Erklärt: Die Faszination Fantasy Football

Fantasy Football hat alleine in den USA a. 50 Millionen Spieler, die jedes Jahr in ihren Ligen um den Titel kämpfen. Doch was ist so faszinierend am Fantasy Football? Warum wird das Spiel weltweit immer beliebter? Und wie funktioniert es eigentlich?

Fantasy Football ist ein Spiel, das auf den Statistiken der NFL Spieler basiert. Kurz gesagt geht es darum,

  • wie viele Passing Yards und Touchdowns ein Quarterback in einem Spiel erzielt
  • wie viele Rushing, sowie Receiving Yards und Touchdowns ein Running Back erläuft
  • und wie viele Receiving Yards ein Wide Receiver oder ein Tight End verbuchen können.

Diese Statistiken werden dann in Fantasy Punkte verwandelt und das Team mit den meisten erzielten Punkten gewinnt den Spieltag. Zumeist beginnen ab Woche 14 die Fantasy-Playoffs, worauf in Woche 16 der NFL Saison das Fantasy Football Championship Game (Finale) stattfindet..

Wie ist ein Fantasy Team aufgebaut?

Dafür gibts es verschiedene Einstellungen. Die “Standard” Einstellung lautet wie folgt:

  • ein Quarterback
  • zwei Running Backs
  • drei Wide Receiver
  • ein Tight End
  • sechs bis acht Auswechselspieler für Verletzungen oder Bye-Weeks

Normalerweise gehören auch ein Kicker und eine Team Defense dazu, diese verlieren jedoch immer mehr an Bedeutung und werden mittlerweile fast gar nicht mehr verwendet.

Zusätzlich kann ein Fantasy Team eine oder mehrere sogenannte Flex-Positionen (RWT) besitzen. Eine Flex-Position kann in diesem Fall mit einem Running Back, einem Wide Receiver oder einem Tight End besetzt werden. 

Immer mehr im Kommen ist eine sogenannte SuperFlex Position (QRWT) – der Unterschied dabei ist, das man auch einen Quarterback als Flex Starter aufstellen kann.

Wie werden Fantasy Punkte berechnet?

Hierbei ist es wichtig zu wissen, welche Arten von „Scoring Systeme“ es gibt. Die drei am häufigsten verbreiteten Systeme lauten:

PPR (Point per Reception) 

Dies ist seit der letzten Saison (2019/2020) der neue „Standard“ im Bereich Scoring. Immerhin hat die wohl bekannteste Plattform für Fantasy Football, NFL.com, ihren Standard darauf umgestellt.

Beim PPR System erhält jeder Offensive Skill Player (RB/WR/TE) einen Punkt für jeden gefangen Ball (Reception) und erzielte Yards werden mit jeweils 0,1 Punkten pro Yard anerkannt.

Michael Thomas, WR, New Orleans Saints:

  • Fünf Receptions, 105 Yards, ein Touchdown
    • PPR Punkte: Fünf Punkte für die Catches, 10,5 Punkte für die Receiving Yards und sechs Punkte für den Touchdown
      • Gesamt: 21,5 Punkte

Philipp Lindsey, RB, Denver Broncos:

  • 20 Rushing Yards, sieben Receptions, 82 Receiving Yards, ein Touchdown
    • PPR Punkte: Zwei Punkte für die Rushing Yards, sieben Punkte für die Catches, 8,2 Punkte für die Receiving Yards und sechs Punkte für den Touchdown
      • Gesamt: 23,2 Punkte

Derrick Henry, RB, Tennessee Titans:

  • 115 Rushing Yards, keine Reception, ein Touchdown
    • PPR Punkte: 11,5 Punkte für die Rushing Yards und sechs Punkte für den Touchdown
      • Gesamt: 17,5 Punkte

An diesen drei Beispielen wird das Prinzip von PPR sehr gut deutlich. Lindsey hat „am wenigsten” produziert, aber durch seine vielen Catches die meisten Punkte gemacht.

Mit diesem Punktesystem hat man mehr Optionen, um einen Running Back zu finden, der wöchentlich richtig gute Zahlen produziert. Auf der anderen Seite verlieren die sogenannten “Work-Horse / Bell-Cow” Running Backs an Wert.

Standard

In diesem Fall bekommen die Spieler ausschließlich für erzielte Yards und Touchdowns Punkte. Es folgen erneut die drei bekannten Beispiele:

Michael Thomas, WR, New Orleans Saints:

  • Fünf Receptions, 105 Yards, ein Touchdown
    • Standard Punkte: 10,5 Punkte für die Receiving Yards und sechs Punkte für den Touchdown
      • Gesamt: 16,5 Punkte

Philipp Lindsey, RB, Denver Broncos:

  • 20 Rushing Yards, sieben Receptions, 82 Receiving Yards, ein Touchdown
    • Standard Punkte: Zwei Punkte für die Rushing Yards, 8,2 Punkte für die Receiving Yards und sechs Punkte für den Touchdown
      • Gesamt: 16,2 Punkte

Derrick Henry, RB, Tennessee Titans:

  • 115 Rushing Yards, keine Reception, ein Touchdown
    • Standard Punkte: 11,5 Punkte für die Rushing Yards und sechs Punkte für den Touchdown
      • Gesamt: 17,5 Punkte

Hier ist Derrick Henry der Top-Punktelieferant. Wie im PPR Modus bereits angedeutet, werden im Standard diese selten gewordenen „Work-Horse / Bell Cow“ Running Backs am besten abschneiden.

Half-PPR (Half Point per Reception) 

Das Half-PPR System basiert auf der gleichen Punktewertung, wie das normale PPR. Der Unterschied zwischen den beiden Modi liegt jedoch darin, dass hierbei jeder Offensive Skill Player (RB/WR/TE) nur 0,5 Punkte für jeden gefangenen Ball (Reception) bekommt. Dieselben drei Beispiele zeigen dir den kleinen aber feinen Unterschied.

Michael Thomas, WR, New Orleans Saints:

  • Fünf Receptions, 105 Yards, ein Touchdown
    • Half-PPR Punkte: 2,5 Punkte für die Catches, 10,5 Punkte für die Receiving Yards und sechs Punkte für den Touchdown
      • Gesamt: 19 Punkte

Philipp Lindsey, RB, Denver Broncos:

  • 20 Rushing Yards, sieben Receptions, 82 Receiving Yards, ein Touchdown
    • Half-PPR Punkte: Zwei Punkte für die Rushing Yards, 3,5 Punkte für die Catches, 8,2 Punkte für die Receiving Yards und sechs Punkte für den Touchdown
      • Gesamt: 19,7 Punkte

Derrick Henry, RB, Tennessee Titans:

  • 115 Rushing Yards, keine Reception, ein Touchdown
    • Half-PPR Punkte: 11,5 Punkte für die Rushing Yards und sechs Punkte für den Touchdown
      • Gesamt: 17,5 Punkte

Die Gesamtpunkte nähern sich hier an. Ist die Punkteverteilung zwischen den einzelnen Spielern enger, werden die wöchentlichen Spiele zugleich spannender. Gleichzeitig spiegelt es durh die Beachtung der gefangenen Bälle die echten Leistungen der Spieler besser wieder als im Standard und ist somit gerechter.

Die Spielsysteme der NFL Teams haben sich in den letzten Jahren immer mehr verändert. Es wird heutzutage mehr auf das Passspiel, als auf das Laufspiel gesetzt. Deshalb existieren von den „Old School“ Running Backs nur noch sehr wenige, weshalb auch das Punkte System im Fantasy Football neu standardisiert wurde. Der neue „Standard“ ist jetzt das PPR System, doch meine Empfehlung für deine kommende Fantasy Saison lautete Half-PPR.

Veröffentlichung
1 Woche
Kommentare
0 Kommentare
Patrick Schulze
Autor: Patrick Schulze
Patrick Schulze kam das erste Mal mit 15 Jahren zum Football und spielte für die Franken Knights. Daraufhin war er für das selbige Team, sowie den Schwäbisch Hall Unicorns und den Orangeville Outlaws (Kanada) als Trainer tätig. Bei SCOUTREPORT - Das American Football Magazin teilt er sein Wissen als Statistik Nerd, als auch seine 20-jährige Erfahrung im Bereich Fantasy, um Dir in deiner Liga zum Titelgewinn zu verhelfen.