GFL Power Ranking: Chaos bei den Hildesheim Invaders

Die Hildesheim Invaders verlieren gegen die Dresden Monarch und entlassen anschließend Headcoach Matt LeFever. Das wirkt sich aufs Power Ranking aus. Wo landen die anderen GFL-Teams?

GFL Süd

Platz 1: Schwäbisch Hall Unicorns (Vorwoche: Platz 1)

Was für ein Auftritt der Unicorns. Die Schwäbisch Hall Unicorns gewinnen eindrucksvoll gegen die Allgäu Comets (Endstand 71:26) und lassen keinen Zweifel daran, wer der Topfavorit in den Playoffs sein wird.

Erst als die Unicorns mit 57 Punkten vorne liegen, nehmen sie den Fuß etwas vom Gas und lassen in der zweiten Halbzeit die Ersatzspieler ran. Zum Saisonabschluss kommt es zum Rückspiel gegen die Allgäu Comets.

Schwäbisch Hall Unicorns
Foto: Schwäbisch Hall Unicorns

Die Unicorns bleiben weiter auf Kurs und gehen mit Rückenwind in die Playoffs. Auf einen spezifischen Gegner können sich die Unicorns noch nicht vorbereiten, da der Kampf um die Platzierungen im Norden erst am letzten Spieltag entschieden wird. Wer auch immer die Fahrt nach Schwäbisch Hall antreten muss, wird es schwer haben.

Platz 2: Frankfurt Universe (Vorwoche: Platz 2)

Viertes Quarter, letztes Play. Die Frankfurt Universe gewinnen einen Krimi gegen die Stuttgart Scorpions (Endstand 26:24). Dabei fällt die Entscheidung erst mit auslaufender Uhr, als Kicker Max Siemssen ein 25-Yard-Fieldgoal zum Sieg verwandelt. Der junge Kicker, 2018 noch für die Jugend aus Paderborn aktiv, beendet die Aufholjagd der Stuttgart Scorpions.

Frankfurt Universe
Foto: Frankfurt Universe

Die Universe führen zu Beginn der zweiten Halbzeit noch recht komfortabel, ehe die Scorpions mit 17 Punkten in Serie die Führung übernehmen. Doch die Universe zeigen Comeback-Qualitäten, die bei knappen Spielen in den Playoffs noch wichtig werden können.

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Gepostet von KickoffShow by Scoutreport am Dienstag, 3. September 2019

Die Universe, die am vergangenen Spieltag vielen Ersatzspielern Einsatzzeit gegeben hatten, müssen zum Saisonabschluss noch gegen die Marburg Mercenaries ran. Durch den Sieg der Dresden Monarchs gegen die Hildesheim Invaders steht der Viertelfinalgegner der Frankfurter noch nicht final fest. Somit können sich die Universe ganz auf das Spiel gegen Marburg konzentrieren.

Platz 3: Marburg Mercenaries (Vorwoche: Platz 3)

Marburg hatte spielfrei. Die Mercenaries liegen sicher auf Platz drei der GFL Süd. Daran wird auch das abschließende Spiel gegen die Frankfurt Universe nichts ändern. Die Mercenaries werden gespannt den Dreikampf um den zweiten Platz der GFL Nord verfolgen. Egal, wohin die Marburger am Ende fahren müssen: die Mercenaries werden ein schwerer Gegner sein.

Marburg Mercenaries
Foto: Marburg Mercenaries

Platz 4: Stuttgart Scorpions (Vorwoche: Platz 5)

Bittere Niederlage. Die Stuttgart Scorpions verpassen es, sich gegen die Frankfurt Universe die Playoff-Teilnahme endgültig zu sichern und verlieren in letzter Sekunde mit 24:26. Die Scorpions setzen in der zweiten Halbzeit zu einem Comeback an, indem sie nach 17 erzielten Punkten in Serie die Führung im Spiel übernehmen und diese erst mit auslaufender Uhr wieder abgeben. Dazu sei gesagt, dass die Frankfurt Universe in der zweiten Halbzeit vermehrt Starter schonen und Ersatzspieler ran dürfen.

GFL Power Ranking von Erik Seewald
GFL Power Ranking von Erik Seewald. Foto: Sonja Matysiak Photography

Die Scorpions können sich immer noch aus eigener Kraft die Playoffs sichern. Mit einem Sieg gegen die Ingolstadt Dukes am Samstag (7. September) stehen die Scorpions als Vierter der GFL Süd fest. Verlieren die Scorpions, müssen sie auf Schützenhilfe aus Schwäbisch Hall vertrauen, welche gegen die Allgäu Comets spielen.

Platz 5: Ingolstadt Dukes (Vorwoche: Platz 4)

Dukes verspielen letzte Chance auf die Playoffs. Gegen die Munich Cowboys müssen die Ingolstadt Dukes eine Niederlage hinnehmen. Nach dem 17:24 gegen die Cowboys haben die Dukes keine Chance mehr auf eine Playoff-Teilnahme.

Für die Dukes, die lange auf Relegationskurs waren, ist die Saison zumindest keine Enttäuschung. Gegen die Cowboys sind eigene Turnover ein großes Problem. Drei Interceptions und ein verlorener Fumble sowie ein nicht gesicherter Onside Kick des Gegners sind einfach zu viel, um ein Football-Spiel zu gewinnen.

Ingolstadt Dukes
Foto: Ingolstadt Dukes

Die Dukes spielen zum Saisonabschluss noch gegen die Stuttgart Scorpions (Samstag, 7. September). Was zum Showdown um die Playoffs hätte werden können, ist jetzt nur noch für den Gegner relevant. Holen die Scorpions in Ingolstadt einen Punkt, stehen sie sicher in den Playoffs.

Platz 6: Allgäu Comets (Vorwoche: Platz 6)

Comets stoßen an ihre Grenzen. Die Allgäu Comets verlieren deutlich gegen die Schwäbisch Hall Unicorns (Endstand 26:71). Dabei sehen die Comets in der ersten Halbzeit kein Land und kassieren einen 50-Punkte-Halbzeitrückstand.

Allgäu Comets
Foto: Allgäu Comets

Damit haben die Comets zwar immer noch die theoretische Chance, die Playoffs zu erreichen. Da das Team aber zum Rückspiel nach Schwäbisch Hall muss, ist dieses Szenario eher unwahrscheinlich. Für die Comets endet die Saison damit so, wie sie begann. Dazwischen zeigten die Comets aber durchaus ansehnlichen Football.

Platz 7: Munich Cowboys (Vorwoche: Platz 8)

Rettung in letzter Minute. Die Munich Cowboys gewinnen gegen die Ingolstadt Dukes (Endstand 24:17) und retten sich vor der Relegation. Die Cowboys können dabei schon den Opening Kickoff zurückerobern und gehen früh mit einem Touchdown in Führung. Einen weiteren Touchdown erzielen die Münchener dann nach einer von drei Interceptions.

Diese 14 Punkte nach Turnovern des Gegners sind die Grundlage für den Sieg der Münchener. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung vermeiden die Cowboys die Relegation und spielen auch im nächsten Jahr in der GFL Süd.

Platz 8: Kirchdorf Wildcats (Vorwoche: Platz 7)

Ganz bitter für die Wildcats. Durch den Sieg der Munich Cowboys fallen die Kirchdorf Wildcats auf den letzten Platz in der Tabelle und müssen in die Relegation.

Der Gegner entscheidet sich erst am letzten Spieltag. Derzeit haben noch zwei Teams Chancen auf den Relegationsplatz. Die Ravensburg Razorbacks halten alle Karten in der Hand. Gewinnen sie ihr Duell gegen die Wiesbaden Phantmos, spielen sie um die Aufstieg. Verlieren sie, haben die Straubing Spiders noch die Chance auf Platz eins in der GFL 2 Süd, da sie den direkten Vergleich gegen die Razorbacks gewonnen haben.

Kirchdorf Wildcats
Foto: Kirchdorf Wildcats

Aus Wildcats-Sicht bleibt zu hoffen, dass die Spieler noch alle da sind und sich noch keiner in den Urlaub verabschiedet hat. Mental wird es schwierig, nach der langen Pause (das letzte Spiel der Wildcats war am 24. August) wieder voll einzusteigen und sich auf zwei entscheidende Spiele vorzubereiten. Der Vorteil dürfte hier beim potentiellen Aufsteiger aus der GFL 2 Süd liegen.

GFL Nord

Platz 1: New Yorker Lions Braunschweig (Vorwoche: Platz 1)

Die Lions setzen noch einen drauf. Nach zehn Touchdowns im Hinspiel setzt es für die Düsseldorf Panther elf Touchdowns im Rückspiel (Endstand 77:13). Die Lions zeigen dabei eindrucksvoll, warum sie in der GFL Nord noch kein Spiel verloren. 660 Offensive Yards ohne Turnover sind der Grundstein für den Sieg.

Lions Braunschweig
Foto: Lions Braunschweig

Die Lions müssen jetzt noch gegen die Kiel Baltic Hurricanes ran. Im Playoff-Viertelfinale warten höchstwahrscheinlich die Stuttgart Scorpions.

Platz 2: Dresden Monarchs (Vorwoche: Platz 4)

Vorläufig Platz zwei für die Monarchs. Die Dresden Monarchs nutzen die Schwäche der Hildesheim Invaders und gewinnen das Spiel (Endstand 31:14) sowie den direkten Vergleich. Die Monarchs können sich somit aus eigener Kraft Heimrecht im Playoff-Viertelfinale erspielen. Dazu muss am Samstag (7. September) allerdings ein Heimsieg gegen die Berlin Rebels her, gegen die die Monarchs das Hinspiel verloren haben.

Dresden Monarchs
Foto: Dresden Monarchs

Die Monarchs sorgten gegen die Hildesheim Invaders schnell für klare Verhältnisse, sodass die Invaders bald ihren angeschlagenen Quarterback Casey Therriault austauschen. Bei den Monarchs bekommt Glen Cuiellette den Vorzug vor Zack Greenlee auf der Quarterback-Position. Der zahlt das Vertauen zurück und bringt zwei Drittel seiner Pässe für 296 Yards und vier Touchdowns an den Mann.

Für die Monarchs ist die Ausgangslage vor dem letzten Spiel klar: Gewinnen die Sachsen gegen die Berlin Rebels, ist Dresden zweiter der GFL Nord und trifft zu Hause auf die Marburg Mercenaries. Verlieren die Monarchs, wird es kompliziert. Dann ist von Platz zwei bis vier noch alles möglich.

Platz 3: Hildesheim Invaders (Vorwoche: Platz 2)

Die Puste geht aus aus. Sichtlich angeschlagene Hildesheim Invaders müssen gegen die Dresden Monarchs die dritte Niederlage in Serie hinnehmen (Endstand 14:31) und verlieren auch den direkten Vergleich gegen die Monarchs. Quarterback Casey Therriault läuft verletzt auf und kann auch deswegen das Spiel nicht so dominieren, wie gewohnt. Als Ersatz muss Chris Andrews eingeflogen werden, da auch Backup Jaleel Awini mit einem Handbruch ausfällt.

Die Hildesheim Invaders geben das Spiel schon in Halbzeit eins aus der Hand und können den 17-Punkte-Rückstand aus der Halbzeit nicht wieder aufholen. Zu allen sportlichen Problemen gesellt sich nun auch Unruhe im Verein: Kurz vor den Playoffs trennen sich die Hildesheim Invaders von ihrem Headcoach Matt LeFever sowie dem Offense- und Defense-Koordinator. Die Mannschaft wird von Offensive Line Coach Gerrit Meister übernommen. Er wird unterstützt von Jabari Johnson und Jens Heinecke.

Kurz vor den Playoffs drohen die Hildesheim Invaders im Chaos zu versinken. Vor dem wichtigen Spiel gegen die Potsdam Royals muss sich die Mannschaft an eine neue Führung gewöhnen. Die Invaders können trotz alledem noch Platz zwei in der GFL Nord erreichen. Dafür müssen die Hildesheim Invaders aber auf Schützenhilfe der Berlin Rebels hoffen, da man den direkten Vergleich gegen die Dresden Monarchs verloren hat.

Platz 4: Berlin Rebels (Vorwoche: Platz 3)

Pflichtsieg für die Rebels. Gegen mutig kämpfende Kiel Baltic Hurricanes gelingt den Berlin Rebels ein erneuter Comeback-Sieg. 14 Punkte im Schlussviertel reichten aus, um den Kielern den Schneid abzukaufen. Die Defense der Rebels bildet wieder einmal das Fundament für den Auswärtssieg (Endstand 21:9). Nur 153 Offense Yards lässt das Team zu.

Im letzten Saisonspiel geht es für die Rebels gegen die Dresden Monarchs noch um viel. Gewinnen sie gegen die Monarchs, geht man wohl den Schwäbisch Hall Unicorns im Viertelfinale aus dem Weg. Verlieren aber gleichzeitig die angeschlagenen Hildesheim Invaders gegen die Potsdam Royals, kommt es zu einem „Three-Way-Tie“, drei Mannschaften mit gleich vielen Punkten in der Tabelle, wobei jedes der drei Teams einen direkten Vergleich gewonnen und einen verloren hat. Dann entscheidet die Punktedifferenz untereinander über die Platzierungen und damit auch über das Heimrecht Viertelfinale.

Berlin Rebels
Foto: Berlin Rebels

So spannend war der Kampf um die Platzierungen in der GFL Nord lange nicht mehr. Da die Rebels auswärts bei den Monarchs antreten müssen und die Invaders mit den Potsdam Royals einen sehr schlagbaren Gegner haben, verlieren die Rebels einen Platz im Power Ranking und fallen auf Platz vier.

Platz 5: Cologne Crocodiles (Vorwoche: Platz 5)

Sieg gegen die Royals. Die Cologne Crocodiles gewinnen das Duell der Enttäuschten gegen die Potsdam Royals mit 22:8. Die Crocodiles legen früh den Grundstein für den Sieg und führen zur Halbzeit mit 16 Punkten. Die Defensive hatte das Laufspiel der Royals gut im Griff. Punkte lassen die Kölner nur durch einen Interception Return Touchdown zu.

Für die Crocodiles warten zum Saisonabschluss am Samstag (7. September) die sieglosen Düsseldorf Panther. Im Rheinderby geht es allerdings nur noch im die Ehre. Düsseldorf muss in die Relegation. Köln wird die Saison als Fünfter der GFL Nord beenden. In der kommenden Saison werden die Crocodiles den nächsten Angriff auf die Playoffs starten.

Platz 6: Potsdam Royals (Vorwoche: Platz 6)

Erneute Niederlage für den Eurobowl-Sieger. Die Potsdam Royals verlieren das Duell gegen den Tabellennachbarn aus Köln mit 8:22. Die Royals können ihr Laufspiel nicht etablieren. Durch die Luft geht bei den Royals aufgrund der Ausfälle diverser Quarterbacks schon seit geraumer Zeit nicht mehr viel. Mit Straub, Tucker, Zimmermann, Knuettel und Stiegemann fehlen die fünf Quarterbacks, die für die Royals bisher die meisten Passing Yards geworfen haben. Damit erklären sich auch die zwei Passing Yards im Spiel gegen Köln.

Für die Royals kommt nach dem Eurobowl-Sieg nicht mehr viel zusammen. In der kommenden Saison müssen sich die Royals wieder auf die Werte der Aufstiegssaison besinnen. Der Kampf um die Playoff Plätze in der GFL Nord wird nicht kein leichter sein.

Platz 7: Kiel Baltic Hurricanes (Vorwoche: Platz 7)

Sechste Niederlage in Serie für die Canes. Die Kiel Baltic Hurricanes verlieren gegen die Berlin Rebels (9:21). Dabei halten die Kieler lange gut mit. Erst im vierten Viertel geht den Canes allmählich die Luft aus. Bis dahin führt man knapp. Letztendlich ist die Defense der Berlin Rebels aber zu stark.

Für die Canes geht am Samstag (7. September) mit der Partie gegen die New Yorker Lions Braunschweig eine schwierige Saison zu Ende. Die finanziellen Schwierigkeiten in der Offseason hinterlassen tiefe Spuren. Bei den Hurricanes werden die Planungen für die kommende Saison bald starten. Es bleibt abzuwarten, ob die Canes wieder an alte Größe anknüpfen können.

Platz 8: Düsseldorf Panther (Vorwoche: Platz 8)

Erneut ohne Chance. Die Düsseldorf Panther verlieren erwartungsgemäß gegen die New Yorker Lions aus Braunschweig (13:77). Dabei müssen die Panther elf Touchdowns des Gegners hinnehmen. Immerhin kann man selbst 280 Yards in der Offense erzielen und bewegt den Ball phasenweise gut über den Platz. Das macht Mut für die Relegation.

Panther Düsseldorf
Foto: Düsseldorf Panther

Davor müssen die Panther aber noch gegen die Cologne Crocodiles antreten. Im Rheinderby geht es allerdings nur noch um die Ehre. In der Relegation warten dann die Elmshorn Fighting Pirates, die nach zwölf Siegen ihr erstes Spiel verloren haben.

Autor: Erik Seewald
Erik Seewald ist ein ehemaliger Spieler der Berlin Adler. Mit dem Team holte er zweimal den Euro Bowl und einmal den German Bowl. Erik ist regelmäßig als Experte in der SCOUTREPORT Show zu Gast und auch als Experte bei Football-Live-Übertragungen tätig.

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