Brett Favre gilt als einer der größten Superstars der NFL-Geschichte. Der Ex-Quarterback ist für seinen starken Wurfarm berühmt, holte mit den Green Bay Packers einen Super Bowl.

Jeff Pearlman nennt in seiner Favre-Biografie „Gunslinger“ einige Geschichten, die dem ein oder anderen Football-Fan noch unbekannt sein dürften.

Ein sehr gemeines Kind

Der legendäre Quarterback war ein sehr gemeines Kind. Sagt zumindest seine Schwester Brandi. Im Buch wird erzählt, dass der neun Jahre alte Brett eine Mischung aus Tabak, Kuhdung und Worcestershire-Sauce mixte, reinpinkelte und seinen Bruder Jeff zwang, das Zeug zu trinken.

Brutale Rituale bei Favres erstem NFL-Klub

Favre wurde von den Atlanta Falcons gedraftet. Beim Klub gab es brutale Rookie-Rituale. „Sie sagten mir: Wir schlagen dir die Kniescheiben raus, wenn du nicht tust, was wir sagen“, erzählt Lineman Pete Lucas. Er musste als Rookie strippen, dabei singen und tanzen. Im Bus, im Flugzeug, in der Kabine. Die Trainer haben sogar Meetings unterbrochen, damit die Spieler Lucas demütigen können. Bob Christian, damals Rookie-Fullback, bestätigte die Geschichten. Favre hatte Glück, er musste diese Rookie-Rituale nicht durchstehen.

Favre landete nach einer Schlägerei im Gefängnis

Favre war im Gefängnis. Es passierte in seiner ersten Saison bei den Packers. Einige Wochen vor dem Trainingcamp war der damals 22-jährige Favre in einer Bar, geriet in eine Schlägerei. Die Polizei ließ Favre zunächst gehen, da er allerdings noch einmal zur Bar zurückkehrte, landete er im Gefängnis – unter anderem wegen Trunkenheit. Einige Stunden später holte Favres Agent Bus Cook ihn raus.

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Betrunken beim ersten College-Spiel

Sein erstes College-Spiel machte Favre besoffen. Am Abend zuvor hatte der damalige Backup-Quarterback mit einem Mitspieler 36 Dosen Bier getrunken (jeder 18), um mit den Dosen eine Pyramide zu bauen. Beim Stand von 10-16 aus Sicht der Golden Eagles wechselte der Trainer Favre ein. Der brachte sechs von zehn Pässen an den Mann für 85 Yards und zwei Touchdowns, drehte das Spiel. Die Golden Eagles siegten 31:24 gegen Tulane.

Bier, Bier, Bier

Nachdem Favre von den Falcons 1992 zu den Packers getradet wurde, holte Jon Gruden (heute Cheftrainer der Oakland Raiders) ihn vom Flughafen ab. Gruden war damals Offensive Assistant. Favres erste Frage an Gruden: „Wo kann ich hier ein Bier bekommen?“

Die Quarterback-Legende gab später zu, während der 90er dreimal im Entzug gewesen zu sein – wegen Drogen und Alkohol.

Der erste Pass für die Packers

Favres erster vollständiger Pass im Trikot der Packers war ein Pass zu sich selbst für minus sieben Yards. Das war im Spiel gegen die Tampa Bay Buccaneers. Favre war unter Center, täuschte einen Handoff an. Defensive End Ray Seals fälschte den Pass ab, der Ball flog nach oben. Favre schnappte ihn und lief für zwei Yards.

Die New York Jets wollten Favre draften

Ron Wolf wollte Brett Favre unbedingt draften, sah ihn als Franchise-Quarterback. Der damalige Assistent der New York Jets setzte sich für den jungen Favre ein, überzeugte das Team, hochzudraften. Doch es klappte nicht. Die Falcons schlugen in der zweiten Runde an 33. Stelle zu. Green Bay hatte den nächsten Pick. Wolf wurde wenig später General Manager der Packers und holte seinen Wunsch-Quarterback – entgegen einiger Widerstände, wie er später erzählte.

Schon sehr früh Vater

Favre hat im Alter von 18 Jahren seine Freundin Deanna Tynes geschwängert. Das war 1988. Im Februar des darauf folgenden Jahres wurde Brittany Nicole Favre geboren. Brett heiratete seine Deanna aber erst 1996.

Favres Lieblingsnummer

Favres Lieblingsrückennummer an der High School war die zehn. Seine Vorbilder waren damals Roger Staubach (Dallas Cowboys, Nummer zwölf) und Archie Manning (New Orleans Saints, Nummer acht). Die zehn lag dazwischen. Am College war diese Jersey-Nummer besetzt. Favre hatte zunächst die sieben, wechselte dann zur vier.

Favre fütterte Alligatoren mit Cookies

Favre wuchs in Gulfport, Mississippi, auf. „Meine Familie war den Umgang mit Alligatoren gewohnt“, erzählt der Quarterback. „Einmal waren drei davon im Garten. Mein Bruder und ich fütterten sie mit Oreo-Cookies. Wenn wir keine Kekse hatten, fütterten wir sie mit Brot und Hotdogs.“ Eines Tages kam Vater Favre nach Hause und fand die Alligatoren, die vor dem Haus liegen und auf Cookies warten. „Mein Vater wurde wütend, er erschoss alle drei“, erzählt Favre.

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Titelfoto: „Brett Favre“ von Michael Petterson, Lizenz: CC BY-NC 2.0