GFL Süd: Der Abstiegskampf spitzt sich zu

Langsam beginnt in der GFL die heiße Phase! In der GFL Nord kämpfen noch drei Teams um den vierten Playoffplatz. In der GFL Süd kämpfen vier Teams gegen den Relegationsplatz.

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GFL Süd

Platz 1: Schwäbisch Hall Unicorns (Vorwoche: Platz 1)

45 Siege in Serie. Die Schwäbisch Hall Unicorns erreichen die nächste Marke. Mit 42:36 fällt der Sieg allerdings knapper aus als von vielen erwartet. Die Offense der Marburg Mercenaries erzielt so viele Punkte wie kein anderes Team gegen den amtierenden Deutschen Meister.

Schwäbisch Hall Unicorns
Foto: Schwäbisch Hall Unicorns

Am Ende setzt sich die Klasse des Meisters allerdings durch. Die Unicorns marschieren unaufhaltsam in Richtung Südmeisterschaft. Am 11. August steigt das Spitzenspiel gegen Frankfurt Universe. Die Unicorns wollen dann nicht nur ihre Siegesserie ausbauen, sondern auch Platz eins im Süden verteidigen. Die beiden restlichen Spiele gegen die Allgäu Comets könnten dann schon zur Vorbereitung auf die Playoffs genutzt werden.

Platz 2: Frankfurt Universe (Vorwoche: Platz 2)

Überzeugender Pflichtsieg. Gegen stark geschwächte Munich Cowboys gelingt den Frankfurt Universe ein klarer Auswärtssieg (Endstand 46:0). Besonders die Frankfurter Defense überzeugt: Sie lässt drei First Downs, minus 16 Rushing Yards und 13 Total Offense Yards zu. Beeindruckend! Dazu liefert die Offense mit 406 Yards eine solide Leistung ab.

Frankfurt Universe
Foto: Frankfurt Universe

Am 11. August entscheidet sich der Kampf um die Südmeisterschaft. Die Universe müssen zu den ungeschlagenen Unicorns nach Schwäbisch Hall. Der souveräne Titelverteidiger wird den Universe mit Sicherheit mehr Probleme bereiten als geschwächte Munich Cowboys.

Zwei der letzten drei Spiele bestreiten die Scorpions gegen die Frankfurt Universe, die noch um die Südmeisterschaft kämpfen. Im letzten Spiel reisen die Scorpions nach Ingolstadt, wo es für die Dukes wohl noch bis zum Ende gegen den Abstieg geht. Stuttgart hat noch Chancen auf Platz auf Platz drei, Marburg hat das leichtere Restprogramm.

Platz 3: Marburg Mercenaries (Vorwoche: Platz 3)

Hoher Einsatz, gutes Spiel, trotzdem kein Sieg. Die Marburg Mercenaries werden sich etwas ärgern, erzielen sie doch gegen die beste Defense der GFL 36 Punkte. Trotzdem steht die Niederlage gegen die Schwäbisch Hall Unicorns (Endstand 36:42).

Marburg Mercenaries
Foto: Marburg Mercenaries

Trotz der Niederlage der Stuttgart Scorpions bleiben die Marburg Mercenaries auf Platz drei in meinem Power Ranking. Das Team sollte sicher in den Playoffs sein. In den kommenden Spielen geht es darum, die Scorpions auf Distanz zu halten.

Für einen Angriff auf Frankfurt Universe und Platz zwei in der GFL Süd, der Heimrecht im Playoff-Viertelfinale bedeuten würde, muss das Rückspiel gegen die Universe am letzten Spieltag (7. August, 18 Uhr) mit sechs oder mehr Punkten Vorsprung gewonnen werden.

Platz 4: Stuttgart Scorpions (Vorwoche: Platz 4)

Unnötige Niederlage für die Stuttgart Scorpions. Sie können die Niederlage der Marburg Mercenaries nicht ausnutzen und bleiben auf Platz vier im Power Ranking. Die Scorpions sind allerdings mit zwölf Punkten schon fast sicher in den Playoffs. Dennoch sollten die Stuttgarter nach drei Niederlagen aus den vergangenen vier Spielen langsam wieder in die Spur finden, um nicht nur ein Stolperstein für den kommenden Nordmeister zu sein.

 Platz 5: Allgäu Comets (Vorwoche: Platz 6)

Die Allgäu Comets befreien sich weiter. Gegen die Stuttgart Scorpions drehen die Comets auch das Rückspiel in der zweiten Halbzeit (Endstand 16:12). Zwei Teams, zwei Halbzeiten, zwei unterschiedliche Strategien: Während die Scorpions vor allem auf das Passspiel und ihren Quarterback Michael Eubank setzten, verlassen sich die Comets auf ihr Laufspiel.

199 Passing Yards der Scorpions (Comets: 31 Passing Yards) stehen 276 Rushing Yards (Stuttgart: 32 Rushing Yards) gegenüber. Am Ende setzt sich das Laufspiel der Comets durch. Damit verbessern die Allgäuer ihre Ausgangssituation im Abstiegskampf und rücken auf Platz fünf im Power Ranking vor.

Allgäu Comets
Foto: Allgäu Comets

Trotzdem sind die Comets noch nicht gerettet. Mit dem schwersten restlichen Spielplan mit jeweils zwei Partien gegen die Schwäbisch Hall Unicorns und gegen die Marburg Mercenaries müssen die Comets bei den Kirchdorf Wildcats fast schon gewinnen, um sich zu retten. Die Comets scheinen aber nach zwei Siegen in Serie gut gerüstet.

Platz 6: Ingolstadt Dukes (Vorwoche: Platz 8)

Aufatmen bei den Ingolstadt Dukes. Beim klaren Sieg gegen die Kirchdorf Wildcats sind die Ingolstädter das effektivere Team. Die Dukes nutzen die Fehler der Wildcats gnadenlos aus und setzen sich mit 24:0 durch.

Ingolstadt Dukes
Foto: Ingolstadt Dukes

Für den Abstiegskampf bedeutet das viel Spannung. Die Dukes spielen noch einmal gegen Kirchdorf, zweimal gegen München und zuletzt gegen angeschlagene Stuttgart Scorpions. Damit haben die Dukes den leichtesten Spielplan. Mit Siegen gegen die Wilcats und die Cowboys können die Dukes den Klassenerhalt aus eigener Kraft sichern. Der Aufwind der vergangenen Wochen kommt für die Dukes zur rechten Zeit. .

Platz 7: Munich Cowboys (Vorwoche: Platz 7)

Herbe Niederlage im Abstiegskampf. Ohne Quarterback Brady Bolles, der mit einem Fingerbruch ausfällt, müssen sich die Munich Cowboys klar den Frankfurt Universe geschlagen geben (46:0). Die Cowboys erzielen nur drei First Downs.

München steckt damit voll Abstiegskampf und muss die beiden Spiele gegen die Ingolstadt Dukes gewinnen, um sich zu retten. Viel wird davon abhängen, ob und in welcher Form Bolles ins Geschehen eingreifen kann. Einen weiteren Auftritt wie gegen Frankfurt darf sich die Cowboys-Offense nicht erlauben.

Platz 8: Kirchdorf Wildcats (Vorwoche: Platz 5)

Tiefer Fall für die Kirchdorf Wildcats. Nach der deutlichen Niederlage gegen die Ingolstadt Dukes (0:24) sind die Wildcats stark abstiegsgefährdet. Kirchdorf verpasst es, nach guten Drives zu punkten und geht am Ende – trotz ebenbürtiger Offense-Leistung – mit null Punkten vom Platz. Vier Turnover werden vom Gegner in 17 Punkte umgemünzt.

Kirchdorf Wildcats
Foto: Kirchdorf Wildcats

Die Wildcats haben derzeit die schlechtesten Karten im Abstiegskampf. Zwei der drei ausstehenden Spiele gehen allerdings gegen direkte Konkurrenten, sodass die Wildcats noch viel in der eigenen Hand haben. Ein Nachteil ist allerdings, dass Kirchdorf an den letzten zwei Spieltagen der regulären Saison nur zuschauen kann. Die Wildcats spielen ihr letztes Spiel bereits am 24. August gegen Frankfurt Universe.

GFL Nord

Platz 1: New Yorker Lions Braunschweig (Vorwoche: Platz 1)

Die New Yorker Lions Braunschweig marschieren weiter. Beim Sieg über die Kiel Baltic Hurricanes sorgen die Lions schnell für klare Verhältnisse (Endstand 49:21). Mit über 400 Yards Rushing und drei Spielern mit über 100 Yards Rushing überrollt der Klub seinen Gegner.

Lions Braunschweig
Foto: Lions Braunschweig

Für die Lions sind die Playoffs faktisch perfekt. In den folgenden beiden Spielen gegen die Verfolger Dresden Monarchs und Hildesheim Invaders geht es noch um die Verteidigung des Titels des GFL-Nordmeisters und das Heimrecht für die Playoffs. 

Platz 2: Hildesheim Invaders (Vorwoche: Platz 2)

Hildesheim ist nicht zu stoppen. In einem spannenden Spiel setzen sich die Invaders gegen die Berlin Rebels durch (36:30) und verteidigen Platz zwei im Power Ranking. Erst kurz vor Ende des vierten Viertels können die Invaders den Touchdown zum Sieg erzielen.

GFL Power Ranking von Erik Seewald
GFL-Experte Erik Seewald liefert Dir jeden Mittwoch das GFL Power Ranking. Foto: Sonja Matysiak Photography

Statistisch deutlich überlegen machen sich die Invaders durch Turnover das Leben schwer. 23 Punkte erzielt der Gegner nach Ballverlusten der Invaders. Das Team um Star-Quarterback Casey Therriault erwartet in den letzten fünf Spielen zwei echte Brocken: In den Partien gegen die New Yorker Lions und die Dresden Monarchs werden über die Platzierung und das Heimrecht in den Playoffs entscheiden. Zwischen Platz eins und drei ist für die Invaders noch alles drin.

Platz 3: Dresden Monarchs (Vorwoche: Platz 3)

Überzeugender Auftritt der Monarchs. Gegen die Potsdam Royals gewinnt das Team mit 38:7. Grundlage für den klaren Erfolg ist die Arbeit der Defense. Weniger als 200 Yards lässt die Verteidigung der Monarchs zu. Besonders das Passspiel der Royals kommt nicht zu Entfaltung. Offensiv präsentieren sich die Monarchs sehr ausgeglichen, Quarterback Zack Greenlee verteilt seine Pässe gut unter seinen Receivern. Die drei Interceptions sollten dem Quarterback allerdings zu denken geben. Im Kampf um eine gute Ausgangssituation für die Playoffs dürfen solche Fehler nicht passieren.

Dresden Monarchs
Foto: Dresden Monarchs

Die Monarchs bleiben vorerst auf Platz drei im Power Ranking. Am 10. August reisen die Dresden Monarchs zu den Lions aus Braunschweig – ein Spitzenspiel!

Platz 4: Cologne Crocodiles (Vorwoche: Platz 4)

Die Cologne Crocodiles hatten spielfrei. Die Kölner haben für mich die beste Ausgangssituation im Kampf um den vierten Playoff-Platz. Von noch vier ausstehenden Spielen sollten die Crocodiles drei gewinnen. Die beiden Duelle gegen die direkten Konkurrenten Berlin Rebels und Potsdam Royals werden entscheidend sein.

Platz 5: Berlin Rebels (Vorwoche: Platz 6)

Die Berlin Rebels verlieren ihr zweites Spiel in Serie. Gegen die Hildesheim Invaders nutzen die Hauptstädter Fehler des Gegners gnadenlos aus. 23 Punkte erzielen sie nach Takeaways bei der 30:36-Niederlage. Wegen der mäßigen Offense-Leistung (nur 219 Offense Yards) reicht es allerdings nicht zum Sieg.

Berlin Rebels
Foto: Berlin Rebels

Die Rebels erwarten jetzt die Wochen der Wahrheit im Playoff-Kampf. Mit den Potsdam Royals und den erstarkten Cologne Crocodiles geht es gegen zwei direkte Konkurrenten um den vierten Platz. Werden beide Spiele gewonnen, haben die Rebels realistische Chancen auf die Playoff-Teilnahme.

Platz 6: Potsdam Royals (Vorwoche: Platz 5)

Erneuter Rückschlag für Potsdam. Die Royals unterliegen deutlich gegen die Dresden Monarchs (7:38). Das Passspiel der Royals kommt nach der Verletzung von Sam Straub einfach nicht in die Gänge. Timothy Knüttel, Quarterback für das Spiel gegen die Monarchs, kann Straub nicht adäquat vertreten. Am Ende des Spiels stehen 62 Passing Yards bei einem Touchdown und einer Interception.

Wenn die Royals noch eine Chance auf die Playoffs haben wollen, müssen sie wohl vier der letzten fünf Spiele gewinnen. Besonders in den Partien gegen die direkten Konkurrenten Berlin Rebels und Cologne Crocodiles muss ein Sieg her. Ohne Quarterback Sam Straub, der mit einer Gehirnerschütterung ausfiel, wird dieses Unterfangen schwierig. Deshalb fallen die Royals im Power Ranking auf Platz sechs zurück.

Platz 7: Kiel Baltic Hurricanes (Vorwoche: Platz 7)

Wieder eine Niederlage für die Hurricanes. Für die Kieler ist die Saison so gut wie vorbei. Mit fünf Punkten bewegt sich das Team im unteren Tabellenviertel, ohne wirklich in Abstiegsgefahr zu sein. Im Spiel gegen die New Yorker Lions aus Braunschweig müssen sich die Hurricanes erwartungsgemäß klar geschlagen geben (Endstand 21:49). Die Kieler erkennen früh, dass sie die Rushing-Maschine der Lions nicht stoppen können. Am Ende lassen sie über 400 Rushing Yards zu.

Platz 8: Düsseldorf Panther (Vorwoche: Platz 8)

Die Düsseldorf Panther hatten spielfrei. Für das Team vom Rhein geht es in dieser Saison nur noch darum, sich auf die Relegation vorzubereiten. Dort werden die Panther höchstwahrscheinlich auf die Elmshorn Fighting Pirates treffen, die die GFL2 Nord ungeschlagen anführen. Die Panther haben noch vier Saisonspiele. Am 17. August treffen sie auf angeschlagene Potsdam Royals. Gibt es den ersten Saisonsieg?

Panther Düsseldorf
Foto: Düsseldorf Panther

Das nächste GFL Power Ranking von Erik Seewald erscheint am 14. August 2019 auf SCOUTREPORT.de.

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Autor: Erik Seewald
Erik Seewald ist ein ehemaliger Spieler der Berlin Adler. Mit dem Team holte er zweimal den Euro Bowl und einmal den German Bowl. Erik ist regelmäßig als Experte in der SCOUTREPORT Show zu Gast und auch als Experte bei Football-Live-Übertragungen tätig.

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