Ein Quarterback muss eine Defense lesen. Unser Literatur-Quarterback Chris Höb liest auch – und zwar Bücher über American Football. Er stellt dir in dieser Rubrik regelmäßig Bücher vor. Heute: „America’s Game – The Epic Story Of How Pro Football Captured A Nation.“

Chris Höb ist der Literatur Quarterback. Dieses Mal stellt er die "America's Game" vor (Foto: SCOUTREPORT)
Chris Höb ist der Literatur Quarterback. Dieses Mal stellt er Dir „America’s Game“ vor (Foto: SCOUTREPORT)

Ein Quarterback hat bei gewissen Plays mehrere Reads – also Optionen, was er mit dem Football tun kann. Literatur-Quarterback Chris Höb geht bei seinen Buchkritiken vier Reads durch und taucht dabei immer tiefer ein.

First Read: Die Daten zu „America’s Game“

  • Titel: America’s Game – The Epic Story Of How Pro Football Captured A Nation
  • Autor: Michael MacCambridge
  • Seiten: 558
  • Jahr: 2005
  • Sprache: Englisch
  • Verlag: Anchor Books
  • Preis: 17,00 €

Second Read: Darum geht es bei „America’s Game“

Ein Blick in die Geschichte! In „America’s Game“ geht es um die Entwicklung von American Football zur beliebtesten Sportart in den USA. Diese ist eng mit der NFL verknüpft, die früher noch im Schatten der MLB (Major League Baseball) stand.

MacCambrigde liefert dabei einen umfassenden Abriss der NFL-Geschichte. In der Mitte des Buches finden sich auf 20 Seiten Schwarz-Weiß-Fotos. Und es gibt ein ausführliches Glossar.

Third Read: Konkrete Beispiele

In „America’s Game – The Epic Story Of How Pro Football Captured A Nation“ werden Entwicklungen beschrieben, die ein NFL-Fan erwartet. Dazu gehört zum Beispiel der Zusammenschluss von AFL und NFL. Das Buch schildert aber auch zahlreiche Dinge, die ich nicht (mehr) im Kopf habe. Der Umgang der Liga mit dem Drogenproblem in den 80ern und der Lockout der Spieler zum Beispiel.

Literatur Quarterback Chris Höb SCOUTREPORT
Chris Höb ist der Literatur Quarterback (Foto: Sonja Matysiak Photography)

Um mal ein greifbares Beispiel zu bringen: Was hat die NFL während des 2. Weltkriegs gemacht? Die Rams zum Beispiel hatten irgendwann nur noch 18 Spieler und stellten den Betrieb ein. 1943 schlossen sich die Pittsburgh Steelers und Philadelphia Eagles zu den „Steagles“ zusammen, um überhaupt auflaufen zu können.

Michael MacCambridge erzählt die Geschichte der NFL immer anhand von Personen, Teams und Spielern. Eine größere Rolle spielt unter anderem Pete Rozelle, der legendäre und inzwischen verstorbene NFL-Commissioner. Das Buch vermittelt einen guten Eindruck, wie der Mann getickt hat. Er sorgte dafür, dass es bei den TV-Übertragungen der NFL-Spiele zahlreiche „Television-Timeouts“ gab. Doch während der Partie war Werbung verboten. „Während des Spiels ist die NFL das Produkt, das wir verkaufen wollen“, sagte Rozelle. Ich musste beim Lesen schmunzeln, heute ist das nicht mehr vorstellbar.

Fourth Read: Für wen ist „America’s Game“ geeignet?

Wer sich für Geschichte interessiert, wird „America’s Game – The Epic Story Of How Pro Football Captured A Nation“ mögen. Ich tue mich mit reinen Geschichtsbüchern, die alles chronologisch erzählen, immer etwas schwer. Deswegen habe ich fast ein Jahr gebraucht, um es durchzulesen. Das lag sicher auch an der relativ kleinen Schrift, mit der die Seiten bedruckt sind.

Wer gut Englisch kann, sollte mit dem Buch kein Problem haben. „America’s Game – The Epic Story Of How Pro Football Captured A Nation“ lohnt sich auch für Football-Fans, die immer wieder mal etwas nachschlagen wollen. Auf fast 26 Seiten gibt es ein Glossar mit wichtigen Begriffen. Seit ich das Buch gelesen habe, schlage ich immer wieder mal etwas nach. Zum Beispiel, wenn mir eine historische Figur aus der NFL über den Weg läuft und ich mehr erfahren möchte.