Christian McCaffrey ist einer der besten und vielseitigsten Runningbacks der NFL. In der Saison 2019/2020 erzielte er sage und schreibe 2392 Yards from Scrimmage (Lauf und Pass addiert). Der nächstbeste Runningback, Ezekiel Elliott, erzielte 1777 – mehr als 600 Yards weniger!

Für seine Produktivität wurde „CMC“ jetzt ordentlich belohnt: Er unterschrieb einen 4-Jahres-Vertrag über $64 Mio ($16 Mio pro Jahr), der ihn zum bestbezahlten Runningback der NFL-Geschichte macht. Mit Ausnahme von Ezekiel Elliott, der in Dallas, dank Teambesitzer Jerry Jones, eine Sonderrolle einnimmt und letztes Jahr einen absurden 6-Jahres-Vertrag über $90 Mio ($15 Mio pro Jahr) unterschrieb, beendete McCaffrey eine sonst sehr sparsame Zeit für Runningbacks.

McCaffrey und Elliott sind derzeit Ausnahmen

Die Teams geben in der heutigen passlastigen NFL wenig Geld für Läufer aus. Statt einem Runningback einen zweiten Vertrag anzubieten, wird häufig ein Nachfolger gedraftet, der für relativ wenig Geld einen Rookie-Vertrag unterschreibt. So sind von den aktuellen Top 10 Runningbacks, sortiert nach Yards from Scrimmage, acht Spieler unter ihrem ersten Vertrag. Die beiden Ausnahmen sind Elliott und McCaffrey.

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Die Panthers sind nun das zweite Team, und das erste Team, von dem das nicht unbedingt erwartet wurde, die einem Runningback derart viel Geld überweisen. Das Spannende: Die meisten der jetzigen Top-Runningbacks laufen zwar noch unter ihrem ersten Vertrag, werden aber 2021 oder 2022 Free Agents.

2021 Free Agents:
Derrick Henry (Tag, $10.3 Mio)
Dalvin Cook
Aaron Jones
Chris Cason
Joe Mixon
Alvin Kamara

2022 Free Agents:
Nick Chubb
Leonard Fournette

Den Teams der genannten Runningbacks bleiben zwei Optionen: Entweder sie bezahlen ihren Runningbacks eine Menge Geld oder sie draften einen Nachfolger und verwenden Draft Picks auf einen möglicherweise unpassenderen, weniger erfahrenen und/oder schlechteren Runningback.

McCaffrey sorgt für einen allgemeinen Wertanstieg

Runningbacks hatten bis zum Vertrag von McCaffrey keinen hohen Wert. Es war offensichtlich, dass Teams mit Dritt- und Viertrundenpicks für Runningbacks auskommen. Doch der Monster-Vertrag für McCaffrey bringt nun das ganze Gefüge ins Wanken: Was werden die Teams mit Top-Running Backs jetzt tun?

Schauen wir uns zum Beispiel kurz Aaron Jones von den Packers an: Die Packers halten viel von Jones, würden ihm aber niemals auch nur annähernd $15 Mio pro Jahr geben, eine jährlich zweistellige Summe erscheint schon weit außer Reichweite.

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Wenn nun aber alle Teams so denken, wird der Draftwert von Runningbacks steigen. Wenn viele Teams ihre Runningbacks ziehen lassen, werden auch viele Teams einen Neuen draften (müssen), was wiederum zu höheren Picks führt. Dadurch könnten dann aber andere, möglicherweise wichtigere Spieler nicht gedraftet werden.

Die Teams befinden sich in der Zwickmühle: Zahlen sie einem Free Agent viel Geld oder wetten sie auf den Draft, wobei auch das sehr riskant sein kann?

Die Gewinner sind alle Runningbacks. „CMC“ hat der ganzen Gruppe einen Riesengefallen getan, denn auch wenn vermutlich kein Runningback seinen Vertrag überbieten wird, so wird der Markt doch im Ganzen nach oben gezogen. Für eine „aussterbende“ Positionsgruppe, deren Wert immer im Sinkflug war, ist das ein gutes Zeichen.