Es gibt gute Gründe, warum wir an jedem Samstag College Football verfolgen. Welche das sind, liefert SCOUTREPORT – Das American Football Magazin, passend zum Start der College-Football-Saison 2019.

1. Leidenschaft

Um es mit den Worten von Frank Goosen nicht ganz so genau zu nehmen: „Samstags ist Gameday! Warum? Weil Samstag ist!“

College-Stadien bilden nicht selten das Zentrum der Stadt und des Campus‘ einer Universität in einer mittelgroßen Stadt. Im Gegensatz zu kommerzialisierten Stätten in der NFL irgendwo im Nirgendwo atmet die gesamte Region College-Luft am Gameday. Die Southeastern Conference verfügt sogar über einen größeren Zuschauerschnitt als die NFL. So viel zum Thema „Amateur-Liga“.

2. Kultur

College Football gehört in vielen Teilen des Landes zur Kultur, geradezu zum Lebensstil. In den drei Monaten der Saison fährt man nicht in den Urlaub oder plant eine Hochzeit. Jedes Wochenende ist darauf ausgelegt, sich auf dem Campus unter einen Pavillon zu setzen und zwischendurch das Spiel seines Teams zu bestaunen.

3. Bedeutung jedes einzelnen Spiels

Jedes Spiel kann entscheidend sein. Eine einzige Niederlage kann dich aus dem Playoff-Rennen oder aus dem Kampf um den Conference Titel werfen. Ein stolpern gegen einen vermeintlichen Underdog kann in einer enttäuschenden Saison enden. An fast jedem Spieltag dürfen wir mit ansehen, wie einer der Favoriten seinen Gegner unterschätzt und seine Träume wie eine Seifenblase zerplatzen.

4. Rivalität

Es gibt in Nordamerika keine größeren Rivalitäten, als die unter konkurrierenden Colleges. In der Sportart Nummer eins gipfelt diese verständlicherweise. So wird in Columbus, Ohio in der gesamten Woche vor dem Spiel jedes „M“ der verhassten Michigan Wolverines auf Werbetafeln überklebt. In Messengern wird es nicht mehr verwendet. Auch die Spieler heizen die Stimmung im Vorfeld an. 

5. Die kommenden Stars

Die NFL-Profis sind über ihre Karriere eng mit ihrer Alma Mater verbunden. Wechseln sie ihre Franchise, teilweise unfreiwillig und sprunghaft, bleiben sie ihrem College auf ewig treu. Zukünftige Stars können wir im College Football jede Woche auf ihrem Weg in die NFL bewundern und begutachten.

6. Fight Songs

Die Teams haben ritualisierte Jubel. Ihr Fight Song wird bei jeder sich bietenden Gelegenheit gespielt. Mit ihm und dem College identifizieren sich die Fans und Studierenden.

Weitere Rituale erleben wir vor allem beim Home Coming. Nicht selten treffen sich dabei die Studierenden einen Abend vor dem Spiel, um ihre Choreografie zu proben. Hier ein Einblick in den „White Out“ der Penn State Nittany Lions:

7. Tradition

Jede Schule hat seine, teils sehr skurrilen, Traditionen. Bei einigen Teams ist es der Einzug, eine besondere Jubelarie. Man darf den Rasen rund um das Stadion nicht betreten, das Berühren eines Steins oder die Anreise mit dem Boot zum Beispiel.

8. Kontroverse

Manchmal trifft es das eigene College hart. Aber die alljährlichen kontroversen Debatten um die Rankings, der Schwere des Spielplans und der endgültigen Verkündung der Playoff-Teilnehmer machen College Football aus. Klare Entscheidungen gibt es hier so gut wie nie und aufgrund der Strittigkeit lässt sich herrlich darüber diskutieren.

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9. Loyalität

Gibt es in der NFL in den USA die üblichen Bandwaggoners, die immer auf den Zug des erfolgreichsten Teams aufspringen, so sind die meisten College-Football-Fans sehr loyal. Die Nebraska Cornhuskers erzielten über Jahrzehnte bis heute rekordverdächtige Ticketverkäufe, obwohl sie zeitweise doch recht erfolglos waren. 

10. Samstag

Das freut uns Fans im deutschsprachigen Raum am allermeisten. Sonntags können die meisten von uns ausschlafen. Kein Hangover auf der Arbeit, Schule oder in der Uni – und das, obwohl wir Nonstop Football von 18 Uhr bis zum nächsten Morgen um 8 Uhr schauen können.

Titelfoto: „Ohio State Marching Band“ von Sam Howzit / Lizenz: CC BY 2.0