Im Trend ist, dass viele Runningbacks ihre Colleges frühzeitig in Richtung NFL verlassen. Doch manche Stars kehren überraschend zurück an ihre Schulen. Derzeit fällt der Wert von Runningbacks für die NFL rapide und je jünger und unverbrauchter die Talente daherkommen, desto gefragter sind sie. Travis Etienne, Najee Harris und Chuba Hubbard haben sich trotzdem etwas dabei gedacht, noch ein Jahr auf ihre Profikarriere zu warten.

Sie wollen noch einige Fragezeichen ausräumen, um einen frühen Draftpick zu rechtfertigen. Denn viele Talente mussten zuletzt um einen zweiten NFL Vertrag nach den ersten Jahren kämpfen. Darum wissen sie, wie wichtig es ist, schon einen hochdotierten Rookie-Vertrag zu erhalten. In Anbetracht der Tatsache, dass die kommende College Saison der COVID-19-Pandemie zum Opfer fallen könnte, ist ihre Entscheidung durchaus strittig.

Die Angaben der Begegnungen sind unter Vorbehalt. Momentan gibt es Aussagen, dass Non-Conference Game und gar die ganze Saison der Krise um COVID-19 zum Opfer fallen könnten.

Travis Etienne / Runningback, Clemson

Sucht ein NFL Team nach einem explosiven und schnellen Runningback, ist es bei Travis Etienne an der richtigen Adresse. Trifft er die richtige Lücke, ist er wahnsinnig beeindruckend in seiner Performance. Im offenen Feld fängt ihn kein Verteidiger wieder ein. Laut PFF geht mindestens jeder fünfte Laufversuch für über 10 Yards.

So sehr diese besondere Fähigkeit bei den Profis gar nicht hoch genug angerechnet werden kann, fehlt es Etienne derzeit, als “Every-Down-Back” angesehen zu werden. Sein Route Tree im Receiving Game ist sehr limitiert. Dazu sehe ich im Tape der abgelaufenen Saison einige fragwürdige Drops bei einfachen Screens und Checkdowns. Seine Sets in Pass Protection sind ebenfalls ausbaufähig.

Die Clemson Tigers wollen zum dritten Mal in Folge in das Finale um die Nationale Meisterschaft einziehen. Auf dem Weg dorthin begegnen ihnen 2020 nur wenige ernstzunehmende Gegner in der eigenen Conference. Dennoch sind keine Shootouts zu erwarten, weshalb Etienne viel Spielzeit gegen die unmittelbare Konkurrenz in der ACC Atlantic erhalten dürfte. Konzentrierte Auftritte sind in diesen Begegnungen das A und O. Dort hat Etienne die größte Gelegenheit, sich als zukünftiger Lead-Back zu präsentieren.

Woche 2: vs. Louisville Cardinals, Woche 4: vs. Virginia Cavaliers, Woche 7: vs. NC State Wolfpack

Najee Harris / Runningback, Alabama

Im Gegensatz zu Travis Etienne hat Najee Harris bereits den Sprung zu einem “Every-Down-Back” gemacht und unter Beweis gestellt. Seine Qualitäten als Receiver sind im Vergleich zu den Vorjahren 2019 immens angestiegen. Dazu fehlt ihm allerdings noch der Gewinn der Nationalen Meisterschaft. Gewiss spielte dieser Umstand eine Rolle bei der Entscheidung ans College zurückzukehren. Denn spielerisch dürfte er bereits im letzten Draft von den meisten Scouts eine hohe Bewertung erhalten haben.

Harris kommt wesentlich wuchtiger und größer daher als andere Runningbacks. Er gewinnt eher mit zähen Läufen für konstante Produktion, statt mit explosiven Ausbrüchen. Im letzten Draft war diese Effektivität gefragter als ein hohes Maß an Schnelligkeit. Entwickelt sich daraus ein Trend, hat Harris gute Chancen als erster Runningback im nächsten Jahr ausgewählt zu werden.

Gerade gegen disziplinierte und professionelle Abwehrreihen muss Harris weiterhin seine Qualitäten als konstanter Produzent seiner Offense zeigen. Das Quarterback-Spiel der Alabama Crimson Tide erfährt definitiv ein Downgrade im Vergleich zu Tagovailoa. Ohne Tua verloren sie das entscheidende Duell gegen die Auburn Tigers. Alabama wird sich daher auf seinen traditionellen Stil verlassen und damit wieder mehr Last auf das Laufspiel und Najee Harris verteilen.

Woche 1: vs. USC Trojans, Woche 10: @ LSU Tigers, Woche 13: vs. Auburn Tigers

Chuba Hubbard / Runningback, Oklahoma State

Der wichtigste Playmaker in seiner Offense im letzten Jahr war Runningback Chuba Hubbard. Übergab man ihm den Ball, wartete er geduldig hinter seiner Offensive Line ab und ließ das Play sich entwickeln. Anschließend schoss er blitzartig durch die entstandenen Lücken hindurch und zeigte sich mit über 2.000 Rushing Yards in der Saison 2019 überragend produktiv.

Die Big 12 in der Saison-Vorschau

Explosive Plays mit vielen Yards präsentierte er Scouts genauso wie effektive und konstante Läufe in kritischen Momenten für neue First Downs. Allein das bemisst aber nicht den Wert für eine NFL Offense. In seinem Spiel finden sich ähnliche Schwächen wie bei Travis Etienne.

Zwar wurde er gelegentlich im Receiving Game als Passempfänger eingesetzt. Jedoch ist das der Bereich, indem er sich definitiv noch verbessern muss. Produktive Runner kommen regelmäßig in die NFL. Erst die Fähigkeiten als Receiver, Route Runner und in Pass Protection machen Hubbard in Zukunft zu einem besonderen Runningback.

Oklahoma State fordert mit vielen erfahrenen Rückkehrern den Serien-Champion und Rivalen in der Big 12 heraus. Scouts erhalten daher in möglichen Shootouts und gegen die besten Defenses der Conference unterschiedliche Eindrücke von Hubbard um das bisherige Profil zu schärfen.

Woche 5: @ TCU Horned Frogs, Woche 8: @ Oklahoma Sooners, Woche 9: vs. Texas Tech Red Raiders