College-Quarterback Justin Herbert: Viele Stärken, wenig Schwächen

SCOUTREPORT berichtet ab sofort auch über College Football. Experte Philipp Forstner analysiert für Dich jeden Woche College-Spieler im Hinblick auf den NFL Draft.

In der Kolumne College SCOUTing REPORT erhälst Du Einblicke in Philipps Scouting-Berichte zu Talenten, Rankings und Ratings sowie einen Ausblick auf den kommenden Spieltag. Der SCOUTREPORT-Experte pickt sich sehenswerte Spiele mit spannenden Matchups aus der Draft-Perspektive und liefert Dir die wichtigsten Schlagzeilen aus dem College Football. Der ein oder andere kennt Philipp von draftnerd.de.

Justin Herbert, Oregon Ducks

Der 21-jährige Oregon-Ducks-Quarterback wird überall für sein herausragendes Talent gelobt und wurde bereits im vergangenen Jahr zu den heißen Anwärtern auf den Nummer-1-Pick im NFL-Draft genannt. Er entschied sich jedoch, ein weiteres Jahr am College zu bleiben.

Mir gefällt seine Entscheidung bis zum heutigen Tag, erfüllt Justin Herbert zwar viele wichtige Anforderungen in seinem Spiel als Passgeber, allerdings hat er noch einen Weg bis zu einem vollwertigen NFL-Quarterback zu gehen.

Die Stärken von Justin Herbert

Seine natürlich wirkende Genauigkeit geht nicht zurück, wenn sich Justin Herbert innerhalb oder außerhalb der Pocket bewegt. Er besitzt bereits viele der oben beschriebenen Eigenschaften, die ein Quarterback für das nächste Level mitbringen soll. Sein Armtalent ist hierbei besonders hervorzuheben.

Ob mit purer Armkraft oder Ballgefühl, Herbert ist in der Lage, alle Bereiche des Feldes gefährlich anzugreifen. Dabei kann er sogar seine Wurfbewegung anpassen. Er findet häufig das bestmögliche Ziel auf dem Feld und bringt seine Receiver selten in schwierige Situationen. Dennoch ist er geschickt darin, erfolgreich seine Plays zu beenden, wenn ihm eigentlich kaum Möglichkeiten dazu angeboten werden. Seine Athletik möchte ich als ausreichend bezeichnen. 

Die Schwächen von Justin Herbert

Manch ein Team wird seine Pass-Mechanik kritisieren. Ich bin der Meinung, er sollte an seiner Beinarbeit nur etwas verändern, wenn sein Spiel Probleme in Sachen Genauigkeit aufweist. Unterm Strich kommen seine Pässe da an, wo er sie haben will.

Niemand fragt Patrick Mahomes, wie er den Ball mit parallel zum Feld gesetzten Füßen anbringt, so lange der Pass sitzt.

Herberts Belastbarkeit darf den Scouts hingegen Bauchschmerzen bereiten. Seine Verletzungshistorie umfasst Schulter- und Beinverletzungen. Die medizinischen Tests beim NFL Combine werden für viele Teams entscheidend sein bei ihrer Bewertung. Die Frage ist in seinem Fall wirklich angebracht: Ist Herbert in der Lage, eine volle NFL-Saison zu spielen?

Seine ansonsten ordentliche Entscheidungsfindung fällt deutlich ab, sobald unerwarteter Druck auf die Pocket kommt.

Play Fakes gehören gar nicht zu seinem Repertoire. Oft starrt er sogar sein Ziel zu lang an, sodass der Verteidiger seinen Plan erkennt, bevor der Pass geworfen wurde. Sein Spielsystem und bisher an ihn geforderte Aufgaben sind überschaubar. Er musste sich eigentlich nur um das Anbringen der Pässe kümmern. 

Fazit zu Justin Herbert

Um in der NFL Erfolg zu haben, sollte Justin Herbert den Scouts beweisen, dass er sich entwickeln kann. Dazu muss er nun den nächsten Schritt in seinem Spiel machen. Momentan erleben wir einen sicheren und elitär talentierten Passer, allerdings noch keinen Quarterback.

Diese Entwicklung ist aber durchaus möglich. Denn Herbert spielte im vergangenen Jahr unter neuen Coaches und man sollte ihm eine gewisse Anpassungsphase an die neuen Anforderungen zugestehen. Gut möglich, dass es ihm sein neuer Staff absichtlich leichter gemacht hat, den Einstieg erfolgreich zu absolvieren. Jetzt darf die nächste Stufe gezündet werden. 

Die wichtigsten News der Woche aus dem College Football

Nachdem Quarterback Deondre Francois die Florida State University verlassen musste, heuert er nach einer turbulenten Offseason bei den Hampton Pirates in der FCS Subdivision an. Das unterklassige Division-I-Programm sicherte sich das Talent, dass sofort spielberechtigt ist. Nachdem über ein Instagram-Video ein Vorfall häuslicher Gewalt veröffentlicht wurde, in den Francois verwickelt gewesen ist, benötigt er nun eine starke Saison auf dem Feld und eine von weiteren Verfehlungen befreite abseits des Feldes, damit er gedraftet wird. Die spielerischen Fähigkeiten besitzt er dazu allemal. 

Du hast Fragen zum College Football? Dann schreib SCOUTREPORT-Experte Philipp Forstner an draftnerdde@gmail.com oder auf Twitter (@Draft_Nerd_DE).

Written by Philipp Forstner
Philipp Forstner ist College- und NFL-Draft-Experte bei SCOUTREPORT. Er beobachtet Talente gerne aus der Trainer-Perspektive. Seit 2015 schreibt er für Beardown Germany. Leser kennen ihn auch von draftnerd.de

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