NFL Draft: Big Board und Antworten auf deine Fragen

Alles dreht sich in den Medien derzeit um Joe Burrow und Chase Young im kommenden NFL Draft. Verglichen mit vorherigen Jahrgängen ist die diesjährige Klasse in der Spitze auch auf anderen Positionen gut besetzt. In meinem folgenden Big Board zeigt sich, dass sich die Profi-Teams im Angriff vor allem auf eine starke Gruppe der Receiver und Offensive Tackle freuen. Auf Seiten der Defense sind es die Cornerbacks, die es mir angetan haben.

Top 35 Big Board

Mittlerweile habe ich Profile zu über 170 Talenten erstellt. Aus den gewonnenen Bewertungen erstelle ich das monatliche Big Board. Bedenke bitte, das ist kein Mock Draft! Die Spieler sind nach ihren Fähigkeiten gerankt und wie ich ihren zukünftigen Einfluss in der NFL verglichen mit ihrer Konkurrenz im kommenden Draft einschätze.

  1. Chase Young / Edge, Ohio State
  2. Jeff Okudah / Cornerback, Ohio State
  3. Jedrick Wills / Offensive Tackle, Alabama
  4. Derrick Brown / Defensive Line, Auburn
  5. Joe Burrow / Quarterback, LSU
  6. Trevon Diggs / Cornerback, Alabama
  7. Javon Kinlaw / Defensive Line, South Carolina
  8. Isaiah Simmons / Linebacker, Clemson
  9. D’Andre Swift / Runningback, Georgia
  10. Tua Tagovailoa / Quarterback, Alabama
  11. Damon Arnette / Cornerback, Ohio State
  12. Jerry Jeudy / Wide Receiver, Alabama
  13. Xavier McKinney / Safety, Alabama
  14. Yetur Gross-Matos / Edge, Penn State
  15. CeeDee Lamb / Wide Receiver, Oklahoma
  16. Tristan Wirfs / Offensive Tackle, Iowa
  17. J.K. Dobbins / Runningback, Ohio State
  18. Tee Higgins / Wide Receiver, Clemson
  19. Neville Gallimore / Defensive Line, Oklahoma
  20. Kristian Fulton / Cornerback, LSU
  21. Grant Delpit / Safety, LSU
  22. Noah Igbinoghene / Cornerback, Auburn
  23. Cam Akers / Runningback, Florida State
  24. K’Lavon Chaisson / Edge, LSU
  25. Laviska Shenault / Wide Receiver, Colorado
  26. Andrew Thomas / Offensive Tackle, Georgia
  27. A.J. Epenesa / Edge, Iowa
  28. Brycen Hopkins / Tight End, Purdue
  29. C.J. Henderson / Cornerback, Florida
  30. Ross Blacklock / Defensive Line, TCU
  31. Donovan Peoples-Jones / Wide Receiver, Michigan
  32. Jonathan Taylor / Runningback, Wisconsin
  33. Patrick Queen / Linebacker, LSU
  34. Brandon Aiyuk / Wide Receiver, Arizona State
  35. Mekhi Becton / Offensive Tackle, Louisville

Fan-Fragen zum NFL Draft

Zahlreiche Fragen haben mich in den letzten Wochen erreicht. Davon habe ich für jedes Team eine Frage herausgesucht und sie für Dich beantwortet. Dabei liegt mir nichts ferner, als den neunmalklugen Insider zu spielen, der sich mit allen „Needs“ oder Kaderlücken Deines Teams auskennt. Stattdessen gewähre ich Dir eine Auswahl an potenziellen Verstärkungen.

New York Giants

Ich bevorzuge an dieser Stelle einen ganz bestimmten Offensive Tackle. Jedrick Wills kann flexibel eingesetzt werden. Dazu ist er prädestiniert dafür, auch in einem vertikalen System zu funktionieren. Dort muss er sein Matchup länger aufhalten und seinem Quarterback mehr Zeit geben als in einem „Quick-Pass-System“. Wills kann das. Er wird Daniel Jones nötige Sicherheit geben und auch dem Laufspiel helfen.

Klar können sie „Downtraden“. Aber ich kann die Strategie von Gettleman auch nachvollziehen. Ein Top-5-Talent gibt es nicht jedes Jahr im Draft. Mit Jedrick Wills bekommen sie genau dieses All-Pro-Kaliber. Noch dazu auf einer wichtigen Position.

New York Jets

Tristan Wirfs, Mekhi Becton und Andrew Thomas können durchaus an dieser Stelle noch da sein. Das alle drei weg sind, ist sehr unwahrscheinlich. Nehmen wir mal an, Manager Joe Douglas bevorzugt ähnliche Offensive Tackle, wie seine alte Wirkungsstätte Philadelphia. Dann würde es mich nicht überraschen, wenn er den physischen Becton sogar vor Thomas und Wirfs listet.

K’Lavon Chaisson passt als schneller schlanker Pass Rusher weniger zum üblichen Profil der Jets. Da ist ein Allrounder wie Yetur Gross-Matos realistischer. Der muss zwar noch an seiner Spielerkennung arbeiten und könnte daher sogar in Runde Zwei noch da sein. Obwohl der technische Pass Rusher mit einer gehörigen Portion Aggressivität eigentlich ein Talent für die erste Runde ist.

Philadelphia Eagles

Die Philadelphia Eagles suchen nach Geschwindigkeit und Explosivität für ihre Offense. Talente sind dafür auch in späteren Runden noch da, während Brandon Aiyuk eine sofortige Verstärkung für das vertikale Spiel in der ersten Runde bieten würde. Dazu kann er sich gegen Cornerbacks in Press-Coverage verbessern und hat langfristig das Zeug zum Nummer-Eins-Receiver im Team.

Von der inneren Offensive Line würde ich so früh die Finger lassen. Auch Tyler Biadasz hat mir mehr Fragezeichen offenbart als ihm lieb sein wird. Es fehlt an Spritzigkeit, die elementar für das nächste Level ist. Cesar Ruiz und Lloyd Cushenberry haben es mir da schon mehr angetan. Beide müssen aber technisch konstanter werden und sind deshalb prädestiniert für den zweiten Tag im Draft.

In Runde Eins ergibt Cornerback Trevon Diggs Sinn. Er kann vielseitig eingesetzt werden, ist erfahren und ein exzellenter Verteidiger. Zusätzlich wird er den Special Teams fehlende Explosivität bringen. Sollte er nicht mehr da sein, gibt es genügend andere Optionen.

Ich kann die Eagles-Fans beruhigen. Deine angegebenen Kaderbaustellen auf Receiver und Cornerback decken sich mit der besonderen Qualität dieser Klasse auf beiden Positionen im kommenden Draft.

Pittsburgh Steelers

Nachdem man mit dem Trade für Minkah Fitzpatrick der Secondary bereits ein gutes Stück Stabilität gegeben hat, können die Steelers dort wieder ansetzen. Cornerback Noah Igbinoghene spielt als ehemaliger Receiver noch nicht lang in der Abwehr. Dafür hat er sich jedoch bisher prächtig entwickelt. Keine sofortige sichere Bank, dafür aber mit Potenzial ein großer Spieler zu werden. Solche Talente will man am zweiten Tag draften.

Seattle Seahawks

Wie ich bereits den Eagles-Fans mitteilte, würde ich dieses Jahr in der ersten Runde keinen inneren Offensive Line Spieler draften. Am zweiten Tag ist es früh genug. Daher ist ein in Seattle fast schon zur Tradition gewordener „Down-Trade“ durchaus realistisch.

Ab dem zweiten Tag können Defensive Linemen wie Davon Hamilton oder Leki Fotu der Laufverteidigung nötige Stabilität geben. Gerade Hamilton hat am College konstant seine Gaps geschlossen und übernahm in der Mitte Double-Teams, damit Edge Rusher Chase Young mehr Freiheiten bekam.

Die wichtigsten News der Woche zum NFL Draft und College Football

K.J. Costello verlässt die Stanford Cardinal nach seinem Abschluss und spielt im nächsten Jahr in der Air-Raid-Offense des neuen Cheftrainers Mike Leach an der Mississippi State. Ich habe ihn oft als unausgereiftes Talent mit hervorragenden Anlagen für die NFL bezeichnet. Der Schritt in die SEC wird von NFL Scouts genau beobachtet und findet von mir positiven Anklang.

Am ersten Mittwoch im Februar ist traditionell der „National Signing Day“. Hier entscheiden sich die High-School-Talente für ihr College. Die Southeastern Conference hat wieder die meisten Rekruten in ihre Conference gelockt. Jedoch können sie dabei erneut Primus Clemson nicht ausstechen. Tigers Head Coach Dabo Swinney konnte, neben anderen Spielern, den Fünf-Sterne-Defensive Tackle Bryan Bresee für sein Team überzeugen.

Du hast Fragen zum NFL Draftl oder willst Näheres zu den vorgestellten Talenten wissen? Dann schreib SCOUTREPORT-Experte Philipp Forstner an draftnerdde@gmail.com oder auf Twitter (@Draft_Nerd).

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College
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Autor: Philipp Forstner
Philipp Forstner ist College- und NFL-Draft-Experte bei SCOUTREPORT. Er beobachtet Talente gerne aus der Trainer-Perspektive. Seit 2015 schreibt er für Beardown Germany. Leser kennen ihn auch von draftnerd.de