen Offense könnte es in den Playoffs sogar weiter gehen.

Minnesota Vikings

Die Konkurrenz aus dem Norden hat definitiv etwas dagegen und ein kräftiges Wörtchen mitzureden, wenn es um den Ausgang in der NFC North geht. Prunkstück ist erneut die konstant diszipliniert trainierte Defense von Head Coach Mike Zimmer. Abgesehen von Defensive Tackle Sheldon Richardson konnten alle Leistungsträger gehalten werden. Seinen Abgang kann man in einer enorm talentierten Defensive Line durchaus als Luxus-Problem bezeichnen, weshalb die Verteidigung erneut ein gewichtiger Faktor im Kampf um die Divisionskrone sein wird.

In der Offense zählte Kirk Cousins im letzten Jahr zu den bedauernswertesten Quarterbacks der Liga. Die Offensive Line war, gelinde gesagt, nicht auf NFL-Niveau. In der Off-Season verstärkten sich die Vikings sich daher mit massig Talent für die Interior Offensive Line. Garrett Bradbury wird ein zuverlässiger Anker und sogar Dru Samia könnte sich am Ende als Steal der mittleren Runden herausstellen.

Genug Unterstützung für Kirk Cousins also, da die Skill-Position-Besetzung eh schon zu den besseren des Landes zählt. Jetzt ist es an ihm, zu beweisen, dass in Cousins mehr steckt als ein durchschnittlicher Starter. In direkten Duellen mit den Chicago Bears sehe ich seine Offensive Line aber als zu unerfahren an, um schon dieses Jahr mithalten zu können.

Green Bay Packers

Die Packers blieben in zwei aufeinanderfolgenden Saisons hinter ihren Erwartungen zurück. Eigentlich kann es nur bergauf gehen. Mit der Verpflichtung von Head Coach Matt LaFleur möchte man der Offense um Quarterback Aaron Rodgers neues Leben einhauchen. Ob der junge Coach sich einen Gefallen damit getan hat, an seiner ersten Station bereits eine Situation vorzufinden, in der jegliches Scheitern mit seinem Star-Spielmacher an ihm festgemacht wird, soll hier offen gelassen werden. Zumindest bietet die unerfahrene Gruppe an Skill-Position-Spielern um Rodgers genug Potenzial für eine positive wie negative Entwicklung.

Mike Pettine durfte nach dem Aderlass im Coaching Staff bleiben. Zurecht ist man von seiner Arbeit für die Defense überzeugt. Gespickt mit weiteren Neuzugängen kann die Abwehr erneut einen Schritt nach vorn machen, aber so gut wie die der Konkurrenz aus Chicago und Minnesota ist sie selbst dann nicht.

Ob und wie schnell der Offense Coach LaFleur, Aaron Rodgers und seine Receiver im neuen Geist des Angriffs zueinander finden, bestimmt vieles für diese Saison und die Zukunft der Packers. In einer anderen Division hätten sie dieses Jahr schon eine Chance auf den Divisionstitel. Im Norden gibt es zwei bessere Teams.

Detroit Lions

Die Lions werden in der Diskussion vernachlässigt. Dabei darf die Nummer Vier der Division nicht zum hinteren Ende der Liga gezählt werden. Ein Platz im Mittelfeld ist für sie das Minimalziel.

Mit Tight End T.J. Hockenson erhielt Quarterback Matthew Stafford im letzten Draft einen zukünftigen Playmaker. Für viele Punkte pro Spiel wird das Team erneut gut sein und damit dem ein oder anderen Kontrahenten in die Suppe spucken. Ein gesunder Kerryon Johnson kann mit C.J. Anderson im Backfield für mehr Ballbesitz sorgen und die Defense entlasten.

Die Front Seven ist das Herzstück von Head Coach Matt Patricias Abwehr. Sie erhielt seit Frühjahr 2018 beinah wöchentlich ein neues Gesicht und soll sich nun endlich einspielen. Als nächstes müssen die Lions ihre Secondary adressieren um in der NFC North mehr als ein One-Hit-Wonder zu sein. Momentan fehlt dem Team die Konstanz, um in der Division vorne mitspielen zu können.

NFC South: Saints, Falcons, Panthers und Buccaneers

Felix Grimm, Redakteur BILD Sport und Moderator von „Playbook“

Die NFC South war vor noch nicht allzu langer Zeit die wahrscheinlich stärkste Division in der NFL! Mit schöner Regelmäßigkeit wechselten sich hier Jahr für Jahr die Teams in der Spitze ab, kämpften um den Einzug in die Playoffs. Damit dürfte es nun endgültig vorbei sein.

New Orleans Saints

Nachdem sich die Saints bereits im vergangenen Jahr als führendes Team der NFC South etablierten konnten, läuft es in der kommenden Saison auf einen noch drastischeren Abstand zum Rest der Division hinaus. Und das aus folgenden Gründen: Head Coach Sean Payton und Quarterback Drew Brees werden wie gewohnt ein Offensiv-Feuerwerk auf den Platz bringen, das in der NFL seines gleichen suchen wird.

Mit Michael Thomas dürfte nach dessen fürstlicher Vertragsverlängerung dabei genauso zu rechnen sein wie mit Alvin Kamara und der im Frühjahr verpflichtete Jared Cook. Mit der Verpflichtung des Tight Ends haben die Saints endlich wieder eine weitere Option im Passspiel. Damit sollten die Saints auch wieder verstärkt aufs Pass-Spiel setzen. Latavius Murray, der als Ersatz für Running Back Mark Ingram geholt wurde, dürfte in New Orleans sicherlich nur als Rollenspieler neben Alvin Kamara zum Einsatz kommen.

Der Schlüssel zum Erfolg bei den Saints dürfte allerdings an der Line of Scrimmage liegen: Nach dem Rücktritt von Center Max Unger sollen nun Rookie Erik McCoy und Neuzugang Nick Easton für das Kommando in der Offensive sorgen – ein gewagtes Spiel, das durchaus Risiken birgt. Gleiches gilt auch für die Umbesetzung der D-Line, auf der in der kommenden Saison Malcom Brown für den rekonvaleszenten Sheldon Rankins und den zu Saisonbeginn gesperrten David Onyematas zum Einsatz kommen wird.

In der Vorbereitung konnte er jedenfalls noch nicht überzeugen. Trotz allem sollten die Saints in der Gänze immer noch stärker besetzt sein als die Rivalen aus Atlanta.

Atlanta Falcons

Ähnlich wie New Orleans mussten die Falcons in der Off-Season auf der Offensive Line erheblich nachbessern. Von den beiden 1st-Round-picks Chris Lindstrom und Kaleb McGary wird mehr oder weniger erwartet, dass sie sich zum Saisonstart gleich in der Startelf spielen. Sollten sie dort nicht die erwünschten Top-Leistungen bringen, droht Falcons-Quarterback Matt Ryan eine ähnlich lange Saison wie in 2018 – als er satte 42 Mal gesackt wurde!

Nimmt man die Pre-Season zum Maßstab, könnte auch der Abgang von Running Back Tevin Coleman zu einem echten Problem werden. Hier scheint Atlanta auf Rookie Qadree Ollison zu setzen, der aber noch nicht an die konstant starken Leistungen von Coleman rankommt. Sollte sich das bestätigen, wird der Angriff unter Offensive Coordinator Dirk Koetter ziemlich passlastig werden und der Gameplan auf Dauer etwas zu einseitig.

Quarterback Matt Ryan müsste dann schon eine nahezu tadellose Saison hinlegen, um das zu kompensieren. Für die Defensive der Falcons könnte das wiederum bedeuten, dass sie Woche für Woche die Kohlen aus dem Feuer holen muss. Nur gut, dass sich das unfassbare Verletzungspech des letzten Jahres wahrscheinlich nicht noch einmal wiederholen wird.

Carolina Panthers

Die drittstärkste Kraft in der NFC South kommt aus Charlotte, North Carolina. Mehr als dieser dritte Platz ist leider auch in diesem Jahr einfach nicht drin! Solange sich Cam Newton selbst nicht als Pocket Passer sieht, wird seine Spielweise für die Panthers im Laufe der Saison erneut zum Problem werden.

Video: SCOUTREPORT fragt The German Riot – hat Cam Newton gar keine andere Wahl, als wieder viel zu laufen?

Die vergangenen Spielzeiten haben bewiesen, dass sein Laufstil sich langsam aber sicher körperlich bemerkbar macht und nicht über die gesamte Spielzeit aufrecht zu erhalten ist. Dumm nur, dass Newton und die Panthers ausgerechnet in der Spätphase der Saison viermal gegen die Saints und die Falcons ran müssen.

Ob die Panthers bis zu diesem Zeitpunkt aber überhaupt noch eine Chance haben, in die Playoffs zu kommen, wird an ihrer Verteidigung liegen. Defensive Tackle Gerald McCoy ist sicherlich ein starker Neuzugang. Der Abgang von Line Backer Thomas Davis aber auch ein schwerer Verlust. Und Luke Kuechly wird auch nicht jünger. Sich allein auf Eric Reid, James Bradberry und Donte Jackson in der Pass-Deckung zu verlassen, ist in meinen Augen grob fahrlässig.

Tampa Bay Buccanneers

Den letzten Platz werden die Tampa Bay Buccaneers belegen: Auch unter ihrem neuen Headcoach Bruce Arians und DC Todd Bowles werden sie eine schwache Saison spielen!

Ohne starkes Backfield wird in der Offensive viel von Quarterback Jameis Winston abhängig sein, der im letzten Jahr seines Rookie-Vertrages um nicht weniger als seine NFL-Zukunft spielt. Sollte er auch unter Arians keine konstant gute Saison spielen, wird’s das wohl für ihn in Tampa Bay gewesen sein. Ein Stressfaktor, der sich in der Kabine sicherlich bemerkbar machen dürfte.

Und auch in der Verteidigung ist der Knatsch vorprogrammiert: Nachdem die Bucs den allseits beliebten Gerald McCoy (Defensive Tackle, zu den Panthers) für ein paar Dollar in die Wüste geschickt haben und durch Ndamukong Suh ersetzt haben, könnte die Stimmung in der Kabine bei ausbleibendem Erfolg schneller kippen als ein Piratenboot in der Brandung.

Hinzu kommt, dass die Passverteidigung der Buccaneers nach wie vor ein Schwachpunkt ist. Und Rookie-Line-Backer Devin White gleich von Beginn an den zu den 49ers abgewanderten Kwon Alexander ersetzen muss. 2019 könnte für Tampa Bay ein sehr lange Saison werden.

Written by Chris Höb
Christian Höb ist Chefredakteur von SCOUTREPORT und moderiert die SCOUTREPORT-Webshow. Chris kommentiert außerdem GFL-Spiele der Berlin Rebels. Er ist freier Sportjournalist.

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