Literatur-Quarterback: Sebastian Vollmer hatte Zweifel an NFL-Job

Ein Quarterback muss eine Defense lesen. Unser Literatur Quarterback Chris Höb liest auch – und zwar Bücher über American Football. Er stellt dir in dieser Rubrik regelmäßig Bücher vor. Heute: „German Champion“ von Sebastian Vollmer.

Buch-Kritik German Champions von Sebastian Vollmer
Chris Höb ist der Literatur Quarterback. Dieses Mal stellt er euch „German Champion“ von Sebastian Vollmer vor (Foto: SCOUTREPORT)

Ein Quarterback hat bei gewissen Plays mehrere Reads – also Optionen, was er mit dem Football tun kann. Literatur Quarterback Chris Höb geht bei seinen Buchkritiken vier Reads durch und taucht dabei immer tiefer ein.

First Read: Die Daten zu „German Champion“

  • Titel: German Champion – Die Geschichte meiner NFL-Karriere
  • Autor: Sebastian Vollmer mit Dominik Hechler
  • Seiten: 191
  • Jahr: 2018
  • Sprache: Deutsch
  • Verlag: Riva
  • Preis: 19,99 €

Second Read: Darum geht es bei „German Champion“

Eine Auto-Biographie von Sebastian Vollmer. Der Deutsche beschreibt seinen Weg von den Düsseldorf Panther in NFL. Er gibt zahlreiche Einblicke hinter die Kulissen der New England  Patriots, mit denen er zweimal den Super Bowl gewann. In der Mitte des Buches gibt es auf acht Seiten Farbfotos, die während Vollmers Karriere entstanden sind.

Third Read: Vollmers Krankenakte ist dicker als ein Playbook

Wer sich schon länger für die NFL interessiert, dem wird einiges bekannt vorkommen, was Sebastian Vollmer schreibt. Zum Beispiel, dass Bill Belichik ein harter Trainer ist und Quarterback Tom Brady gerne bis zum Umfallen den Gegner studiert.

Interessant ist vor allem Dingen, wie offen Vollmer seine Verletzungshistorie beschreibt. Klar, American Football ist nicht gerade ein Sport, der die Gesundheit fördert. Dass Vollmer allerdings so krasse Beschwerden hatte, war mir neu. Rückenschmerzen, Arthrose, gebrochene Knochen… Vollmers Krankenakte ist dicker als ein Playbook. „Meine Verbundenheit zum American Football war so groß, dass ich letztlich dazu bereit war, meinen Körper aufzugeben“, schreibt der ehemalige Offensive Tackle der Patriots.

Beim Lesen wird aber auch klar, dass Vollmer durchaus seine Zweifel hatte an seinem Job als Leistungssportler. Er beschreibt es als „großen emotionalen Zwiespalt“. „Ich wollte mit 40, 50, 60 Jahren immer noch für meine Familie da sein“, schreibt Vollmer.

Fourth Read: Für wen ist „German Champion“ geeignet?

Wer sich für den deutschen Super-Bowl-Sieger interessiert, sollte zugreifen. Auch wenn er sich bisher kaum oder gar nicht mit American Football und der NFL beschäftigt hat. Sebastian Vollmer schreibt so, dass es für jeden verständlich ist. Wer allerdings hofft, sich mehrere Tage oder sogar Wochen mit dem Buch beschäftigen zu können, der wird enttäuscht. Ich hatte es in zwei Tagen durch.

Written by Chris Höb
Christian Höb ist Chefredakteur von SCOUTREPORT und moderiert die SCOUTREPORT-Webshow. Chris kommentiert außerdem GFL-Spiele der Berlin Rebels. Er ist freier Sportjournalist.

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