Das Transfer Portal im College Football erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Einst waren die “Journeymen” bei den NFL Teams im Draft verschrien. Doch die Qualität von Spielern wie Russell Wilson und Alvin Kamara lässt sich nicht mehr wegdiskutieren. Wer sind die Talente im kommenden Draft, die sich für ein neues College entschieden, um sich für die NFL in ein besseres Licht zu rücken? Welche Spieler werden von Scouts in der kommenden Saison besonders unter die Lupe genommen?

Quarterback K.J. Costello, Mississippi State

Costello passt nicht nur ins Beuteschema der NFL Teams. Mike Leach buhlte bereits an der Washington State um die Dienste des 1,96 Meter großen Quarterbacks. An seiner neuen Wirkungsstätte in Mississippi konnte der Head Coach ihn endlich zu sich lotsen. Das äußerst passfreudige Schema wird Costello unterstützen, seine Spielintelligenz und sein Armtalent bestmöglich in Szene zu setzen.

Leach wird seinen Transfer-Quarterback in einem weitaus talentierteren Team einsetzen, als es die beiden von der Washington State oder Stanford gewohnt sind. Die Konkurrenz in einer Top besetzten Southeastern Conference steigt in ähnlichem Verhältnis. Der athletische Costello hat daher alle Möglichkeiten, den Scouts sein komplettes Talent zu zeigen. 

Quarterback Jamie Newman, Georgia

Die Wundertüte erfährt gleichzeitig den größten Hype. Jamie Newman entschied sich, nachdem er der Wake Forest den Rücken kehrte, für die Georgia Bulldogs. Newman verfolgt damit ein ähnliches Ziel wie Costello. Besonderen Einfluss auf sein Spiel erhoffen sich viele Scouts vom neuen Offensive Coordinator Todd Monken. Georgia versucht die Entwicklung der LSU Tigers zu kopieren.

Über die Jahrzehnte lotste man stets die größten College Talente nach Georgia. Doch selbst mit Matthew Stafford waren 3.459 Passing Yards in einer Saison das höchste der Gefühle. In Todd Monkens College Offenses läge Stafford damit nur im Durchschnitt. Deshalb erwarten nicht wenige eine besondere Saison von Newman, ähnlich derer von LSU-Transfer Joe Burrow im vergangenen Jahr. 

Offensive Guard Josh Sills, Oklahoma State

Die Cowboys haben einige überraschende Rückkehrer für die kommende Saison zu melden. So werden Wide Receiver Tylan Wallace und Star-Runningback Chuba Hubbard erneut die Schuhe für ihr College schnüren. Sie sind daher in der Big 12 ein wahrer Herausforderer für den Serien-Champion und direkten Rivalen in Oklahoma.

Josh Sills wechselte innerhalb der Conference von West Virginia und gehört zu den besten inneren Offensive Linemen der Big 12. Bleibt er fit, wird der Transfer gehörigen Einfluss auf die mit acht letztjährigen Startern gespickte Offense haben. Klar wird die Zugabe eines Guards unterschätzt. Der verlässliche Anker wird Quarterback Spencer Sanders mehr Ruhe geben und das ohnehin schon überragende Laufspiel auf ein schwer zu verteidigendes Level heben. 

Offensive Tackle Coy Cronk, Iowa

Es ist überaus selten, dass ein so erfahrener Offensive Tackle innerhalb der eigenen Conference das College wechselt. In 40 aufeinanderfolgenden Spielen startete Cronk bei den Hoosiers ehe eine schwere Knieverletzung seine letzte Saison jäh beendete. Die erlaubt es ihm allerdings, eine fünfte Saison anzuhängen.

Nun wird er an einer der besten “Offensive-Line-Schmieden” des Landes den in die NFL abgegangenen Tristan Wirfs ersetzen. Gemeinsam mit Alaric Jackson sind die Iowa Hawkeyes dann erneut großartig auf den Tackle Positionen besetzt. Jackson und Cronk werden bis zum Draft 2021 im Gedächtnis hängen bleiben.  

Edge William Bradley-King, Baylor

An der Arkansas State wurde Bradley-King überwiegend als End aufgestellt. Mit seinen 1,94 Meter Körpergröße und 112 Kilogramm Gewicht bietet der produktive Pass Rusher seinem neuen Cheftrainer Dave Aranda die nötige Vielseitigkeit. Baylor muss neben dem in die NFL abgegangenen ehemaligen Head Coach Matt Rhule auf fünf Starter in der Front Seven verzichten. Daher kann der Transfer dort eingesetzt werden, wo er am nötigsten gebraucht wird. 

Als JACK (Outside Linebacker) wird er sein besonderes Talent im Pass Rush besonders entfalten können und besetzt damit auch eine Schlüsselposition bei den Bears. NFL Teams werden sich in der kommenden Saison den Verteidiger genau anschauen, da Bradley-King neben seinen Fähigkeiten diese besondere Positions-Flexibilität mitbringt, die sich Defensive Coordinator wünschen.

Cornerback Obi Eboh, UCLA

Eboh kam an der Stanford University nie ganz zum Zug und ist meine persönliche Wildcard unter den Transfers. UCLA erlaubte im letzten Jahr die meisten Passing Yards aller FBS-Colleges und muss nun den Abgang von Darnay Holmes zusätzlich kompensieren. Damit erhält Eboh endlich die für ihn dringend benötigte Spielpraxis. Unter dem neuen Defensive Backs Coach Brian Norwood wird Eboh sofort starten und kann eine desolate Secondary eigentlich nur verbessern.

In den letzten Jahren war der Nummer Eins Pick im Draft ein Jahr zuvor noch kein Kandidat für die erste Runde. Joe Burrow, Kyler Murray und Baker Mayfield sind allesamt Transfers. Die “Journeymen” sind längst im Ansehen der NFL Teams gestiegen. Deshalb will ich mich auch näher mit ihnen beschäftigen. Kennst Du weitere spannende Transfers, die ich mir ansehen sollte, lass es mich wissen.