Dustin Illetscko: So stark ist der finnische Football

Dustin Illetschko spielt seit dieser GFL-Saison bei den Potsdam Royals, wechselte von den Vienna Vikings. GFL-Fans kennen ihn auch aus seiner Zeit bei Frankfurt Universe.

Im SCOUTREPORT-Interivew spricht der österreichische Linebacker über seine Zeit als Import bei den Helsinki Roosters, die Friedhofsstimmung in finnischen Stadien und eine spezielle Couch in Potsdam.

SCOUTREPORT: Kurz vor der Saison mussten die Royals Thiadric Hansen und Max Zimmermann ziehen lassen. Beide wurden in der Canadian Football League (CFL) gedraftet. Zwei Spieltage sind vorbei, konntet ihr den Abgang verkraften?

Dustin Illetschko: Ersetzen kannst du die beiden nur ganz schwer. Wir geben unser Bestes, die richtigen Leute zu finden, die einspringen und diese Lücken füllen können.

Illetschko, Dustin Foto Gerhard Pohl 2019 vs Rebels SCOUTREPORT
Dustin Illetschko im Royals-Trikot gegen die Berlin Rebels. Foto: Gerhard Pohl

SCOUTREPORT: Sie haben in Finnland gespielt, bei den Helsinki Roosters und mit dem Team die Meisterschaft geholt. Wie unterscheidet sich das Niveau im Vergleich zur österreichischen und deutschen Liga?

Dustin Illetschko: Ich bin ja schon ein bisschen rumgekommen, hab international viel gespielt. Der österreichische und der deutsche Football halten sich die Waage und danach kommt sofort Finnland. Das Spiel dort ist eine Spur langsamer, aber die Lines sind ziemlich groß und stark.

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In seinen zwei Jahren bei Frankfurt Universe erzielte Illetschko 214 Tackles (89 Solo und 125 Assist).

SCOUTREPORT: Wie war es für Sie als Import in Finnland? Sprechen Sie Finnisch?

Dustin Illetschko (lacht): Nein, gar nicht! Ich hab es versucht, aber es wurde nichts. Die Sprache ist einfach jenseits von Gut und Böse, darum hab ich das schnell aufgegeben. Es war mein erstes Jahr als Import, hat irrsinnig viel Spaß gemacht, weil es eine ganz andere Kultur ist. Finnland kannst du null mit Deutschland oder Österreich vergleichen.

SCOUTREPORT: Die Skandinavier gelten als eher ruhiges Völkchen. Sind sie denn auch beim Anfeuern im Stadion ruhig?

Dustin Illetschko: Ja, das war auch echt lustig. Ich bin einer, der Stimmung machen will, auch in der Defense. Da hab ich gleich gemerkt: die Leute reden nicht viel. Ein Teamkollege oder vielleicht auch zwei waren laut auf dem Feld, der Rest eher ruhig. Das war sehr gewöhnunsbedürftig. In Wien war ich in einer Defense, in der wir auf dem Feld Party gemacht haben. Meine Eltern haben mich mal in Finnland besucht und meinten nach dem Spiel: „Es war eine Stimmung wie auf dem Friedhof.“

SCOUTREPORT: Und das Wetter?

Dustin Illetschko: Das war eher deprimierend! Ich hatte drei Wochen keinen Regen und keine Wolken. Sonst war es immer bewölkt und verregnet, bei etwa 15 Grad.

SCOUTREPORT: Auf Instagram gibt es ein Foto von Ihnen mit Badelatschen auf einem Sofa, das vor einem Haus steht. War das beim Umzug nach Potsdam?

Dustin Illetschko: Ich bin in die Wohnung in Potsdam eingezogen und habe das Team gefragt, ob ich eine Couch haben könnte. Und ein paar Tage später hat mir das Team eine Couch vorbeigebracht und vor die Tür gestellt! Ich musste das Ding dann noch in den fünften Stock bringen.

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SCOUTREPORT: Ganz alleine?

Dustin Illetschko: Nein, David Beale Jr. (Offensive Liner der Royals, d. Red.) hat mir dabei geholfen. Alleine wäre das nicht möglich gewesen, weil die Couch von der Länge genau in den Flur gepasst hat. War eine ganz schöne Spielerei.

Written by Chris Höb
Christian Höb ist Chefredakteur von SCOUTREPORT und moderiert die SCOUTREPORT-Webshow. Chris kommentiert außerdem GFL-Spiele der Berlin Rebels. Er ist freier Sportjournalist.

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