Die 32 MVPs aller NFL-Teams – ohne Quarterbacks

Wenn es um den MVP der regulären NFL-Saison geht, werden in der Regel Quarterbacks genannt. Seit 1961 haben gerade einmal 18 Nicht-Quarterbacks diese Auszeichnung erhalten.

Ich finde: Nach einem Drittel der Saison 2019/2020 ist es an der Zeit, sich alle NFL-Team anzuschauen und einen MVP jedes Teams festzulegen, der nicht auf der Quarterback-Position spielt. Zur schnelleren Orientierung sind die Teams alphabetisch geordnet.

Atlanta Falcons

Das Receiving Corps der Falcons ist so tief besetzt wie kaum ein anderes in der NFL. Star-Receiver Julio Jones wird von den Gegnern gerne mal gedoppelt, das schafft Räume für die Receiver-Kollegen Mohamed Sanu, Calvin Ridley und Tight End Austin Hooper. Ein Blick in die Zahlen zeigt, dass die Bälle unter diesen vier sehr gut verteilt werden.

Arizona Cardinals

Larry Fitzgerald ist der Leading-Receiver der Cardinals – und das mit 36 Jahren! Klar, das Kurzpass-Spiel liegt ihm als Slot-Receiver natürlich. Trotzdem mein MVP des Teams, dicht gefolgt von Jordan Hicks. Der Linebacker führt die Liga in Tackles an (62).

Baltimore Ravens

Quarterbacks sollen in dieser Kolumne ja vernachlässigt werden, aber bei den Ravens mache ich eine Ausnahme: das Laufspiel der Ravens ist mit 205 Yards pro Spiel Ligaspitze und MVP-würdig. Die drei wichtigsten Runner sind Mark Ingram, Gus Edwars und Lamar Jackson. Der Quarterback ist sogar Rushing-Leader.

Buffalo Bills

Hier zeichne ich die Defense aus: Die Bills fliegen mit ihrer Verteidigung unter dem Radar, gehören aber meiner Meinung nach bisher zu den Top-Defenses der NFL. Das belegen auch die Zahlen: Die Bills lassen zum Beispiel nur 275 Yards pro Partie zu – Platz drei in der Liga.

Carolina Panthers

Ohne viel Nachdenken: Christian McCaffrey ist der MVP des Teams, keiner seiner Mitspieler ist so wichtig in der Offense wie der Running Back (nicht mal die Quarterbacks). Rushing-Leader der NFL (618), 305 Receiving Yards und insgesamt neun Touchdowns in dieser Saison, er steht bei fast jedem Snap auf dem Feld. Ich hoffe, dass die Panthers ihren Star nicht verheizen.

Wer lieber einen Defense-Spieler als MVP möchte: Luke Kuechly. Er ist der Chef der Defense und führt die Liga in Tackles an (62).

Cincinnati Bengals

Die Bengals stehen bisher noch ohne Sieg da. Größter Lichblick für mich: Tylor Boyd. Der Wide Receiver füllt die Lücke, die der verletzte AJ Green als Nummer-Eins-Receiver gerissen hat, ziemlich gut. Er ist das Lieblingsziel von Quarterback Andy Dalton, wurde schon 60-mal angeworfen.

VIDEO: Die Trips-Formation der Bengals

Chicago Bears

Ein No-Brainer für mich, meine Wahl fällt auf Khalil Mack. Der Linebacker übt allein mit seiner Präsenz einen enormen Druck auf die gegnerische Offense aus. Auch wenn es in dieser Saison bisher nicht so super für ihn läuft (erst 4.5 Sacks), ist er einer der Besten auf seiner Position.

Cleveland Browns

Naheliegend wäre Odell Beckham Jr., doch der Wide Receiver überzeugt micht in dieser Saison bisher nicht. Deswegen ist Nick Chubb mein MVP der Browns. Sieben Touchdowns erzielte der Running Back bereits, ist mit 607 Yards der zweitbeste Rusher der NFL. Wer braucht da noch Kareem Hunt?

VIDEO: Einhändiger OBJ-Catch aus der Ace-Formation

Dallas Cowboys

Ich entscheide mich gegen Ezekiel Elliott als wertvollsten Spieler und nehme stattdessen die Offensive Line rund um Center Travis Frederick. Die Jungs machen die vielen guten Läufe für Eliott erst möglich und geben Quarterback Dak Prescott in der Regel gut Zeit für seine Passversuche.

Denver Broncos

Der Super-Bowl-Sieger von 2016 kommt so langsam in Schwung. Auch wenn Von Miller bisher noch nicht die Monster-Stats abliefert (erst 2.5 Sacks), ist er meiner Meinung nach immer noch der wertvollste Spieler des Teams. Da Bradley Chubb den Rest der Saison ausfällt (Kreuzbandriss), muss der Veteran in der Defense jetzt wieder eine größere Rolle spielen.

Detroit Lions

Puh, gar nicht so einfach. Aus der Defense springt mir kein Spieler ins Auge. Das Wide-Receiver-Duo Kenny Golladay und Marvin Jones Jr. ergänzt sich ziemlich gut, wie ich finde. Die beiden haben zusammen schon Bälle für über 658 Yards gefangen. Das ist zwar weniger als Chris Godwin (Tampa Bay) alleine hat, aber aus Mangel an Alternativen fällt meine Wahl auf Golladay/Jones.

Green Bay Packers

Den einen Aaron (Rodgers) darf ich ja nicht nehmen, nehme ich halt den anderen Aaron (Jones). Der Running Back wird nicht nur im Laufspiel (acht Touchdowns), sondern auch im Pass-Spiel eingesetzt. Nur die beiden Receiver Davante Adams (derzeit am Zeh verletzt) und Marquez Valdes-Scantling hat Quarterback Rodgers öfter angeworfen. Ich rede hier von gerade einmal sechs bzw. vier Targets mehr.

VIDEO: Die I-Formation der Green Bay Packers

Houston Texans

Für mich ist derzeit das Receiver Duo DeAndre Hopkins/Will Fuller am wertvollsten für das Team. Beide kommen auf ähnliche Zahlen, was Yards und Touchdowns angeht. Das Gleichgewicht macht es für die gegnerische Defense schwer.

Indianapolis Colts

Marlon Mack! Der Running Back läuft 20-mal pro Partie mit dem Ball, nur Panthers-Star Christian McCaffrey kommt auf mehr Laufversuche (21). Mack kommt auf 94 Yards pro Spiel und gehört damit zu den Top fünf Running Backs der NFL.

Running Backs mit den meisten Laufversuchen pro Spiel nach Woche 6. Grafik: SCOUTREPORT
Running Backs mit den meisten Laufversuchen pro Spiel nach Woche 6. Grafik: SCOUTREPORT

Jacksonville Jaguars

Ich bin ehrlich: D.J. Chark hatte ich vor der Saison nicht auf dem Schirm. Der Wide Receiver hat schon fünf Touchdowns gefangen. Dazu kommen 528 Receiving Yards, nur Chris Godwin und Michael Thomas haben mehr. Chark ist für mich der MVP der Jaguars.

Kansas City Chiefs

Die Defense ist mir viel zu schwach, als dass ich einen Spieler daraus nehmen könnte. Bleibt also die Offense: LeSean McCoy und Damien Williams teilen sich den Job im Laufspiel. Tyreek Hill musste eine Strafe absitzen, hat mir zu wenig gespielt – deswegen fällt er bei mir raus.

Hill war in der verganenen Saison der Leading Receiver der Chiefs. Diesen Part hat nun Travis Kelce übernommen. Er führt mit 497 Yards auch die Tight Ends der Liga an und gehört einfach zu den besten auf seiner Position, darum entscheide ich mich für ihn.

Los Angeles Chargers

Wer braucht bitte Melvin Gordn, wenn man mit Austin Ekeler einen der vielseitigsten Spieler der NFL im Kader hat? Der als Running Back gelistete Chargers-Spieler kann mit dem Ball laufen, ihn fangen und ist gleichzeitig ein guter Blocker. Positionsübergreifend ist Ekeler der NFL-Spieler mit den viertmeisten Receptions der gesamten Liga. Nur drei Receiver liegen vor ihm.

Spieler mit den meisten Receptions der NFL nach Woche 6. Grafik: SCOUTREPORT
Spieler mit den meisten Receptions der NFL nach Woche 6. Grafik: SCOUTREPORT

Los Angeles Rams

Die Rams im Super-Bowl-Hangover. In der Division steht das Team mit 3-3 hinter den 49ers und den Seahawks. Mein MVP der Rams bisher? Kicker Greg Zuerlein. „Legatron“ hat in dieser Saison zwar schon drei Fiel Goalds verschossen, aber dafür alle drei Versuche über 50 Yards verwandelt. Das längste war aus 58 Yards Entfernung.

Miami Dolphins

Fünf Spiele, fünf Niederlagen. Bei Miami sind die Fans des Teams mein MVP. Wer trotz der Querelen und Klatschen zum Team hält, ins Stadion geht und in Deutschland nachts aufsteht, um sich die Spiele anzusehen – der hat diese Auszeichnung verdient. Haltet durch, liebe Dolphins-Fans.

Minnesota Vikings

Wer nach einem Kreuzbandriss als Running Back so zurückkommt, wie Dalvin Cook, ist der MVP der Vikings. Das wäre er für mich, selbst wenn ich Quarterbacks berücksichtigen würde. 583 Rushing Yards und sechs Touchdowns in sechs Spielen – stark! Er sollte allerdings besser auf den Ball aufpassen, zweimal hat er den Ball schon durch Fumbles verloren.

New England Patriots

Kein Spieler, sondern die Defense ist für mich derzeit der MVP. Der amtierende Super-Bowl-Sieger hat statistisch gesehen die beste Overall Defense, die zweitbeste Pass- und die drittbeste Laufverteidigung der NFL. Gerade einmal acht Punkte pro Spiel lassen die Patriots derzeit zu. Wahnsinn.

New Orleans Saints

Knifflig: Michael Thomas oder Alvin Kamara, Alvin Kamara oder Michael Thomas? Kamara ist ohne zweifel ein Top-Dual-Threat-Running-Back (Mann, sind das viele Bindestriche). Thomas ist ohne Zweifel einer der besten Wide Receiver der Liga, der in dieser Diskussion oft vergessen wird. Meine Wahl: Thomas!

New York Giants

Auch hier ein No-Brainer: Saquon Barkley wäre auch meine Wahl als MVP der Giants, wenn ich die Quarterback-Position berücksichtigen dürfte. Wegen einer Knöchelverletzung fällt der Running Back derzeit aus, deswegen ist Evan Engram meine zweite Wahl. Der Leading-Receiver der Giants ist besonders gut darin, für neue First Downs zu sorgen.

New York Jets

Die Jets stehen bei 1-4, gar nicht so einfach, sich da einen MVP des Teams rauszusuchen. Ich wähle Le’Veon Bell. Mit 256 Yards der Top-Rusher seines Teams und auch im Pass-Spiel unverzichtbar: In dieser Saison wurde er schon 33-mal angeworfen, nur Wide Receiver Jamison Crowder kommt auf mehr Targets.

Oakland Raiders

Die Überraschung der Saison für mich bei den Raiders ist Darren Waller. Der Tight End spielt seine fünfte Saison, ist die Lieblingsanspielstation von Quarterback Derek Carr und immer für ein First Down gut. Einer der besseren Tight Ends der Liga. Einziges Manko: Waller hat noch keinen Touchdown erzielt.

Pittsburgh Steelers

Mein MVP bisher? Kicker Chris Boswell. Er ist bisher fehlerfrei, hat alle elf Fieldgoals (vier davon waren zwischen 40 und 49 Yards) und alle zwölf Extrapunkte verwandelt. Wie wichtig Extrapunkte sind? Frag doch mal bei den Atlanta Falcons nach.

Philadelphia Eagles

Defensive Tackle Fletcher Cox tackelt gerne für Raumverlust. Seine Physis (1,93 Meter und 141 Kilo) und seine Fähigkeit, Druck auf den Gegner zu machen, sind für jede Offense ein Albtraum. Für viele ist Cox der beste Defensive Lineman nach Aaron Donald.

San Francisco 49ers

Eine der besten Offenses der Liga, eine der besten Defenses der Liga: zurecht sind die 49ers in dieser Saison noch ungeschlagen. San Francisco ist sehr breit aufgestellt, darum fällt es mir echt schwer, einen Spieler als MVP herauszupicken. Deswegen wähle ich Headcoach Kyle Shanahan und sein Coaching-Team, die in dieser Saison bisher verdammt viel richtig gemacht haben.

Seattle Seahakws

Bobby Wagner. Der Linebacker gehört auf seiner Position zu den besten der Liga. Kein Wunder, dass die Seahawks mit ihrem Führungsspieler bis 2022 verlängert haben.

Tampa Bay Buccaneers

Er hat Jameis Winston als Quarterback hat und führt die Liga trotzdem in Receiving Yards an: Chris Godwin ist in dieser Saison explodiert, das kommt auch für mich überraschend. Unfassbare 110.3 Yards pro Spiel erzielt Godwin derzeit, Ligaspitze. Das trifft auch auf die neun Sacks von Linebacker Shaquil Barrett zu. Deswegen müssen sich die beiden den MVP teilen.

Tennessee Titans

Da komme ich wohl nicht an Derrick Henry vorbei. Der Downhill-Runner hat bisher vier Touchdowns erlaufen und einen durch die Luft gefangen. Die Titans setzen ihn in dieser Saison auch wieder im Pass-Spiel ein. Henry hat allerdings auch schon zwei Fumbles auf dem Konto.

Washington Redskins

Die Redskins dümpeln mit 1-5 in der Liga herum. Lichtblick aus meiner Sicht ist Wide Receiver Terry McLaurin. Der Rookie hat sich gleich mal zum Nummer-Eins-Receiver entwickelt und in bisher fünf Spielen schon acht Touchdowns erzielt.

Written by Chris Höb
Christian Höb ist Chefredakteur von SCOUTREPORT und moderiert die SCOUTREPORT-Webshow. Chris kommentiert außerdem GFL-Spiele der Berlin Rebels. Er ist freier Sportjournalist.

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