GFL Power Ranking: Der Restspielplan macht den Unterschied

Ein weiterer GFL-Spieltag liegt hinter uns. SCOUTREPORT-Experte Erik Seewald hat die Partien wieder analysiert und liefert Dir sein ganz persönliches GFL Power Ranking.

GFL Nord

Platz 1: New Yorker Lions Braunschweig (Vorwoche: Platz 1)

Sieg im ersten von zwei Spitzenspielen. Die New Yorker Lions Braunschweig haben einen weiteren Schritt zur Nordmeisterschaft gemacht. Mit dem 19:3-Sieg gegen die Dresden Monarchs beweisen die Lions einmal mehr, dass sie das Team sind, das es im Norden zu schlagen gilt.

Die Lions-Defense kontrolliert das Angriffsspiel der Monarchs fast nach Belieben. Insgesamt kommt Dresden nur auf 131 Offense Yards. Die Rushing-Attack der Lions um Chris McClendon liefert mit 147 Rushing Yards mehr als die gesamte Dresdner Offense. Ein Touchdown reicht aufgrund der vier Fieldgoals von Tobias Göbel zum Sieg.

Lions Braunschweig
Foto: Lions Braunschweig

Für die Lions geht es am Samstag (17. August) um den Titel in der GFL Nord. Gegen den Erzrivalen aus dem nur gut 50 Kilometer entfernten Hildesheim kommt es zum Spitzenspiel. Das Hinspiel haben die Lions mit 35:28 gewonnen.

Platz 2: Hildesheim Invaders (Vorwoche: Platz 2)

Glanzloser Pflichtsieg für die Hildesheim Invaders. Bei Regen tut sich das Team lange schwer. Bis zum zweiten Viertel müssen die Fans der Invaders auf Punkte gegen die Kiel Baltic Hurricanes warten. Die Hildesheim-Defense hält bis zum dritten Viertel und lässt nur einen gegnerischen Touchdown zu (Endstand 21:7).

Am Samstag (17. August) empfangen die Invaders die Rivalen aus Braunschweig. Es gilt einen Acht-Punkte-Rückstand aufzuholen.

GFL Power Ranking von Erik Seewald
Erik Seewald analysiert die GFL. Foto: Sonja Matysiak Photography

Danach warten noch weitere schwere Spiele gegen Köln und Dresden. Vor allem das Spiel gegen die Monarchs kann noch eine ganz enge Angelegenheit werden. Dresden schielt noch auf Platz zwei und damit auf Heimrecht in den Playoffs.

Platz 3: Dresden Monarchs (Vorwoche: Platz 3)

Keine Überraschung gegen die New Yorker Lions aus Braunschweig. Die Dresden Monarchs müssen sich auch im Rückspiel gegen die Lions geschlagen geben (3:19). Die Offense findet einfach keinen Weg in die gegnerische Endzone.

Dresden Monarchs
Foto: Dresden Monarchs

Die gute Nachricht für die Monarchs ist, dass sie aus eigener Kraft ihren angestammten zweiten Platz in der GFL Nord sichern können. Mit vier Siegen aus vier Spielen ist das zu schaffen. Allerdings muss das Spiel gegen die Hildesheim Invaders mit mehr als vier Punkten gewonnen werden. Auch warten noch zwei Spiele gegen die unangenehmen Berlin Rebels, die ebenfalls noch um die Playoffs kämpfen.

Platz 4: Cologne Crocodiles (Vorwoche: Platz 4)

Die Cologne Crocodiles hatten spielfrei. Vor dem vorentscheidenden Spiel gegen die Berlin Rebels am Sonntag (18. August) können die Crocodiles Kraft tanken. Wenn die Kölner drei ihrer letzten vier Saisonspiele gewinnen, sollten sie in den Playoffs stehen.

Auch wenn das Team den direkten Vergleich gegen die Berlin Rebels wohl nicht mehr gewinnen wird (Hinspiel 0:27), müssen die Rebels noch zweimal gegen Dresden ran. Im Fernduell am letzten Spieltag wird entschieden, ob die Crocodiles in den Playoffs spielen.

Platz 5: Berlin Rebels (Vorwoche: Platz 5)

Ein knapper Sieg erhält die Hoffnungen auf die Playoffs. Erst im vierten Viertel wird das Berlin-Brandenburg-Derby entschieden. TJ Esekielu macht den entscheidenden Touchdown zum 14:7. Die Rebels-Defense hält in gewohnter Manier und so reichen 214 Offense Yards, um die Hoffnung auf die Playoffs für die Rebels zu erhalten.

Berlin Rebels
Foto: Berlin Rebels

Die Rebels müssen am Sonntag (18. August) gegen die Cologne Crocodiles gewinnen, weil danach noch zwei Spiele gegen die Dresden Monarchs anstehen und auch das Spiel gegen die Kiel Baltic Hurricanes zum Abschluss wird kein Selbstläufer.

Fakt ist: Gewinnen die Rebels gegen die Crocodiles, steht die Tür zu den Playoffs weit offen, verlieren die Rebels, muss das Team gegen den Tabellendritten aus Dresden mindestens eins der beiden Spiele gewinnen. Ich schätze die Crocodiles derzeit stärker ein als die Rebels. Deswegen bleiben die Rebels auf Platz fünf im Power Ranking.

Platz 6: Kiel Baltic Hurricanes (Vorwoche: Platz 7)

Guter Auftritt der Kiel Baltic Hurriances gegen die Hildesheim Invaders. Die Canes verlieren zwar das Spiel, präsentieren sich allerdings lange Zeit gut und halten bis zum Schlussviertel mit (Endstand 7:21). Für die Canes geht es in dieser Saison um nicht mehr viel. Nach oben und nach unten kann wenig passieren.

Nach den Turbulenzen in der Offseason sind das aber gute Nachrichten. Die Canes können in den verbleibenden Spielen weiter Selbstvertrauen tanken, um nächstes Jahr wieder zum gewohnten Konkurrenten um die Playoffs zu werden. Im vorletzten Spiel der Saison kann Kiel noch zum Stolperstein für die Berlin Rebels im Kampf um die Playoffs werden. Gegen die Potsdam Royals kann auch noch ein Sieg drin sein.

Platz 7: Potsdam Royals (Vorwoche: Platz 6)

Chance vergeben. Die Potsdam Royals schaffen zum Ende des Spiels gegen die Berlin Rebels nicht den Ausgleich (Endstand 7:14) und verlieren das vierte Spiel in Serie. Potsdam hatte genug Chancen, das Spiel zu gewinnen. Allerdings werfen Strafen die Royals immer wieder zurück. 137 Yards Strafen und ein nicht vorhandenes Laufspiel sowie zwei Turnover geben in dem engen Spiel den Ausschlag zu Gunsten des Gegners aus Berlin.

Ähnlich wie bei den Canes geht es auch für Potsdam um nichts anderes mehr als die Ehre. In den Duellen gegen die Düsseldorf Panther und die Kiel Baltic Hurricanes will der aktuelle Eurobowl-Sieger noch einmal zeigen, dass er eines Titelträgers würdig ist. Immerhin hat man seit Eurobowl-Spiel keine Partie mehr gewonnen.

Platz 8: Düsseldorf Panther (Vorwoche: Platz 8)

Die noch sieglosen Düsseldorf Panther hatten spielfrei. Das Team wird sich langsam aber sicher auf die beiden Relegationsspiele vorbereiten. Ob für die beiden Partien gegen die Elmshorn Fighting Pirates noch einmal mit einem Sieg Selbstvertrauen getankt werden kann, scheint fraglich.

Panther Düsseldorf
Foto: Düsseldorf Panther

Einzig die Potsdam Royals sind aus meiner Sicht schlagbar. In den restlichen drei Spielen gegen die New Yorker Lions Braunschweig (zweimal) und Köln wird nichts zu holen sein, da es für Braunschweig noch um die Nordmeisterschaft geht und für die Cologne Crocodiles um die Playoffs.

GFL Süd

Platz 1: Schwäbisch Hall Unicorns (Vorwoche: Platz 1)

Der Südmeister steht fest. Mir einem knappen Sieg gegen Frankfurt Universe (42:34) sichern sich die Unicorns bereits zwei Spieltage vor dem Ende der regulären Saison den Titel in der GFL Süd.

Schwäbisch Hall Unicorns
Foto: Schwäbisch Hall Unicorns

In dem Offensiv umkämpften Spiel sind die Unicorns immer einen Schritt voraus und geraten nie in Rückstand. Auch wenn der German-Bowl-Sieger das Spiel bereits zur Halbzeit im Griff zu haben scheint, kommt Universe vor der Rekordkulisse von 3284 Zuschauern wieder heran. Besonders Quarterback Jadrian Clark drückt dem Spiel seinen Stempel auf. Mit 336 Passing Yards und insgesamt fünf Tochdowns (zwei Rushing, drei Passing) überzeugt der Quarterback der Unicorns.

Platz 2: Frankfurt Universe (Vorwoche: Platz 2)

Letzte Chance verspielt. Die Hoffnungen der Frankfurt Universe auf Platz eins in der GFL Süd sind nach dem 34:42 gegen die Schwäbisch Hall Unicorns dahin. Das Team wird allerdings Heimrecht im Viertelfinale der Playoffs haben.

Frankfurt Universe
Foto: Frankfurt Universe

Mut machen sollte den Universe, dass sie das Spiel zum Ende hin noch fast drehen konnten. Die noch vier ausstehenden Spiele werden die Universe nutzen, um die gute Form für die Playoffs zu halten.

Platz 3: Marburg Mercenaries (Vorwoche: Platz 3)

Trotz der Niederlage weiter auf Playoffkurs: Die Marburg Mercenaries verlieren etwas überraschend ihr zweites Spiel in Serie gegen die Allgäu Comets (Endstand 19:22).

Marburg Mercenaries
Foto: Marburg Mercenaries

Für die Mercenaries ist das ein Rückschlag im Kampf um Platz drei, mit dem man dem Nordmeister aus dem Weg gehen würde. In den drei verbleibenden Spielen müssen zwei Siege her, damit Marburg sicher auf Platz drei bleibt.

Platz 4: Stuttgart Scorpions (Vorwoche: Platz 4)

Stuttgart hatte spielfrei. Die Scorpions spielen noch zweimal gegen Frankfurt Universe und einmal gegen die Ingolstadt Dukes. Gegen die Dukes muss zum Abschluss der regulären Spielzeit ein Sieg her, damit die Scorpions sicher und mit einem guten Gefühl in die Playoffs gehen können.

Platz 5: Allgäu Comets (Vorwoche: Platz 5)

Wichtiger Sieg für die Comets im Abstiegskampf. Das 22:19 gegen die Marburg Mercenaries kommt unerwartet. Die Allgäu Comets haben nun vier Siege, im Vergleich zu den anderen drei Teams, die noch gegen den Abstieg spielen, eine gute Ausgangslage. Mit einem Sieg gegen die Kirchdorf Wildcats am Samstag (17. August) sichern sich die Comets den Klassenerhalt.

Allgäu Comets
Foto: Allgäu Comets

Platz 6: Ingolstadt Dukes (Vorwoche: Platz 6)

Großer Schritt für die Dukes. Gegen den direkten Konkurrenten Kirchdorf Wildcats gewinnt Ingolstadt mit 37:27 und vergrößert den Abstand auf den Relegationsplatz. Gewinnen die Dukes auch eines der Spiele gegen die Munich Cowboys, ist der Klassenerhalt gesichert.

Ingolstadt Dukes
Foto: Ingolstadt Dukes

Platz 7: Munich Cowboys (Vorwoche: Platz 7)

Die Cowboys hatten spielfrei. Nach sechs Niederlagen in Serie müssen die Münchner den Turnaround schaffen. Zu Beginn der Saison sahen die Cowboys wie ein sicherer Playoff-Teilnehmer aus.

Mit zwei Siegen aus den letzten drei anstehenden Spielen bleiben die Cowboys sicher in der GFL. Viel wird davon abhängen, ob Quarterback Brady Bolles nach seinem Fingerbruch wieder ins Geschehen eingreifen kann.

Platz 8: Kirchdorf Wildcats (Vorwoche: Platz 8)

Bittere Niederlage im Abstiegskampf. Das 27:37 der Kichdorf Wildcats gegen die Ingolstadt Dukes tut besonders weh, da sich Kirchdorf wesentlich besser präsentierte als beim 0:24 im Hinspiel.

Kirchdorf Wildcats
Foto: Kirchdorf Wildcats

Für die Wildcats ist ein Sieg gegen derzeit stark aufspielenden Allgäu Comets am Samstag (17. August) Pflicht, da im letzten Saisonspiel gegen die Frankfurt Universe wohl keine Punkte zu holen sein werden.

Selbst mit einem Sieg bleibt den Wildcats an den letzten beiden Spieltagen der regulären Saison nur die Zuschauerrolle. Gewinnt das Team nicht gegen die Comets, wird sich Kirchdorf schon auf die Relegationsspiele vorbereiten. In der GFL 2 Süd tobt derzeit noch Vierkampf um den Aufstiegs-Relegationsplatz.

SCOUTREPORT Show: Steuern für NFL-Profis, Kritik an NFL Deutschland und Top 10 NFL-Spieler

Autor: Erik Seewald
Erik Seewald ist ein ehemaliger Spieler der Berlin Adler. Mit dem Team holte er zweimal den Euro Bowl und einmal den German Bowl. Erik ist regelmäßig als Experte in der SCOUTREPORT Show zu Gast und auch als Experte bei Football-Live-Übertragungen tätig.

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