Peter Schindler hat sich die Hälfte der aktuellen Staffel von „All or Nothing“ mit den Philadelphia Eagles angeschaut und gibt dir einen Einblick in die erste Folge. Ob es eine Empfehlung für die aktuelle Staffel gibt, erfährst du im Artikel.

Die Daten zur Doku „All or Nothing“

  • Titel: „All or Nothing: Philiadelphia Eagles“
  • Produzenten: NFL Films
  • Staffel fünf, acht Folgen
  • Erscheinungsdatum: 10. April 2020
  • Sprache: Deutsch (Englische Original-Stimmen mit Untertiteln)
  • Streaming-Plattform: Amazon Prime Video
  • Preis: ohne Aufpreis bei Amazon Prime Video enthalten

Darum geht es bei „All or Nothing“

Bereits zum fünften Mal steht bei der von NFL Films produzierten Serie der Saisonalltag eines NFL-Teams im Fokus. Die Philadelphia Eagles stehen dabei im Mittelpunkt des Interesses der aktuellen Staffel, die in den Vereinigten Staaten bereits ein paar Tage nach dem diesjährigen Super Bowl abrufbar war.

Im Gegensatz zur HBO-Produktion „Hard Knocks“ geht es in „All or Nothing“ ausschließlich um die Regular Season und die Playoffs. Neben den erstklassig produzierten Highlights der Eagles-Spiele, wird in den Tagen zwischen den Spielen die Entwicklung einzelner Eagles-Spieler auf und abseits des Spielfeldes gezeigt.

Fliegt, Eagles fliegt – Folge 1 unter der Lupe

Bereits der Anfang der ersten Episode dürfte die Fans vieler Eagles-Fans höher schlagen lassen. Sie beginnt nämlich mit der Meisterschafts-Parade nach Super Bowl LII und zahlreichen glücklichen, geradezu euphorischen Gesichtern auf Seiten der Fans und Spielern.

Die Erfolgsstory um Quarterback Carson Wentz, der sich während der 2017er-Saison verletzte und durch Backup-Quarterback Nick Foles ersetzt wurde, wird im Anschluss nochmal kurz Revue passiert. Dann wird der Bogen zur 2018er-Saison gespannt. Wentz fiel auch in dieser Saison bedingt durch eine Verletzung aus und Nick Foles wurde dadurch wieder Starter. Allerdings endete 2018 nicht mit einem Titel, sondern mit der enttäuschenden Niederlage gegen die New Orleans Saints.

2019 sollte daher das Jahr von Carson Wentz werden. In jenem Jahr bleibt der Star-Quarterback endlich durchgängig fit und führt das als hochtalentiert eingeschätzte Eagles-Team erneut in den Super Bowl. Ein weiterer Protagonist der Staffel ist Defensive End Brandon Graham, der zum Ende der Saison 2018 nicht mehr mit einer weiteren Zukunft bei den Eagles gerechnet hat. Es stellte sich heraus, dass Graham auch 2019 Teil des Teams sein sollte.

Der Einblick von Woche zu Woche

Bereits in Woche 1 stand die Rückkehr von Wide Receiver DeSean Jackson zu den Eagles im Fokus, der nach seinem ersten Vertrag bei den Eagles zum Rivalen nach Washington wechselte, dem ersten Eagles-Gegner der neuen Saison.

Während der unnachahmlichen Highlights des Spiels gegen Washington werden immer wieder die genannten Protagonisten hervorgehoben. Die Dramaturgie des Spiels, in dem die „Skins“ sich zur Halbzeit einen veritablen Vorsprung erspielt haben, steigert sich im Laufe der zweiten Halbzeit.

Als die Eagles zur Aufholjagd ansetzen und durch einen 53 Yards Touchdown-Catch von DeSean Jackson in Führung gehen. Zwischenzeitlich erfährt der Zuschauer, dass die Fans der Eagles durchaus launisch sein können und sich während der enttäuschenden ersten Halbzeit lautstark Luft verschafft haben. Mit zwei Touchdown-Receptions von Wide Receiver Alshon Jeffrey wurden die Angriffsbemühungen der Philadelphia Eagles letztendlich belohnt und der Sieg wurde eingefahren.

Von Spiel zu Spiel

Mit diesem Sieg im Rücken und einem selbstbewussten Receiving-Corps um die DNA-Boys (DeSean Jackson, Nelson Agholor und Alshon Jeffrey) ging es in Woche 2 zum Sunday Night Game nach Atlanta.

Während die Defense dem Druck der Falcons Anfangs Stand halten kann, gelang es der Offense diesmal nicht, auf dem Level der zweiten Halbzeit des ersten Spiels zu performen. Quarterback Carson Wentz kassierte zahlreiche Hits und musste zweimal an der Seitenlinie behandelt werden. Neben Wentz traf das Verletzungspech auch Alshon Jeffrey und Tight End Dallas Goedert.

Trotz dieser Rückschläge und peinlicher Drops von Nelson Agholor, gelang es den Eagles im Spiel zu bleiben. Dann trug Atlantas Wide Receiver Julio Jones jedoch den Ball gegen Ende des vierten Quarters in die Endzone der Eagles. Atlantas Führung von 24-20 sollte durch die Eagles-Offense egalisiert werden, allerdings scheiterten sie durch ein extrem knappes Turnover on Downs und verloren das Spiel. Die beiden ersten Spiele markierten damit den Beginn einer Achterbahn-Saison der Philadelphia Eagles.

Immer wieder schwingen die riesigen Erwartungen der Fans und der Medien mit. Gefühlt sind die eingeblendeten Kommentare des lokalen Radiomoderators noch ein Stück bissiger. Geradezu aggressiver, als man das von anderen Dokumentationen von anderen Teams gewohnt ist. Dies zieht sich wie ein roter Faden auch durch spätere Folgen der Staffel.

Kann ich Dir „All or Nothing“ empfehlen?

Mittlerweile habe ich vier Folgen der aktuellen Staffel gesehen und bin auch als Nicht-Fan der Philadelphia Eagles extrem gefesselt. Liegt es an der Dramatik des Saisonverlaufs, den durchaus sympathischen Charakteren, den stellenweise ulkigen Geschichten oder der wie üblich grandiosen Inszenierung durch NFL Films liegt? Ich bin mir nicht sicher.

Vermutlich ist es eine Mischung aus allen dreien, wobei ich großer Fan der alternativen Blickwinkel der NFL Films Kameras bin. Diese könnte ich mir stundenlang anschauen, vor allem mit der musikalischen Untermalung, welche die NFL-Spiele heroisch wirken lässt.

Während „Hard Knocks“ für mich von Jahr zu Jahr immer abgenutzter wirkt und keinen unterhaltsamen Spannungsbogen mehr zustande bekommt, wirkt „All or Nothing“ deutlich erfrischender und spannender. Und das trotz der Tatsache, dass ich den Saison-Ausgang bereits kenne. Die Dramatik wirkt vor großen Kulissen wesentlich glaubwürdiger als vor halbleeren Rängen in der Preseason.

Mein Fazit: Fans der Eagles haben die Staffel vermutlich bereits durchgehend „gesuchtet“. Alle anderen Football-Fans, die sich noch unsicher sind, sollten auf jeden Fall einen Blick reinwerfen. Sicherlich sind gerade die „Off the field“-Aufnahmen stellenweise gescripted, aber das wertet die Serie auf keinen Fall ab.

Peter Schindler
Peter ist College Football Fan mit Leib und Seele. Neben den Oklahoma Sooners und der Big 12 verfolgt er alle anderen Conferences regelmäßig und interessiert sich für alle möglichen Details der Nachwuchsliga. Insbesondere das Recruiting von High School Spielern, den NFL-Stars von morgen, beobachtet er intensiv.